Gas heizt Öl bei Zweifel Pomy-Chips AG

Autor / Redakteur: Martin Stadelmann / Andreas Leu

Ein Industrie-Zweistoff-Duoblockbrenner von Weishaupt heizt die neue Chipsfrittieranlage von Zweifel in Spreitenbach.

Firma zum Thema

Das hätte sich Hans Meier, ein Cousin von Heinrich Zweifel sen., nie träumen lassen, als er Anfang der 50er-Jahre auf einem Bauernhof bei Rümlang ZH in einer riesigen Feldküchenpfanne die ersten Kartoffelchips frittierte: Was den Verkauf des hauseigenen Apfelsafts fördern sollte, erwies sich als rentabler Kundenhit.

1958 wurden die knusprigen Chips unter der Marke Zweifel lanciert. Der unvergleichliche Geschmack und der visionäre Frisch­service, der ab 1962 mit auffälligen Zweifel-­Bussen schweizweit unterwegs war, machten die Chips bekannt. 2019 brachten in der Hochsaison pro Tag bis 50 Lastwagenzüge aus der modernen Zweifel-Fabrik in Spreitenbach die Chips zu den Kunden.

Das Unternehmen Zweifel Pomy-Chips AG als eigentliche Chipspionierin ist seit den Anfängen in Familienbesitz. In der Fabrik in Spreitenbach werden die frischen Kartoffeln, die laufend angeliefert werden, gewaschen, in feine Scheiben — eben Chips — geschnitten und frittiert. Knusprig gebacken werden die Chips in reinem Schweizer Rapsöl. Es hat eine ebenso gute Fettsäurezusammensetzung wie Olivenöl.

Neue Chipsstrasse, neuer Brenner

Die Zweifel-Chips sind so beliebt, dass die Produktion laufend gesteigert werden konnte. 2019 wurde deshalb eine zweite Frittierlinie in Betrieb genommen. Die neue Chipsstrasse umfasst Produktionsschritte vom Waschen über das Schneiden bis zum Frittieren, Salzen, Würzen, Aussortieren nicht perfekter Chips sowie Wiegen und Verpacken der perfekten Chips.

Der neue Brenner hat nebst der indirekten Erhitzung des Frittieröls über Wärmetauscher noch eine weitere Aufgabe: Er muss die beim Frittieren unweigerlich entstehenden Gerüche beseitigen, also die Abdämpfe der Frittieranlage nachverbrennen. Dieser Brüdendampf wird dem Brenner über die Verbrennungsluft zugeführt. Der Weishaupt-WK-Brenner feuert in einen Thermoölkessel. Thermoöl gewährleistet im Wärmetauscher einen regelmässigen Übertrag der Wärme an das Speiseöl und vermeidet lokale Überhitzungen.

Schweizer Zulieferer

Der Hersteller der neuen Frittierstrasse liess Zweifel beim Brenner die Wahl zwischen einem amerikanischen und einem deutschen Fabrikat. Zweifel entschied sich für den Weishaupt-Brenner, denn Weishaupt ist im Gegensatz zum «Amerikaner» in der Schweiz vertreten, und das erst noch in der Nähe, in Geroldswil. Und weil Zweifel mit dem Weishaupt-Brenner in der haus­eigenen Heizzentrale schon gute Erfahrungen gemacht hatte — problemloses Funk­tionieren, sehr guter, zuverlässiger Service —, fiel die Wahl leicht.

Dementsprechend ist die Strasse mit einem Weishaupt-WK-GL-502A-Duoblock-Gas/Öl-Zweistoffbrenner in der Ausführung ZMH, das heisst für Verbrennungslufttemperaturen bis 250 °C, ausgerüstet. Der Brenner ist bei Zweifel für eine Modulation von 690 bis 3560 kW einreguliert. Theoretisch wäre eine Leistungsobergrenze von 5000 kW möglich, die es aber hier nicht braucht. Die Chips sollen ja goldgelb werden, nicht schwarz.

Sparsamer Brennstoffverbrauch

Weishaupt-Industriebrenner der Baureihe WK sind nach dem Baukastenprinzip konstruiert, das heisst, Gebläse, Pump-und Vorwärmstation werden vom Brenner getrennt angeordnet. Dieses Konzept bietet eine hohe Flexibilität für die Anpassung an verschiedene Anwendungen sowie Anbausituationen.

WK-Brenner sind standardmässig mit der elektronischen Weishaupt-Verbundsteuerung W-100/200 ausgestattet. Die moderne Verbrennungstechnik erfordert eine präzise und stets reproduzierbare Dosierung von Brennstoff und Verbrennungsluft. Der feuerungstechnische Wirkungsgrad wird optimiert, Brennstoff wird eingespart. Bei Zweifel ist der Brenner über diese Verbundsteuerung in die fabrikeigene Steuerungsleitzentrale der Systeme eingebunden.

Die schönen, knusprigen Chips landen schliesslich in Mehrkopfwaagen mit 10 oder 14 Wiegezellen, die den Chipstüten die exakte Menge Chips zuordnen; bei Hochbetrieb werden pro Minute 100 Chipspäckchen abgefüllt und verschweisst — pro Jahr 75 Millionen Beutel oder 7000 Tonnen Chips plus Snacks und Popcorn. In Pakete abgefüllt, werden diese auf Paletten gestapelt und ins Hochregallager verfrachtet, dieses fasst bis zu 5376 Paletten auf 11 Ebenen.

Abwärme fürs Gebäude

Die Abwärme der beiden Chipsstrassen nutzt Zweifel nicht nur zur Beheizung des eigenen Gebäudes. Weil je nach Jahreszeit zu viel Wärme vorhanden ist, beliefert Zweifel über eine Fernleitung auch das Gebäude der benachbarten Firma Rhenus Logistics AG. Ist je nach Jahreszeit zu wenig Wärme vorhanden, kommt der Heizkessel unten im Zweifel-Haus zum Einsatz — eben der mit dem anderen älteren Weishaupt-Brenner.

zweifel.ch

(ID:47498497)