Digitale Prozesskette vom Schaltplan bis zur Montage Weltweit erster KI-generierter Schaltschrank

Quelle: Phoenix Contact 3 min Lesedauer

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Auf der SPS 2025 präsentierten WSCAD, Phoenix Contact, ABB und häwa den weltweit ersten KI-generierten Schaltschrank und zeigte die digitale Prozesskette vom Schaltplan bis zur Montage. Phoenix Contact fertigte für das Projekt den Demonstrator.

Der KI-generierte Demonstrationsschrank, der auf der SPS 2025 erstmals gezeigt wurde, entstand als Gemeinschaftsprojekt von WSCAD, ABB, Phoenix Contact und häwa.(Bild:  Phoenix Contact)
Der KI-generierte Demonstrationsschrank, der auf der SPS 2025 erstmals gezeigt wurde, entstand als Gemeinschaftsprojekt von WSCAD, ABB, Phoenix Contact und häwa.
(Bild: Phoenix Contact)

Phoenix Contact übernahm die Fertigung des Schranks und brachte dabei seine Expertise in der Detailplanung und Produktion ein. Das Projekt demonstriert die digitale Prozesskette vom Schaltplan bis zur Montage – ein Meilenstein für den Schaltschrankbau der Zukunft. Grundlage bilden hochwertige Produktdaten aus wscaduniverse.com.

Sophia Hardeck, Director Product Marketing Industrial Cabinet Solutions bei Phoenix Contact, betont: «Die Zukunft des Schaltschrankbaus liegt in der intelligenten und effizienten Verbindung von Daten aus dem Engineering mit der manuellen wie automatisierten Fertigung. Die Kombination der Engineering-Kompetenz von WSCAD und unserem Know-how in der Detailplanung und Fertigung schafft dabei echten Mehrwert für unsere Kunden» und Manfred Lindert, Head of Dept. Marketing Data Management bei ABB GmbH, betont die Bedeutung digitaler Produktinformationen: «Digitale Produktdaten haben bei ABB einen hohen Stellenwert. Aus diesem Grund stellen wir diese Daten auf der Plattform wscaduniverse.com bereit und bauen unser digitales Portfolio kontinuierlich aus.»

Premiere auf der SPS 2025

WSCAD hat auf der SPS 2025 erstmals live demonstriert, wie sich mit KI-Unterstützung in der Konstruktions-Software Electrix AI 2026 aus einem digitalen Schaltplan automatisch ein fertigungsgerechtes Schaltschrank-Layout erzeugen lässt – und wie dieses Layout anschliessend als realer Schaltschrank umgesetzt wird. Fachbesucherinnen und Fachbesucher konnten so direkt nachvollziehen, wie künstliche Intelligenz den Engineering- und Fertigungsprozess im Steuerungs- und Anlagenbau erstmals massgeblich beschleunigt und vereinfacht.

Grundlage dieser Innovation sind die KI-Funktionen von Electrix AI 2026, die sich in drei Stufen beschreiben lassen:

  • AI Copilot als Interaktionsschnittstelle: Er nimmt Anweisungen und Fragen entgegen und liefert Ergebnisse in einem Bruchteil der bisher üblichen Zeit.
  • Automatisierte Layout-Generierung: Eigene KI-Modelle analysieren Schaltpläne, erkennen Komponenten, wählen Montageplatte und Hutschienen und platzieren die Geräte. Die Modelle lernen aus Projekten der Anwender und erzeugen in Sekunden ein fertigungstaugliches Layout.
  • Digitalisierung bestehender Dokumentationen: Die KI erkennt beim Import eingescannter Papier- oder PDF-Unterlagen Symbole, ordnet Komponenten zu, holt sich Komponentendaten, identifiziert Verbindungen und rekonstruiert den kompletten Schaltplan.

Aufgaben, die bislang viele Arbeitsstunden beanspruchten, lassen sich so mit Hilfe der KI in kurzer Zeit automatisieren – mit entsprechend positiven Effekten auf Durchlaufzeiten und Arbeitsbelastung.

Digitale Prozesskette in der Praxis

Im Prozessablauf werden zunächst die Klemmenleisten während des Aufbaus an die Software clipx Engineer übergeben und dort automatisch vervollständigt. Nach Rückimport in Electrix AI entstehen Materiallisten sowie Klemmen- und Verdrahtungspläne, die den weiteren Fertigungsschritten zugrunde liegen.

Beschriftungsdaten generiert die Marking system Software, sie druckt auch die Betriebsmittelkennzeichen und stellt eine konsistente Kennzeichnung aller Bauteile sicher. Verdrahtungsinformationen werden an clipx Wire assist übertragen. Die Software unterstützt das halbautomatisierte Zuschneiden, Abisolieren, Crimpen und Beschriften der Drähte und führt die Ausführenden durch den gesamten Prozess. In kurzer Zeit entsteht ein komplett verdrahteter Schaltschrank. Am Stand von häwa war zudem ein 3D-Modell des Schranks zu sehen. Über eine VR-Brille konnten Besucherinnen und Besucher die spätere vollständige Ausstattung virtuell erleben.

Partnerprojekt zeigt Potenzial digitaler Wertschöpfung

Christian Rathgeber, Teamlead Business Development bei WSCAD, hebt die Bedeutung des gemeinsamen Auftritts hervor: «Wir freuen uns besonders, dass wir zusammen mit unseren Partnern den Schaltschrankbau von morgen live zeigen konnten und können.» Aus seiner Sicht liegen die Vorteile auf der Hand: «Ein KI-generierter Schrank und die durchgängige Nutzung der erzeugten Daten für Beschriftungssysteme, Drahtherstellung, Schrankgehäuse und Montageplatten spart Zeit und reduziert Fehler.»

Mit dem Gemeinschaftsprojekt präsentierte WSCAD auf der SPS 2025 eine marktreife Lösung für einen intelligenten und vollständig digitalisierten Engineering- und Fertigungsprozess. Die Besucherinnen und Besucher der Messe konnten live verfolgen, wie aus Planungsdaten innerhalb weniger Minuten ein vollständiger Schrankaufbau entsteht – präzise, transparent und zukunftsweisend durchgängig digital.

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