Die kurzwellige Infrarotspektroskopie (SWIR) bietet einen vielversprechenden Ansatz für die quantitative Glukosemessung in biologischen Flüssigkeiten und Geweben. Die grössere molekulare Spezifität, grössere Eindringtiefe und stärkere Absorptionseigenschaften der SWIR führen zu einer höheren Analysegenauigkeit. Doch es gibt Einschränkungen.
Spektroskopische Glukosemessung mit Infrarotsktroskopie ermöglicht regelmässigere Messungen ohne körperliche Belastung.
(Bild: Endrich)
Insulinabhängiger Diabetes ist eine grosse globale Gesundheitsbedrohung, von der weltweit über 537 Millionen Erwachsene betroffen sind, wobei bis 2045 ein deutlicher Anstieg dieser Zahl zu erwarten ist. Die nicht-invasive Glukoseüberwachung ist für die Diabetesbehandlung unerlässlich, doch herkömmliche Methoden wie Bluttests durch Fingerstiche sind unangenehm für den Patienten und stellen ein Infektionsrisiko dar.
Diese Einschränkungen haben zu einem zunehmenden Interesse an der optischen spektroskopischen Glukosemessung geführt, insbesondere an der kurzwelligen Infrarotspektroskopie (SWIR), die einen vielversprechenden Ansatz für die quantitative Glukosemessung in biologischen Flüssigkeiten und Geweben bietet. Die SWIR-Spektroskopie arbeitet im Spektralbereich von 700–2500 nm, indem Glukose starke Oberwellenabsorptionsbanden aufweist, was eine quantitative Detektion in komplexen biologischen Umgebungen ermöglicht.
Im Vergleich zur Nahinfrarotspektroskopie (NIR), die für die Glukosemessung bereits umfassend erforscht wurde, bietet SWIR eine grössere molekulare Spezifität, eine grössere Eindringtiefe und stärkere Absorptionseigenschaften, was zu einer höheren Analysegenauigkeit führt.
Relevanz auch auch im nichtmedizinischen Bereich
Über biomedizinische Anwendungen hinaus ist die Glukosequantifizierung ebenso relevant in nicht-medizinischen Bereichen wie der Lebensmittelwissenschaft, der Biotechnologie und der industriellen Überwachung. Glukose ist ein wichtiger Bestandteil von Lebensmitteln. Ihre Messung ist für die Bewertung des glykämischen Indizes, der Lebensmittelqualitätskontrolle, der Überwachung der Fermentation und der industriellen Bioverarbeitung unerlässlich. Bei einer Wellenlänge von 1050 nm erreicht die biologische Eindringtiefe von SWIR ihren Höhepunkt.
Die spektrale Empfindlichkeit der menschlichen Haut ist durch Spitzen und Täler gekennzeichnet. Die Reflektivität der menschlichen Haut ist bei einer Wellenlänge von 1050 nm mit ca. 50 bis 60 % relativ hoch und bei einer Wellenlänge von 1450 nm mit ca. 5 bis 10 % relativ niedrig.
Die optische, spektroskopische Glukosemessung mit kurzwelliger Infrarotspektroskopie (SWIR) versucht, den Glukosegehalt im Blut nicht-invasiv aus der Wechselwirkung von Licht mit Gewebe zu bestimmen. Die grundlegende Idee dabei ist, dass Moleküle das Licht bei spezifischen Wellenlängen absorbiert und dass Glukose im SWIR-Bereich charakteristische Vibrationsbanden besitzt.SWIR nutzt Obertöne und Kombinationsbanden der fundamentalen Molekülschwingungen, die bei Glukose eindeutig sind. Der Detektor misst die spektrale Intensität nach dem Durchgang oder der Reflexion durch das Gewebe und versucht daraus den Glukoseanteil zu extrahieren.
Typische SWIR-Systeme bestehen aus einer Lichtquelle. Diese kann ein Laser oder breitbandige SWIR-LEDs sein. Die Messmethode kann transmittiv z.B. am Ohrläppchen oder reflektiv am Finger, am Arm oder an der Handfläche sein. Die Detektion erfolgt über InGaAs-Sensoren, Spektrometer oder bei günstigen Systemen mit Photodiodenarrays.
Glukose ist schwer zu messen, da die Glukoseabsorptionsbande sehr schwach ist und häufig überlagert von Wasser, Lipiden, Proteinen und Kollagen ist. Darüber hinaus wird die Messung stark beeinflusst durch Faktoren wie Hautdicke, Blutfluss, Hydratation, Temperatur, Streuung und Melanin. Daher braucht man statistische Modelle und Kalibrierung per Machine Learning. Die Kalibrierung ist individuell pro Person erforderlich, was der häufigste Grund für das Scheitern kommerzieller Geräte ist. Sie driftet über die Zeit durch Hautveränderung, Hydratation und Alter.
Theoretisch ist SWIR am vielversprechendsten unter allen optischen Methoden aber praktisch bleiben Fehler, die für eine medizinische Zulassung zu hoch sind. Gute Laboraufbauten kommen deutlich besser zurecht, aber sind meist nicht alltagstauglich. Das Grundproblem ist, dass Glukose ein schwacher Absorber ist und Gewebe ein hochkomplexes Streumedium.
Trotzdem wird weiter geforscht, da SWIR viele Vorteile bietet. Es besitzt höhere Glukose-spezifische Absorptionsbanden als im NIR und eine geringere Interferenz durch Melanin. Zudem werden InGaAs-Sensoren günstiger und die KI-basierte Entmischung multidimensionaler Spektren wird besser.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.