Wie weit sind Schweizer Unternehmen, wenn es um die Etablierung einer zukunftsfähigen IIoT-Infrastruktur geht? Führen sie als IIoT-Champions das Feld an oder gibt es noch bestimmte Bereiche, in denen Nachholbedarf besteht?
Im Industrial Internet of Things, kurz IIoT, ist alles miteinander vernetzt: nicht nur Maschinen, sondern auch Sensoren und Kontrollmechanismen für Qualität, Wartung und Sicherheit.
(Bild: Gerd Altmann, Pixabay)
Im sogenannten Industrial Internet of Things, kurz IIoT, ist alles miteinander vernetzt. Nicht nur Maschinen, die bereits teil- oder vollautomatisch funktionieren, spielen hier eine wichtige Rolle. Auch Sensoren und Kontrollmechanismen für Qualität, Wartung und Sicherheit steuern Informationen bei, die dabei helfen können, einzelne Prozesse besser zu überwachen und Optimierungspotenziale schneller zu erkennen. Mithilfe von IIoT-Daten lassen sich zum Beispiel Wartungskosten minimieren, aber auch Produkte und Abläufe können nachhaltig verbessert werden, zum Beispiel weil unnötige Zeit- und Materialverschwendung erkannt oder ein alternativer Rohstoff gefunden wird, der die Herstellung zu niedrigeren Kosten ermöglicht. Um herauszufinden, wie viele Unternehmen hier bereits den Vorsprung aufbauen konnten, den das IIoT in der Theorie verspricht, hat Snowflake insgesamt 250 IT-Entscheider aus der DACH-Region befragt, 50 davon aus der Schweiz.
Das Ergebnis: Die wichtige Rolle, die dieses Thema schon heute für die Produktion spielt, haben die meisten bereits erkannt. Tatsächlich sind viele Schweizer Unternehmen mit ihrer derzeitigen Entwicklung aber noch unzufrieden – und sie hinken im Vergleich zu Deutschland und Österreich in einigen Aspekten deutlich hinterher. Während beispielsweise fast zwei Drittel der österreichischen und immerhin die Hälfte der deutschen IT-Entscheider die eigene IIoT-Infrastruktur als überdurchschnittlich gut bewerteten, sagten dies in der Schweiz gerade einmal vier von zehn.
Grund dafür könnte vor allem die Tatsache sein, dass inzwischen zwar viele Schweizer Produktionsfirmen dazu in der Lage sind, ihre IIoT-Daten in Echtzeit abzurufen und innerhalb der eigenen Abteilung zu teilen – alles, was darüber hinausgeht und für eine vollwertige Nutzung der Daten so wichtig wäre, fällt ihnen allerdings noch deutlich schwerer. Nur 28 Prozent der Befragten gaben an, IIoT-Daten auch über die Abteilung hinaus im Unternehmen beziehungsweise über die gesamte Lieferkette hinweg zugänglich machen zu können. Dadurch verbleiben auch heute noch gewisse blinde Flecken. Diese erschweren es ihnen, innerhalb kurzer Zeit neue Erkenntnisse zu gewinnen und darauf basierende Optimierungsmassnahmen einzuleiten. Ebenso kann es vorkommen, dass Analysen und daraus abgeleitete Erkenntnisse nur teilweise richtig oder sogar falsch sind, weil nicht alle Informationen, die sich darauf auswirken, einbezogen werden konnten.
Das hat zur Folge, dass IIoT-Daten in der Schweiz bisher noch bei der Minderheit der Unternehmen standardmässig zum Einsatz kommen, um beispielsweise die Wartung von Maschinen oder die Produktionsabläufe zu optimieren. 46 Prozent und damit die meisten der Schweizer IT-Entscheider:innen gaben an, dass sie mithilfe der gewonnenen IIoT-Daten in der Lage waren, die eigene IIoT-Infrastruktur zu verbessern. Produktverbesserungen landen mit 44 Prozent auf dem zweiten und die Reduzierung der Wartungskosten mit 42 Prozent auf dem dritten Platz. Dass IIoT-Daten genutzt werden, um Produktionsprozesse zu verbessern, ist bisher nicht einmal bei einem Drittel der Unternehmen der Fall.
Viele Hürden trotz hoher Priorisierung
In der Schweiz scheinen Unternehmen die Etablierung eines zukunftsfähigen IIoTs vergleichsweise hoch zu priorisieren – zumindest gaben nur 22 Prozent der befragten IT-Entscheider:innen an, dass ihnen eine zu niedrige Priorisierung im Weg stehen würde. Zum Vergleich: In Deutschland sagt dies immerhin mehr als ein Drittel. Doch woran liegt es, dass Schweizer Produktionsfirmen hinterherhinken, obwohl sie doch längst wissen, welchen Wettbewerbsvorteil IIoT-Daten ihnen bieten?
Tatsächlich ist die Erkenntnis selbst nur die halbe Miete, denn auch abseits der Priorisierung gibt es zahlreiche Fallstricke, über die Unternehmen auf dem Weg zur optimal genutzten IIoT stolpern können. Während in den beiden Nachbarländern Deutschland und Österreich vor allem der Mangel an IIoT-geschultem Personal beklagt wird, hat die Schweiz eher mit dem Fehlen von Fachkräften zu kämpfen, die im Bereich Data und Analytics über ausreichend Kenntnisse verfügen. Für 40 Prozent der IT-Entscheider:innen landete diese Hürde in der Befragung auf Platz eins, dicht gefolgt von Sicherheitsbedenken bei der Vernetzung einzelner Komponenten mit 38 Prozent. Im Ländervergleich hat die Schweiz demnach die meisten Probleme im Bereich Security & Governance. In Deutschland gab dies gerade einmal ein gutes Fünftel der Befragten als Herausforderung auf dem Weg zur optimalen IIoT-Infrastruktur an.
Stand: 08.12.2025
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Eine Investition, die sich bezahlt macht
Die Perspektive der IT-Verantwortlichen ist in vielen Fällen noch immer zu einseitig. Sie richtet sich nach innen – nämlich auf die Produktionsabteilung selbst. Das ist einer der wesentlichen Gründe, weshalb es den produzierenden Unternehmen in der Schweiz nach wie vor schwerfällt, Daten darüber hinaus zugänglich zu machen. Daran muss sich jedoch dringend etwas ändern, um diese Informationen in einen grösseren Kontext setzen und neue Erkenntnisse gewinnen zu können. Ob und inwiefern sich ein Produkt oder ein bestimmter Prozess verbessern lässt, hängt nämlich oft nicht nur von Internem ab. Ganz im Gegenteil: Die Antwort auf diese Frage ergibt sich aus einem komplexen Zusammenspiel verschiedener Faktoren, die genauso auch Lieferanten und Kunden betreffen. Um IIoT-Daten, die aus ganz unterschiedlichen Quellen stammen können, nicht nur innerhalb des gesamten Unternehmens, sondern auch allen wichtigen Akteuren darüber hinaus zugänglich machen zu können, braucht es eine zentrale «Single Source of Truth», in der alle Daten gebündelt zusammenlaufen. Diese zu etablieren, ist mit einem gewissen Kraftakt verbunden – dieser zahlt sich allerdings schnell aus. Laut dem «Data Economy Benchmark»-Report von Snowflake konnten mehr als drei Viertel der Unternehmen, die einen datengesteuerten Ansatz verfolgen, in den letzten drei Jahren ein positives Umsatzwachstum verzeichnen. Bei Unternehmen, die nicht in der Lage sind, ihre Daten über die gesamte Lieferkette hinweg zu teilen und darauf basierend Entscheidungen zu treffen, lag dieser Wert bei nur 36 Prozent.
Blick in eine positive Zukunft
Für IIoT-Daten gibt es gleich mehrere gute Nachrichten: Bei Unternehmen, die in der Schweiz ansässig sind, müssen sie kein Schattendasein führen. Stattdessen haben diese längst erkannt, wie wichtig die zielgerichtete Nutzung für sie ist. Und mehr noch als das, denn sie haben sich bereits Ziele gesetzt, um diese noch besser einbinden zu können, damit sie in der Lage sind, Schritt für Schritt zu ernst zu nehmenden Playern der Data Economy heranzureifen. So haben sich zusätzliche 22 Prozent der Unternehmen vorgenommen, im Laufe der kommenden zwölf Monate ebenfalls in der Lage sein zu wollen, IIoT-Daten innerhalb der eigenen Abteilung zu teilen – unter Berücksichtigung derer, die dies bereits können, lägen die Schweizer Produktionsunternehmen dann bei mehr als 76 Prozent. Und auch wenn es darum geht, Daten darüber hinaus zur Verfügung zu stellen, sind die Pläne ambitioniert: Etwa ein Drittel aller IT-Experten gab an, im nächsten Jahr in der Lage sein zu wollen, Daten auch innerhalb des kompletten Unternehmens sowie über die gesamte Lieferkette hinweg teilen zu können. Wie sich zeigt, steht die Schweizer Wirtschaft derzeit am Scheideweg und es ist erfreulich zu sehen, wie viele Produktionsfirmen sich dazu entschieden haben, zukünftig als echte IIoT-Champions in der Data Economy mitspielen zu wollen.