Stromversorgungslösungen und DC/DC-Wandler US-Sanktionen: Konsequenzen und Alternativen

Von Anne Richter 3 min Lesedauer

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In den letzten Wochen haben die USA ihre Haltung gegenüber Russland verschärft. Zahlreiche Unternehmen sind nun von strengen US-Sanktionen betroffen. Darunter fällt auch Mornsun, ein bekannter Anbieter von Stromversorgungslösungen und DC/DC-­Wandlern. Sebastian Fischer, Co-CEO Traco Power, spricht im Interview über Konsequenzen und Alternativen.

Die strengen US-Sanktionen können die Lieferketten erheblich beeinflussen.(Bild:  Adobe Stock)
Die strengen US-Sanktionen können die Lieferketten erheblich beeinflussen.
(Bild: Adobe Stock)

at: Welche Auswirkungen könnten diese Massnahmen auf die Lieferketten haben?

Sebastian Fischer: Die USA haben ihre Haltung gegenüber Russland verschärft und zahlreiche Organisationen, Einzelpersonen und Unternehmen, einschliesslich Mornsun, sind nun von strengen US-Sanktionen betroffen. Diese Sanktionen könnten die Lieferketten erheblich beeinträchtigen, insbesondere in Bereichen, die Stromversorgungslösungen für industrielle Anwendungen benötigen. Die Ausfuhrblockade von Mornsun-Produkten wird wahrscheinlich zu Verzögerungen und Kostensteigerungen führen. Betroffene Unternehmen müssen sofort vertrauenswürdige Alternativprodukte finden, was zu hohen Kosten und logistischen Herausforderungen führen kann. Langfristig könnte dies zu einer Diversifizierung und geografischen Verlagerung der Lieferketten führen, um das Risiko durch Handelsbeschränkungen zu minimieren.

Wie stark sind europäische Unternehmen von den neuen Sanktionen betroffen?

S. Fischer: Derzeit betreffen die Sanktionen ausschliesslich den US-Markt. Europäische Unternehmen sind jedoch betroffen, wenn ihre Systeme in den USA verwendet werden oder Bauteile von sanktionierten Firmen enthalten. Unternehmen, die von US-Sanktionen betroffen sind, laufen Gefahr, durch globale Blockaden im Zahlungsverkehr handlungsunfähig zu werden. Oft werden US-Sanktionen auch von der EU und der Schweiz übernommen, was den Import der betroffenen Komponenten verbietet. Für europäische Unternehmen wird die aktuelle Situation daher ähnliche Folgen haben wie für US-Unternehmen: Wichtige Schlüsselkomponenten können nicht mehr bezogen werden, und es müssen schnellstmöglich Alternativen gefunden werden, um die Produktion aufrechtzuerhalten.

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Wie trägt Traco Power zur Umsetzung der Sanktionen bei und welche Auswirkungen haben diese Sanktionen auf das Unternehmen?

S. Fischer: Die Sanktionen verdeutlichen die weitreichenden Konsequenzen bei Verstössen, wobei insbesondere die Kunden der sanktionierten Unternehmen betroffen sind, da sie keinen Zugriff auf wichtige Komponenten haben. Seit dem 28. Februar 2022 hat Traco Power alle Lieferungen und Geschäftsbeziehungen nach Russland, einschliesslich über Drittstaaten, vollständig eingestellt. In Übereinstimmung mit unserer Embargo-Politik und den Vorschriften zu Dual-­Use-Produkten befolgen wir strikt die geltenden Vorschriften zu Embargos und Exportkontrollen. Die Sanktionen haben daher keinen direkten Einfluss auf Traco Power. Wir konzentrieren uns darauf, betroffenen Unternehmen mit Ersatzprodukten und technischer Beratung zu helfen, um die Versorgungslücke zu schliessen.

Wie hat sich das Konzept der Second Source nach den durch die Covid-19-­Pandemie verursachten Lieferketten­störungen entwickelt?

S. Fischer: Die Covid-19-Pandemie hat die Verwundbarkeit globaler Lieferketten deutlich aufgezeigt, was das Interesse am Konzept der Second Source erheblich gesteigert hat. Viele Unternehmen haben ihre Beschaffungsstrategien überarbeitet, um ihre Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten zu reduzieren, was zu einer grösseren Diversifizierung der Lieferantenbasis und einer verstärkten Fokussierung auf lokale Beschaffung geführt hat.

Wie sollten Unternehmen strategisch vorgehen, um den Prozess der Second Source effektiv zu managen, insbesondere in Bezug auf technische Aspekte, Zertifizierungen und Einkauf?

S. Fischer: Die Etablierung von Second Sources ist entscheidend für stabile Lieferketten, auch wenn sie zusätzlichen Aufwand erfordert. Unternehmen sollten zunächst potenzielle, technisch versierte und zuverlässige Lieferanten durch eine umfassende Marktanalyse ermitteln. Besonders lokale Partner bieten Vorteile wie kürzere Lieferzeiten und geringere logistische Risiken. Technische Aspekte und Zertifizierungen sind dabei von grosser Bedeutung; neue Lieferanten müssen die bestehenden Qualitätsstandards erfüllen, was Schulungen und technische Anpassungen erfordern kann. Verträge sollten Flexibilität und Skalierbarkeit ermöglichen und Klauseln enthalten, die Qualität und Lieferfähigkeit sicherstellen. Um den Compliance-­Aufwand zu reduzieren, kann der Einsatz von Modulen gegenüber diskreten Lösungen hilfreich sein.

Wie hilft Traco Power seinen Kunden und Partnern, die Herausforderungen durch die Sanktionen zu bewältigen?

S. Fischer: Traco Power unterstützt betroffene Unternehmen proaktiv, indem es mehr als tausend alternative Produkte anbietet, die sofort verfügbar und einsatzbereit sind. Diese breite Produktpalette ermöglicht es den Unternehmen, reibungslos auf vertrauenswürdige und qualitativ hochwertige Lösungen umzusteigen, ohne Kompromisse bei Leistung oder Verfügbarkeit eingehen zu müssen. Unser Engagement für das Motto «Wir halten, was wir sagen» zeigt sich in unserer ständigen Bereitschaft, unseren Kunden auch in schwierigen Zeiten beizustehen und die Lieferkette stabil zu halten. Als führender Anbieter von Stromversorgungslösungen hat sich Traco Power durch vorausschauende Planung und typisch schweizerische Tugenden wie hohe Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit und Vertrauenswürdigkeit stets als verlässlicher Partner bewährt – sowohl in guten als auch in Krisenzeiten.

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