Im Bereich Material Handling ist die Elektrifizierung gerade in den mobilen Anwendungen ein zunehmender Trend. Elektrische Antriebe sind dynamisch, effizient, leistungsstark und vor allem zuverlässig. Sie eignen sich damit für Stapler, Fahrerlose Transportfahrzeuge (FTS) oder für Hubwagen.
Plug-and-play für fahrerlose Transportsysteme – der effiziente Radnabenantrieb TDH230i mit elektrischer Lenkung ermöglicht präzises und sicheres Manövrieren.
(Bild: ABM Greiffenberger)
In einem Logistikzentrum und drumherum bewegt sich viel – und überall sind dafür Antriebe erforderlich. Das fängt schon damit an, dass Mitarbeitende mit Elektrobussen zur Arbeit kommen. Lkw transportieren Waren zur Annahmestelle – hier sind Antriebe für Nebenaggregate wie Hydraulikpumpen, Kompressoren und Lüfter gefragt. Docken die Fahrzeuge an, öffnen und schliessen sich Rolltore, damit die Mitarbeitenden be- oder entladen können. Per Hubwagen, Stapler oder FTS gelangt die Ware zu Paletten- und Staurollenförderern, die sie ins Hochregallager bringen. Zum Einsatz kommen ergonomische Hebehilfen für das Warenhandling und Maschinen für die Reinigung der Hallenböden. «Wir liefern für all diese Anwendungen die passenden Motoren, Getriebe, Bremsen und Umrichter – aus einer Hand», erläutert Michael Lühmann, Leiter Vertrieb & Marketing bei ABM Greiffenberger. «Damit sind wir Systemlieferant für die komplette Intralogistik.»
Der Antriebsspezialist bietet für den mobilen Bereich einbaufertige Systeme nach dem Plug-and-play-Prinzip, die modular innerhalb eines Plattformkonzepts zur Verfügung stehen. «Damit können wir Getriebeübersetzung und Motorgrösse zusammen mit Bremsen und Sensoren einfach kombinieren und so Kundenapplikationen optimieren. Die fertigen Lösungen lassen sich in die unterschiedlichen Fahrzeugtypen integrieren», berichtet Lühmann. Das ist keine Selbstverständlichkeit auf dem Markt.
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ABM Greiffenberger kann im mobilen Bereich mit seinen Lösungen die Funktionen Fahren, Heben und Lenken komplett abdecken. Sie erfüllen zudem strenge Umwelt- und Emissionsauflagen, sind besonders sicher und erlauben feinfühlige Bewegungen auch bei kleinen Drehzahlen. «Wir reagieren damit auf einen wachsenden Markt. Denn die Elektrifizierung bei mobilen Anwendungen in der Intralogistik schreitet zunehmend voran», sagt Michael Lühmann. Elektrische Antriebssysteme sind nachhaltiger und effizienter. Sie laufen zuverlässig und ruhig, sind dynamisch, langlebig und bieten Sicherheit. Daher ist es nur logisch, dass elektrische Antriebe vermehrt in vielen Anwendungen eingesetzt werden.
Radnabenantriebe mit elektrischer Lenkung
Der Antriebsspezialist bietet drei Getriebetypen für mobile Anwendungen an – dazu gehören die robusten Radnabenantriebe der Baureihe TDH. Diese sind äusserst kompakt, weil die Antriebskomponenten in das Antriebsrad integriert sind. Der Anwender profitiert von hohen statischen und dynamischen Aufstandskräften. Mit den grossen Radmomenten bei kleinen Drehzahlen kann er damit etwa Paletten-Hubwagen, Hubarbeitsbühnen, FTS oder Reinigungsmaschinen präzise manövrieren und für Steigungen einsetzen. «Wir bieten die Radnabe auch in elektrisch gelenkter Ausführung an», erläutert Dipl. Ing. Mayk Krüger, Leiter Mobile Antriebstechnik. Mit ihrer geringen Bauhöhe eignet sich diese Version ideal für Stapler und Fahrerlose Transportsysteme. Der Anwender profitiert mit der elektrisch gelenkten Radnabe von einer exakt steuerbaren und effizienten AC-Motortechnologie. Sie bringt ein Drehmoment von bis zu 300 Nm auf das Rad und besitzt ein Antriebsmoment von 360 Nm. Die redundante Lenksensorik ermöglicht präzises Lenken. Der Antrieb ist zudem langlebig, wartungsfrei und hoch belastbar.
Kegelradgetriebe: innovatives Plattformkonzept
Mit den Kegelradgetrieben der Baureihe TDB für Radgrössen von 230 und 254 mm hat der Systemanbieter effiziente Komponenten im Programm, die leistungsstark sind und wenig Energie verbrauchen. Die einbaufertigen Systeme sind modular aufgebaut und stehen als Plattformkonzept zur Verfügung. Die Komplettlösung bestehend aus Motor, Getriebe und Sensoren lässt sich einfach in unterschiedliche Fahrzeug-Typen integrieren. In Flurförderfahrzeugen gewährleisten die Kegelradgetriebe der TDB-Reihe eine hohe Steigfähigkeit und Beschleunigung. Über den gesamten Drehzahlbereich lassen sie sich feinfühlig und dynamisch steuern.
Das Kegelradgetriebe ist in drei Versionen verfügbar – zum Beispiel mit integriertem elektrischem Lenkantrieb. Dabei ist der Fahrmotor in feststehender Ausführung vertikal angebaut. Der Betreiber profitiert unter anderem von einer redundanten Lenküberwachung, einem höchsten Integrationsgrad sowie von einem grossen Fahrkomfort mit hoher Sicherheit.
ABM Greiffenberger liefert das Kegelradgetriebe auch für eine manuelle Lenkung. Der vertikale Anbau des Fahrmotors in mitdrehender Ausführung ist für den direkten Deichselanbau vorbereitet. Diese robuste und langlebige Lösung zeichnet sich durch einen platzsparenden Einbau aus.
«Auch eine applikationsspezifische Lenkung ist möglich, Kunden können die TDB-Kegelradgetriebe auch mit eigenen Lenkantrieben kombinieren», sagt Mayk Krüger. Damit sind diese für elektrische Servolenkungen geeignet und lassen sich über eine Stirnradverzahnung steuern. Optional kann ein Nullstellungssensor zur Kalibrierung der Lenkpositionen angebracht werden.
Stand: 08.12.2025
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Die Drehzahlerfassung erfolgt bei dieser Baureihe über einen Inkrementalgeber mit bis zu 64 Impulsen pro Umdrehung. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die verwendete AC-Technik rückspeisefähig einzusetzen. Für das Parken und Not-Stopps ist eine elektromechanische Haltebremse integriert.
Flachgetriebe: leise und effizient
Einen besonders hohen Wirkungsgrad, geringen Verschleiss und einen geräuscharmen Lauf auch bei starken Belastungen bieten die Flachgetriebe der Baureihe TDF. «Dies erreichen wir über die hochverzahnte Stirnradtechnologie», beschreibt Lühmann. Die Getriebe eignen sich unter anderem für den Einsatz in Paletten-Hubwagen und Dreiradstaplern. ABM fertigt die Getriebe aus Aluminium-Druckguss. Das ermöglicht kundenorientierte Lösungen bei gleichzeitig gutem Preis-/Leistungs-Verhältnis. Das Design und das speziell auf die Anwendung abgestimmte Material machen die Baugrössen 200 und 230 mm leicht und stabil. Die Drehzahlerfassung erfolgt über Inkrementalgeber mit bis zu 64 Impulsen pro Umdrehung.
Systemlieferant mit hoher Entwicklungskompetenz
ABM Greiffenberger punktet sowohl mit sehr viel Know-how und Erfahrung in der Entwicklung von anwendungs- oder kundenspezifischen Antrieben als auch mit seinem Plattformkonzept. Mit diesem erhält der Kunde schnell eine kostenoptimierte Lösung. «Wir können aber auch ganz gezielt auf die Kundenanforderungen eingehen», sagt Krüger. «Damit sind wir kein Standardlieferant und bieten unseren Kunden einen messbaren Mehrwert.»
Ein Beispiel für individuelle Entwicklungen ist eine elektrische Differentialachse für Gabelstapler und Transportsysteme. Exakt auf die Anwendung angepasst, verfügt die Differentialachse über optimierte Schnittstellen und kann somit einfach in das Fahrzeug implementiert werden.
Alle Produkte, sowohl Motoren, Getriebe als auch die passende Elektronik, liefert ABM aus einer Hand. Durch eine additive Fertigung können selbst komplexe Prototypen kurzfristig hergestellt werden.
«Unsere Antriebe bieten eine hohe Performance und Anlagenverfügbarkeit», betont Lühmann. Das sei gerade im Material Handling wichtig, denn die Fahrzeuge befinden sich oft im Zwei- oder Dreischicht-Betrieb. Da sei Zuverlässigkeit äusserst relevant. Betreiber setzen deshalb auf Antriebe, die wartungsfrei, robust und langlebig sind. «Wir verfolgen konsequent unser Ziel, nicht nur hochwertige Antriebslösungen zu liefern, sondern mit Engineering- und Fertigungskompetenz unsere Kunden als Partner zu unterstützen», verspricht Michael Lühmann. SMM