Die Fortschritte in der KI bergen neue Cyberrisiken, aber auch Chancen für Umwelt und Unternehmen. Dabei werden Ethik und Frameworks beim Einsatz von KI eine zentrale Rolle spielen.
Liz Centoni, Chief Strategy Officer bei Cisco, nennt fünf Technologiefelder, in denen KI im neuen Jahr verstärkt Einzug halten wird.
(Bild: Cisco)
KI-Technologien entwickeln sich in einem noch nie dagewesenen Tempo. Die Fortschritte Künstlicher Intelligenz, insbesondere der generativen KI (GenAI), eröffnen neue Möglichkeiten, die unsere Wirtschaft, Arbeits- und Lebensweisen massgeblich verändern werden. Der Cisco AI Readiness Index zeigt jedoch, dass zwar 92 Prozent der Schweizer Unternehmen über eine KI-Strategie verfügen oder sie entwickeln, aber nur 7 Prozent bestmöglich auf den Einsatz von KI vorbereitet sind. Liz Centoni, Chief Strategy Officer und EVP/GM of Applications bei Cisco, nennt fünf Technologiefelder, in denen KI im neuen Jahr verstärkt Einzug halten wird.
1) APIs vereinfachen die Nutzung von KI
Unternehmen haben einen wachsenden Bedarf, Daten, Automatisierung und Innovation schnell und einfach zu nutzen. Laut Cisco AI Readiness Index priorisieren allerdings nur 21% der Schweizer Unternehmen Budgets für die KI-Einführung gegenüber anderen Technologieinvestitionen. Eine Lösung wird die verstärkte Verwendung von Schnittstellen (API) sein. Über diese Abstraktionsebene werden im kommenden Jahr viele KI-Tools und -Services integriert werden. Solche «API-Abstraktionen» ermöglichen eine kostengünstigere Einbindung von KI in Geschäftsprozesse, ohne dass EntwicklerInnen tief in die technischen Details der KI-Einführung eingreifen oder eigene Large Language Models (LLM) entwickeln zu müssen. Durch den Zugriff auf eine Vielzahl von KI-Funktionen über APIs können sich wiederholende Aufgaben automatisiert werden und Entscheidungen auf besseren Datengrundlagen getroffen werden.
Ebenfalls werden sich 2024 APIs durchsetzen, die eine kundenindividuelle Umsetzung von KI ermöglichen. Unternehmen kombinieren dazu Schnittstellen verschiedener Anbieter und erzeugen damit KI-Lösungen für ihre individuellen Anforderungen. Die Verzahnung unterstützt zugleich die Zusammenarbeit mit externen KI-Experten, Start-ups und Forschungseinrichtungen. Aktuell sind bereits erste Modelle solcher kuratierten KI-Ökosysteme erkennbar – Modelle, die wir im kommenden Jahr häufiger erleben werden.
2) KI-gestützte Cyberangriffe erfordern Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft
2024 werden Unternehmen, Politik, NGOs und Zivilgesellschaft zunehmend durch KI-generierte Desinformation gefährdet sein. Laut dem Cybersecurity Readiness Index 2023 von Cisco sind nur 9% der Schweizer Unternehmen resilient genug, um gegen Cyberangriffe zu bestehen – und nur 25% haben überhaupt ein gutes Verständnis zu den verschiedenen Cyberbedrohungen durch KI. Technologieunternehmen und Regierungen werden darum 2024 gemeinsam daran arbeiten, Lösungen gegen KI-gestützte Bedrohungen wie Deepfakes, KI-Social-Bots oder geklonte Sprachaufnahmen zu schärfen und geeignete Cybersicherheitsmassnahmen zu implementieren. Auch werden Investitionen in die Risikoerkennung und das Training von KI-Modellen mit grossen Datensätzen zunehmen. Um Bedrohungen frühzeitig zu erkennen, müssen Unternehmen daher 2024 in fortschrittliche Sicherheitstechnologien investieren und dem Datenschutz höhere Priorität einräumen.
3) Generative KI hält vollständig Einzug in die Geschäftswelt – auch im B2B-Bereich
Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Unternehmen innerhalb des kommenden Jahres KI implementieren. Darum stehen 2024 natürliche, sprachliche Schnittstellen (NLIs) für neue Produkte im Fokus, die von GenAI unterstützt werden. Die Hälfte der neuen Produkte wird solche Interfaces standardmässig integriert haben. GenAI wird ebenso die Interaktionen im B2B-Geschäft verbessern, Schnittstellen und Dienste für Datenzugriffe bieten und in vielen Geschäftsanwendungen eingesetzt werden. Dies betrifft vor allem Unternehmensaufgaben, die Daten analysieren und visualisieren, beispielsweise im Projektmanagement, in der Bewertung von Softwarequalität oder der Analyse von Compliance-Feldern sowie bei HR-Aufgaben.
Es ist weiterhin abzusehen, dass spezialisierte KI-Modelle stärker in den Fokus rücken. Damit wird eine Verlagerung hin zu kleineren LLMs mit höherer Genauigkeit, Relevanz, Präzision und Effizienz gehen. So können beispielsweise LLaMA-7B-Modelle für Sprachaufgaben wie das Schreiben und Vervollständigen von Code oder die Klassifizierung von Bildern mit wenigen Aufnahmen («few-shotting») eingesetzt werden. Darüber hinaus wird die Multimodalität, bei der verschiedene Datentypen wie Bilder, Text, Sprache und numerische Daten kombiniert werden, die B2B-Anwendungsfälle in Bereichen wie Geschäftsplanung, Medizin und Finanzdienstleistungen erweitern und dort für kontinuierlich bessere Ergebnisse sorgen.
4) Verbesserte Energieeffizienz beim KI-Einsatz ist wichtiger denn je
Kleinere, auf spezifische Anwendungsfälle zugeschnittene KI-Modelle reduzieren schon 2024 im Vergleich zu generischen Systemen die Energiekosten beim Einsatz von KI. Diese speziellen Systeme werden auf hochpräzisen Datensätzen trainiert und erledigen die spezifischen Aufgaben deutlich effizienter. Im Gegensatz dazu müssen bei Deep-Learning-Modellen grosse Datenmengen verarbeitet werden, um Ergebnisse zu erzielen.
Weiterhin wird die stark wachsende Anwendung der Energievernetzung zu einer besseren Energieeffizienz beitragen. Gemeint ist die Kombination von Software Defined Networking mit Gleichstrom-Mikronetzen. Dies wird Unternehmen 2024 dabei helfen, den Energieverbrauch und die Emissionen genauer zu messen. Viele Funktionen in der IT und in intelligenten Gebäuden können mit IoT-Sensoren automatisiert und durch integrierte Energiemanagement-Fähigkeiten effizienter gestaltet werden.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
5) Ethik und Frameworks spielen eine zunehmende Rolle für KI
Die Einführung von KI ist ein bis heute einmaliger technologischer Wandel, der gleichermassen Innovationskraft und Vertrauen braucht. Allerdings: Laut Cisco AI Readiness Index fehlen bei 76% aller Unternehmen weltweit umfassende Richtlinien, die die Nutzung von KI regeln. Angesichts der Risiken von GenAI herrscht weitgehend Konsens, dass solche Richtlinien und eine freiwillige Selbstkontrolle der KI-Branche generell nötig sind.
Ebenfalls muss sichergestellt sein, dass Verbraucher Zugang zu ihren Daten und Kontrolle über sie behalten – ganz im Sinne der aktuellen EU-Datenverordnung. Dabei sind die Unternehmen selbst gefordert: Mit der wachsenden Bedeutung von KI-Systemen werden öffentlich verfügbare Daten für das Training der KI-Modelle bald nicht mehr ausreichen. Hochwertige Sprachdaten werden voraussichtlich vor 2026 erschöpft sein, sodass bald ein Umstieg auf private oder synthetische Daten notwendig wird. Das birgt allerdings das Risiko von unerlaubtem Zugriff und Datenschutz-Verletzungen. Die Verantwortlichen für den Einsatz für KI werden sich darum zu mehr Transparenz und Vertrauensarbeit in Bezug auf die Entwicklung, Nutzung und die Ergebnisse von KI-Systemen verpflichten.
Gerade Technologieunternehmen werden sich im kommenden Jahr darauf einstellen müssen, ein neues Mass an Offenheit zu zeigen – beispielsweise, welche Governance-Prozesse die interne Entwicklung, Anwendung und Nutzung von KI steuern. Sind sie in der Breite nicht in der Lage, einen vertrauenswürdigen Umgang mit KI glaubhaft nachzuweisen, wird auch der ordnungspolitische Rahmen im kommenden Jahr enger gefasst werden.