Die Ziele, die sich sowohl die UN als auch viele produzierende Unternehmen in Sachen CO2-Reduzierung gesetzt haben, sind ohne Zweifel notwendig. Eine Umsetzung ist ambitioniert und kostet Geld. Aber: Die Nachhaltigkeitsbestrebungen generieren auch völlig neue Märkte, schaffen attraktive Geschäftsmodelle und bieten der Robotik und Automation als Schlüsseltechnologie immense Chancen. Möglichkeiten der nachhaltigen Produktion zeigt die automatica von 27. bis 30. Juni 2023 in München.
(Bild: Messe München GmbH)
Die Ziele, die sich sowohl die UN als auch viele produzierende Unternehmen in Sachen CO2-Reduzierung gesetzt haben, sind ohne Zweifel notwendig. Eine Umsetzung ist ambitioniert und kostet Geld. Aber: Die Nachhaltigkeitsbestrebungen generieren auch völlig neue Märkte, schaffen attraktive Geschäftsmodelle und bieten der Robotik und Automation als Schlüsseltechnologie immense Chancen. Möglichkeiten der nachhaltigen Produktion zeigt die automatica von 27. bis 30. Juni 2023 in München.
Intelligente Automation kann entscheidend dazu beitragen, die angestrebten Klimaziele zu erreichen, indem sie die Energieeffizienz der Produktion verbessert oder auch durch die Reduktion von Ausschuss für ressourcenschonende Fertigungsprozesse sorgt. Darüber hinaus liefert die Montage- und Handhabungstechnik neue Ansätze für Recycling und Kreislaufwirtschaft. Und sie hilft dabei, nachhaltige Produkte wirtschaftlicher herzustellen. Kurz: Sie optimiert sowohl auf Produktions- als auch auf Produktebene.
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Welche Lösungen die Anbieter aus den Bereichen intelligenter Automation und Robotik für die unterschiedlichsten Applikationen in den verschiedensten Branchen favorisieren, wird sich auf der automatica zeigen. Insbesondere der Blick auf grüne Technologien in den Bereichen Energieerzeugung und Mobilität verspricht spannend zu werden.
«Green Technology» sorgt für Neugeschäft
«Green-Technologies» wie Photovoltaik, Windenergie, Brennstoffzelle und E-Mobilität gelten als wirtschaftliche Treiber der Automatisierungstechnik. Der gesellschaftliche Umbau in Richtung Nachhaltigkeitsdenken und Klimaneutralität sorgt für Neugeschäft, eben weil Robotik und Automation hierbei als Schlüsseltechnologien fungieren.
Das schlägt sich bereits in einer erhöhten Nachfrage bei den Automations- und Robotikanbietern nieder, wie Volker Spanier, Leiter Industrierobotik bei Epson, bemerkt: «In jüngster Zeit mehren sich die Anfragen aus den Bereichen Batterie- und Brennstoffzellenfertigung. Hier wird es bald um ähnlich hohe Stückzahlen wie in der Photovoltaikindustrie gehen. Entscheidend für Europa wird sein, wo sich dieses Geschäft künftig abspielt. Noch kommen nahezu alle Ausrüster der Gigafactories aus Asien. Vielleicht liefert die automatica hier vielversprechende Ansätze, insbesondere für die erst jetzt aufkommende Brennstoffzellenfertigung.»
Neue Anforderungen an die Robotik
Bei aller Begeisterung über die neuen Einsatzmöglichkeiten für Roboter stellt sich die Frage: Sind Standardroboter für die Fertigung von Lithium-Ionen-Batterien und Brennstoffzellen überhaupt tauglich? Und welche Eigenschaften von Vier- und Sechsachsern sind bei diesen Applikationen besonders gefragt?
Auch die Fertigung von Brennstoffzellen hat ihre Besonderheiten. Und auch hier geht es nicht ohne Roboter. So müssen beispielsweise die jeweils 400 bis 500 Bipolarplatten eines Brennstoffzellen-Stacks mit höchster Präzision und Dynamik geschichtet werden. Dazu bedarf es nicht nur ultraschneller Roboter. Da die Maschinen in korrosiver Atmosphäre zum Einsatz kommen, müssen sie für diese Umgebungsbedingungen qualifiziert sein. Auf der automatica wird sich zeigen, welche Hersteller Roboter für diese spezifischen Einsatzfälle liefern können.
Peter Pühringer, Geschäftsführer von Stäubli Robotics Deutschland, gibt Entwarnung: «Mehrere führende Hersteller haben mit Sicherheit Roboter im Programm, die mit diesen Anforderungen zurechtkommen. Stäubli Robotics zeigt auf der Messe Vier- und Sechsachs-Roboter für den Einsatz in Hyperdry Environments sowie Sonderausführungen für den Betrieb unter korrosiven Umgebungsbedingungen. Wir können also für beide Märkte, Lithium-Ionen-Batterien und Brennstoffzelle, Roboter liefern.»
Zukunftsmarkt Recycling
Ein weiterer Zukunftsmarkt für die Robotik und Automation ist das Elektro- und Batterierecycling. Hier ist beispielsweise Kuka mit einem Projekt in Irland aktiv, bei dem Elektroschrott – ohne Gefährdung von Personal durch Gase und scharfkantige Teile – getrennt und als Wertstoff für das «second life» in der Kreislaufwirtschaft aufbereitet wird.
Zukunftsträchtig wird das Aufgabenfeld des Batterierecyclings bei Elektrofahrzeugen sein. Deren Anzahl wächst, da stellt sich die Frage: Was wird mit den Batterien nach deren Lebenszyklus geschehen? Dr. Joachim Döhner, Vorstandsvorsitzender der VDMA-Fachabteilung Batterieproduktion und Senior Director Global Sales Battery bei Kuka: «Die erforderliche Automatisierung der Batteriedemontage und die Rückgewinnung von Wertstoffen wird neues Know-how und am Ende auch neue Geschäftsfelder für die Robotik hervorbringen.»
Stand: 08.12.2025
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Nachhaltigkeit wird zur Pflicht
Über die Trends klimaneutrale Produktion und neue Aufgabenfelder für Robotik und Automation dürfte auf der automatica intensiv diskutiert werden. Befeuert wird das Thema «Nachhaltige Automation» auch durch die neue EU-Richtlinie CSRD, die EU-weit ab 2024 gilt. CSRD steht für Corporate Sustainability Reporting Directive und verpflichtet Unternehmen ab einer bestimmten Grösse zur Vorlage eines Nachhaltigkeitsberichts und damit auch zur Bewertung der Nachhaltigkeit ihrer Produktion.
Dabei kann die Robotik und Automation für eine positive Bilanz sorgen: Moderne Montageanlagen und Roboter zahlen über die Faktoren Lebensdauer, Energieeffizienz und Flexibilität auf das Thema ein. Mussten starr verkettete Produktionslinien bei Produktwechsel noch aufwändig umgebaut oder komplett ersetzt werden, sieht das heute anders aus: «Bei modernen, modular konzipierten Montageanlagen genügen zumeist einfache Modifikationen inklusive der Umprogrammierung der Roboter – schon ist die Umrüstung erledigt. Das spart Zeit, Ressourcen und Energie», betont Frank Konrad, CEO bei Hahn Automation und Vorsitzender VDMA Robotik und Automation.