(Noch) kein Licht am Ende des Tunnels Tech-Industrie: Weiterhin keine Erholung und grosse Risiken

Von Swissmem 2 min Lesedauer

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Die Schweizer Tech-Industrie (Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie sowie verwandte Technologiebranchen) hat ein enttäuschendes Geschäftsjahr 2024 hinter sich. Im Vergleich zu 2023 reduzierten sich die Umsätze um -4,6 Prozent und die Exporte um -3,1 Prozent. Die Auftragseingänge stagnierten auf Vorjahresniveau.

Stefan Brupbacher, Direktor bei Swissmem(Bild:  Andreas Leu)
Stefan Brupbacher, Direktor bei Swissmem
(Bild: Andreas Leu)

Hauptgrund ist das weltweit schlechte Investitionsklima. Die künftige Entwicklung der Branche hängt davon ab, wie stark die Schweiz von den sich akzentuierenden Handelskonflikten betroffen sein wird. Flächendeckende Zölle der USA gegenüber der Schweiz und der EU hätten dramatische Folgen. Der Bund muss nun die Freihandelsoffensive beschleunigen und die Abkommen mit Indien und Thailand rasch ratifizieren, neue Verträge mit dem Mercosur und den USA konsequent anstreben sowie die Verträge mit China und Mexiko aktualisieren. Ein Abschuss der Bilateralen III würde ausserdem langfristig stabile Rahmenbedingungen für den Handel mit der EU, dem mit Abstand wichtigsten Partner, garantieren.

Die Umsätze in der Schweizer Tech-Industrie sanken 2024 im Vergleich zum Vorjahr um -4,6%. Im vierten Quartal 2024 betrugen die Rückgänge gegenüber der Vorjahresperiode sogar -5,7%. Die Auftragseingänge stagnierten 2024 auf dem Niveau des Jahres 2023 (+0,1%). Immerhin nahmen sie im vierten Quartal 2024 gegenüber dem Vorjahresquartal leicht zu (+1,3). Die Kapazitätsauslastung erreichte im vierten Quartal 2024 81,3% und lag deutlich unter dem langjährigen Mittel von 86,2%. Die starke Zunahme der Kurzarbeit widerspiegelt sinkende Auslastung die in den Betrieben der Tech-Industrie. Die Anzahl Mitarbeitende betrug vierten Quartal 2024 329'000. Das sind 0,5% weniger als im Vorquartal.

Weiterhin sinkende Güterexporte

Die Güterexporte der Tech-Industrie gingen 2024 im Vergleich zum Vorjahr um -3,1% zurück und erreichten einen Wert von 68,3 Milliarden Franken. Bei den wichtigsten Warengruppen reduzierten sich die Exporte bei den Metallen um -6,2%, im Maschinenbau um -4,9% und bei den Präzisionsinstrumenten um -2,1%. Einzig in der Elektrotechnik / Elektronik erfolgte ein leichtes Exportwachstum (+1,3%). Bei den grössten Absatzmärkten stiegen nur die Ausfuhren nach Indien (+9,4%) und in die USA (+3,9%). Diese Zunahmen vermochten jedoch die Exportrückgänge in die EU (-5,6%) nicht zu kompensieren. Die Ausfuhren nach Asien stagnierten (-0,2%).

Grosses Schadenspotenzial bei flächendeckenden US-Zöllen

Derzeit gibt es kaum Anzeichen für eine Erholung in der Schweizer Tech-Industrie. Aufgrund der diversen Handelskonflikte ist die Verunsicherung gross und das Investitionsklima weltweit schlecht. Die künftige Entwicklung in der Tech-Industrie hängt wesentlich davon ab, wie stark die Schweiz von den sich akzentuierenden Handelskonflikten betroffen sein wird. Stefan Brupbacher, Direktor Swissmem, ist besorgt: «Das Worst-Case-Szenario wären flächendeckende US-Zölle, auf welche die EU reziprok reagieren und dabei die Schweiz als Drittland behandeln würde. Damit wären bis zu 70 Prozent der Exporte der Schweizer Tech-Industrie betroffen. Das hätte dramatische Folgen.» Wachstumsimpulse erwarten die Betriebe aus Indien, China und vor allem aus den USA. Falls die USA jedoch ihre Zölle massiv erhöhen, würden diese Impulse im Keim erstickt.

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