Drahtlose Inbetriebnahme Digitale On-board-Elektronik kommt ohne Feldbus aus

Redakteur: Andreas Leu

Analoge Hydraulikventile lassen sich nun mit Smartphone und Bluetooth parametrieren und auslesen. Bei der Erstinbetriebnahme identifizieren sich die Komponenten über ihr digitales Namensschild selbst und nach wenigen Augenblicken können Techniker die Parametrierung beginnen.

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Neue digitale On-board-Elektronik mit Bluetooth-Schnittstelle von Bosch Rexroth
Neue digitale On-board-Elektronik mit Bluetooth-Schnittstelle von Bosch Rexroth
(Bild: Bosch Rexroth AG)

Mit der neu entwickelten Generation von digitalen On-board-Elektroniken für die Hydraulik schafft Bosch Rexroth eine wirtschaftliche Skalierungsmöglichkeit zwischen analogen Komponenten und solchen mit Feldbus-/Ethernet-Anschluss. Ohne zusätzlichen Verkabelungsaufwand erschliesst sie wirtschaftlich die Vorteile der Digitalisierung. Die neue Generation stellt die offenen Schnittstellen Bluetooth sowie IO-Link bereit. In Verbindung mit einer entsprechenden App können Inbetriebnehmer, Bediener und Service-Techniker mit ihrem Smartphone direkt und unabhängig von der Maschinensteuerung auf die Komponenten zugreifen und Parameter verändern.

Die ersten mit der neuen digitalen On-board-Elektronik ausgerüsteten Komponenten sind neue Proportional-Druckregelventile. Auf der Hardware-Seite bieten sie Verbesserungen mit einer volumenstrom­unabhängigen Druckregelung sowie einer linearen Sollwert-Druck-Kennlinie in vier Druckstufen. Die Ventile verfügen sowohl über einen integrierten Drucksensor als auch einen Anschluss für externe Drucksensoren.

Komfortable Parametrierung

Bei der Erstinbetriebnahme identifizieren sich die Komponenten über ihr digitales Namensschild selbst und nach wenigen Augenblicken starten Techniker über ihr Smart­phone die Parametrierung. Eine LED leuchtet während der Verbindung blau und zeigt dem Inbetriebnehmer eindeutig an, mit welchem Proportional-Druckreduzierventil er aktuell verbunden ist.

Inbetriebnehmer können von Bosch Rexroth vordefinierte Parametersätze auswählen oder sie selbst definieren. Diese können sie speichern und auf baugleiche Ventile übertragen. Der neue, zum Patent angemeldete Schieberegler in der App vereinfacht die Optimierung weiter. Beim Verschieben des Reglers zwischen den Ausprägungen «moderat» und «aggressiv» passt die Software der App alle entsprechenden Parameter automatisch der gewählten Dynamik an.

Vereinfachte vorausschauende Wartung

Für Endanwender erhöht die neue digitale On-board-Elektronik die Flexibilität für Prozessänderungen erheblich. Wird an einer Presse für eine Produktionsumstellung beispielsweise ein doppelt so schweres Werkzeug wie bisher eingesetzt, muss bei bis­herigen Maschinen oft ein anderes Ventil eingesetzt werden. Bei der neuen Generation reicht ein Aufrufen der App, um die Parameter entsprechend anzupassen. Damit spart der Endanwender die Kosten für einen Umbau und den damit verbundenen Maschinenstillstand.

Zusätzlich können Endanwender Condi­tion Monitoring ohne Zusatzaufwand nutzen. Per App rufen sie mit dem Diagnose-­Button Betriebsdaten wie Temperatur oder Betriebsstunden ab und schützen sich so vor Überraschungen. Über IO-Link können Anwender diese Statusüberwachung auch in der Maschinensteuerung automatisiert hinterlegen. Condition Monitoring verlängert die Lebensdauer von Komponenten und steigert die Verfügbarkeit.

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