Genügend EMV ins Design bringen

Autor / Redakteur: Peter Wüthrich, Emitec  / Andreas Leu

Die heutige Zeit ist anspruchsvoll. Alles muss schneller entwickelt werden, und gleichzeitig darf die (Elektronik-Design-)Qualität auf keinen Fall darunter leiden.

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Peter Wüthrich, Geschäftsführer Emitec Messtechnik AG
Peter Wüthrich, Geschäftsführer Emitec Messtechnik AG
(Bild: Emitec Messtechnik AG)

Stellen Sie sich vor, Ihr Rasenmähroboter stellt plötzlich ab, weil Sie im Garten telefonieren, oder der gestrige Blitzeinschlag in der Nähe bringt den Roboter ganz aus dem Häuschen. Wieder einmal müssen dann aufwendige und teure Garantiearbeiten durchgeführt werden, oder man muss ganze Serien aus dem Markt zurückrufen. Im Industrie- und Medizinalumfeld — dort also, wo sehr viele Schweizer Unternehmen tätig sind — bestehen gar höhere Elektromagnetische Verträglichkeitsanforderungen. Werden diese Qualitätsanforderungen mit der EMV-Norm abgedeckt? EMV-Normen hinken meistens hinter dem tatsächlichen Umfeld her. In erster Linie stellen sie sicher, dass weltweit die «Levels» auf dem gleichen Stand sind beziehungsweise eingehalten werden. Damit versteht man, wie Prüfungen durchzuführen und welche Kriterien zu erfüllen sind. In manchen Fällen genügt es, die Elektronik zu entwickeln und am Schluss im Testhaus sicherzustellen, dass alles konform ist.

Probleme im Feld sind nur sehr schwer zu beheben

Und nun kommt das grosse Aber: Die Elektronik ist im steten Wandel, Teile sind nicht mehr lieferbar, Funktionalitäten fehlen oder funktionieren nicht korrekt, und der stetige Kostendruck führt zu Redesigns. Die Elektromagnetische Verträglichkeit ist daher nicht nur ein Einhalten der Konformität, sondern eben auch die Qualität, in der Ihre Firma die Produkte an Ihre Kunden bringen will. Manchmal ergibt es Sinn, mehr EMV-­«Abwehr» in die Elektronik einzubauen. Diese verteuert zwar das Design und verlängert die Entwicklungszeit. Der Gewinn ist aber, dass im harten Umfeld keine unerklärlichen Störungen verursacht werden.

Aber wie kann der Entwickler während der Entwicklungsphase sicherstellen, dass «genügend» EMV in seinem Design ist? Geht er erst am Schluss der Entwicklung ins Testhaus, kann er nach diesem Blindflug böse Überraschungen erleben. Es kann gar vorkommen, dass das Design zwar die Konformität erreicht (PASS), aber in der Serie — installiert im harten Umfeld — erst Probleme entstehen. Probleme, die im Feld nur sehr schwierig und aufwendig zu beheben sind.

Mit wenigen EMV-Tests bereits viel erreichen

Jeder Entwickler weiss: EMV ist Voodoo! Die einfachste und günstigste Methode, diese Effekte in den Griff zu bekommen, sind EMV-Tests in den einzelnen Phasen der Entwicklung. In den meisten Fällen kann man mit sehr wenigen EMV-Tests schon sehr viel erreichen. So kann z. B. mittels eines einfachen Burst-Generators die Elektronik quasi geimpft werden. Wenn der Burst-Puls die Elektronik zum Scheitern bringt, muss der Entwickler eine Abwehr entwickeln (somit wird die Elektronik geimpft). Ist nun das Design immun gegen Störungen von aussen, wird typischerweise weniger von der Elektronik an die Umwelt abgestrahlt.

Die Störfestigkeit und Emission kann man mit wenigen Messtechnikmitteln sehr gut in den Griff bekommen, ohne ein komplettes und teures EMV-Labor selber aufzubauen. Nun kann man am Schluss der Entwicklung beruhigt ins Testhaus gehen, da man mit grosser Sicherheit die EMV-­Eigenschaften der Elektronik kennt. Gerne zeigen Firmen wie Emitec persönlich auf, mit welchen Mitteln Firmen ihre Entwicklungszeit verkürzen, die Qualität erhöhen und das EMV-Know-how der Entwicklung damit erhöhen können.

emitec-industrial.ch

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