EMPA-Forscher ausgezeichnet Eine Drohne, die ihre Gestalt ändert

Von Susanne Reinshagen

Mirko Kovac hat einen der begehrten «ERC Consolidator Grants» im Rahmen von «Horizon Europe» erhalten, dem wichtigsten Förderprogramm der EU für Forschung und Innovation. Kovac, der sowohl an der Empa als auch am «Imperial College London» forscht, entwickelt Metamorphose-Drohnen für den Einsatz in Gegenden mit komplexen Umweltbedingungen wie etwa der Arktis.

Innerhalb des Projekts «ProteusDrone» entsteht eine neue Klasse von «soft materials drones», die ihre Gestalt verändern können – ähnlich dem Meeresgott Proteus aus der griechischen Mythologie, der als Meister der Verwandlung gilt.
Innerhalb des Projekts «ProteusDrone» entsteht eine neue Klasse von «soft materials drones», die ihre Gestalt verändern können – ähnlich dem Meeresgott Proteus aus der griechischen Mythologie, der als Meister der Verwandlung gilt.
(Bild: Bild: Imperial College London)

«ERC Consolidator Grants» werden vom Europäischen Forschungsrat (ERC) an herausragende Forschende mit einem exzellenten Forschungsprojekt vergeben und stellen zwei Millionen Euro für einen Zeitraum von fünf Jahren zur Verfügung. Mirko Kovac entwickelt am «Materials and Technology Center of Robotics» der Empa und am «Department of Aeronautics» des «Imperial College London» metamorphe Drohnen für den Einsatz in komplexen Ökosystemen. Sein Projekt «ProteusDrone» wird dabei eine neue Klasse von «soft materials drones», also Drohnen aus flexiblen Materialien, entwickeln. Die Drohnen sollen ihre Gestalt verändern können – ähnlich dem Meeresgott Proteus aus der griechischen Mythologie, der als Meister der Verwandlung gilt. Dies könnte den Einsatz von Drohnen in schwierigen (und sich verändernden) Umgebungen wie der Arktis zur Erforschung des Klimawandels ermöglichen.

Nicht wasserscheu

Mirko Kovac, hier mit einer anderen Art von Drohne, ist Leiter des «Materials and Technology Center of Robotics» der Empa und Direktor des «Aerial Robotics Laboratory» am «Imperial College London».
Mirko Kovac, hier mit einer anderen Art von Drohne, ist Leiter des «Materials and Technology Center of Robotics» der Empa und Direktor des «Aerial Robotics Laboratory» am «Imperial College London».
(Bild: Imperial College London)

«Flugroboter können bereits jetzt die Umwelt aus der Luft beobachten, aber sie können sich nicht unter Wasser oder auf der Wasseroberfläche bewegen, um dort wertvolle Umweltdaten zu sammeln», sagt Kovac und fügt hinzu, dass es zwar einige bimodale Luft-/Wasservehikel gebe; einen vollständigen Einsatzzyklus mitsamt energieeffizienter Fortbewegung in der Luft, im Wasser und auf der Wasseroberfläche konnte allerdings noch keines demonstrieren. Mit der «ProteusDrone» möchte der Robotikexperte nun grundlegende wissenschaftliche Fortschritte in der mobilen Robotik erzielen und innovative Technologien für bessere Sensoren für Roboter in schwer zugänglichen aquatischen Ökosystemen voranbringen.

«Dieser Grant ist eine wunderbare Unterstützung für unsere Arbeiten zur Metamorphose von Robotern und wird die Entwicklung neuer Technologien in meinem Team enorm vorantreiben», so Kovac, der im Rahmen des Projekts mit internationalen Experten für Computervision und Evolutionsbiologie zusammenarbeiten wird. Ein potenzieller Anwendungsbereich für die formwandelnden Drohnen ist etwa der Umweltschutz, wenn multimodale Roboter in gefährdeten Ökosystemen wie der Arktis Daten zur Untersuchung des Klimawandels sammeln können. <<

ERC-Grants

Horizon-Europe

Letzte ERC-Grants für Forschende an Schweizer Universitäten?

Eine Förderung mit einem ERC Starting Grant durch den EU-​Forschungsrat (ERC) ist etwas vom Besten, was jungen Forschenden passieren kann. Mit einem eingereichten Projekt durchlaufen sie das hochkompetitive Verfahren des ERC, werden ausgewählt und erhalten neben der internationalen Anerkennung auch noch beträchtliche Mittel für ihr Vorhaben. 2021 haben es gleich elf Forschende der ETH geschafft, die Jury mit ihren Projekten zu überzeugen. Nur, sie werden das Fördergeld vom ERC nicht bekommen. Es ist nämlich Bedingung, dass die Forschenden an einer Hochschule tätig sind, die zum europäischen Forschungsraum des ERC gehört. Wegen des gescheiterten Rahmenabkommens ist die Schweiz aber aus dem europäischen Forschungsprogramm «Horizon Europe» bis auf weiteres ausgeschlossen.  Neben den ERC Starting Grants für junge Forschende bleiben der Schweiz künftig auch andere EU-​Fördermittel und ERC-​Grants verwehrt, die auch bereits etablierte Forschende unterstützen. Die Forschenden erhalten aber das Fördergeld trotzdem, denn das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) hat beschlossen, die ERC Starting Grants durch eigene Zahlungen zumindest finanziell zu ersetzen. 

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