Wenn IT-Architektur zum Risiko wird Warum moderne Systeme im Ernstfall den Datenzugriff blockieren können

Von Data Reverse 2 min Lesedauer

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Moderne IT-Infrastrukturen gelten als stabil, leistungsfähig und hochverfügbar. In der Praxis zeigt sich jedoch zunehmend eine andere Realität: Je stärker Systeme integriert, automatisiert und abstrahiert sind, desto grösser werden die Abhängigkeiten im Störungsfall. Die Data Reverse Datenrettung beobachtet vermehrt Schadensszenarien, bei denen nicht fehlende Vorsorge, sondern die Systemarchitektur selbst den Zugriff auf Daten verhindert.

Servergang in einem Rechenzentrum als Symbol für komplexe IT-Architekturen und Abhängigkeiten (Bild:  Data Reverse)
Servergang in einem Rechenzentrum als Symbol für komplexe IT-Architekturen und Abhängigkeiten
(Bild: Data Reverse)

Wenn Komfort zur Abhängigkeit wird

Zentrale Speichersysteme, softwaredefinierte Infrastrukturen und proprietäre Plattformen versprechen Effizienz und einfache Verwaltung. Gleichzeitig bündeln sie Daten, Logik und Zugriff zunehmend in geschlossenen Systemen. Fällt eine dieser Komponenten aus, kann der Zugriff auf geschäftskritische Informationen vollständig blockiert sein.

Besonders in komplexen Server- und RAID-Umgebungen zeigt sich im Ernstfall, wie stark Daten an Controller, Firmware und systemspezifische Logiken gebunden sind.

«Viele IT-Umgebungen funktionieren reibungslos – solange genau das System verfügbar ist, an das alles gekoppelt ist», erklärt die technische Analyse von Data Reverse. «Im Ausfall wird deutlich, wie abhängig der Zugriff von einzelnen Architekturentscheidungen ist.»

Black-Box-Systeme erschweren die Wiederherstellung

In der täglichen Praxis stösst Data Reverse zunehmend auf sogenannte Black-Box-Architekturen. Dabei handelt es sich um Speicherlösungen, bei denen Datenstrukturen, Metadaten und Zugriffspfade ausschliesslich durch das Originalsystem interpretiert werden können.

Typische Risikofaktoren sind:

  • proprietäre Speicher- und RAID-Logiken
  • hardwaregebundene Verschlüsselung
  • fehlende Transparenz über interne Datenstrukturen
  • enge Kopplung von Storage, Virtualisierung und Zugriffsebene

Gerade NAS-Systeme mit herstellerspezifischer Speicherlogik bündeln Komfort und Abhängigkeit in einer Weise, die im Schadensfall den Zugriff erheblich erschweren kann.

Vendor Lock-in als technisches Risiko

Was im laufenden Betrieb als Komfort empfunden wird, entwickelt sich im Ausfall häufig zum Vendor Lock-in. Ohne funktionierende Originalhardware oder kompatible Ersatzsysteme bleibt der Zugriff auf Daten blockiert – unabhängig davon, wie aktuell Sicherungen sind.

«Der Lock-in entsteht nicht erst beim Anbieterwechsel, sondern bereits im Systemdesign», so Data Reverse. «Daten, die nur in einer Umgebung interpretierbar sind, stellen im Ernstfall ein erhebliches Risiko dar.»

Zugriffsfähigkeit als architektonische Aufgabe

Mit der steigenden Komplexität moderner IT-Landschaften verändert sich auch die Risikobetrachtung. Entscheidend ist nicht allein, ob Daten gespeichert sind, sondern ob sie unter realen Ausfallbedingungen tatsächlich wieder zugänglich gemacht werden können.

Data Reverse empfiehlt, IT-Architekturen regelmässig darauf zu prüfen,

  • wie stark Daten an einzelne Systeme gebunden sind,
  • ob Wiederherstellungsprozesse realistisch getestet wurden,
  • und welche Abhängigkeiten bewusst akzeptiert oder ungewollt entstanden sind.

Fazit

Moderne IT ist leistungsfähig. Sie wird jedoch dann zum Risiko, wenn Zugriff, Logik und Daten untrennbar an ein einzelnes System gebunden sind.

Wer IT-Risiken realistisch bewerten will, muss Architektur nicht nur als Komfort-, sondern auch als potenziellen Risikofaktor verstehen. Zugriffsfähigkeit entsteht nicht automatisch – sie ist das Ergebnis bewusster Systementscheidungen.

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