Effiziente CO2-Nutzung CO2-Kreislauf schliessen: Sichere Speicherung für eine grüne Zukunft

Von Frederik Effenberger, Industry Manager Decarbonization, Endress+Hauser 6 min Lesedauer

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Mit innovativen Methoden zur CO2-Nutzung und -Speicherung wird Kohlenstoffdioxid zur Ressource für eine klimaneutrale Industrie. Die CCUS-Strategie umfasst die Abscheidung, Nutzung und Speicherung von CO2, um es entweder weiterzuverwerten oder dauerhaft zu lagern. Entscheidend dabei ist eine präzise Messung der Prozessparameter. TDLAS- und QF-Analysatoren von Endress+Hauser bieten eine zuverlässige Lösung.

Heartbeat Technology bietet der Prozessindustrie Vorteile, indem sie die Prozesssteuerung optimiert und betriebliche Risiken reduziert.(Bild:  Endress+Hauser)
Heartbeat Technology bietet der Prozessindustrie Vorteile, indem sie die Prozesssteuerung optimiert und betriebliche Risiken reduziert.
(Bild: Endress+Hauser)

Für eine klimaneutrale Zukunft strebt die Schweiz an, bis 2050 eine ausgeglichene Klimabilanz zu erreichen. Das bedeutet, dass die Schweiz nicht mehr Treibhausgase aus­stossen will, als durch natürliche und technische Speicher aufgenommen werden können.

Dieses Ziel wurde im August 2019 vom Bundesrat beschlossen und ist seit Januar 2025 gesetzlich verankert. Hier gewinnt die CCUS (Carbon Capture, Utilization and Storage) Strategie zunehmend an Bedeutung. Sie umfasst die Abscheidung, Nutzung und Speicherung von CO2 aus fossilen Energiequellen und industriellen Prozessen, um das CO2 entweder weiterzuverwerten oder dauerhaft in geologischen Tiefen zu lagern.

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Obwohl immer mehr Industrieanlagen auf CO2-Abscheidungsanlagen setzen, stehen einem effizienten CO2-Kreislauf noch erhebliche Herausforderungen entgegen. Der Erfolg hängt von der präzisen Messung der Prozess­parameter sowie der CO2-Mengen und -Qualität vor, während und nach der Abscheidung ab. Denn nur mit verlässlichen Daten können Unternehmen die nahtlose Weiterverwendung, den sicheren Transport und die langfristige Lagerung von CO2 gewährleisten.

CO2 im Griff: Präzise Analyse für sichere CO2-Aufbereitung und -Transport

Um die Menge an CO2 in der Atmosphäre zu reduzieren, bedarf es der Abscheidung von CO2 direkt aus industriellen Quellen wie Kraftwerken, Zementfabriken oder Bioenergieanlagen. Dafür bieten sich zwei aktiv abscheidende Emissionstechnologien an: Carbon Capture (CC) fängt CO2 ein, bevor es in die Luft abgegeben wird und dort einen schädlichen Einfluss auf das Klima nimmt. Besonders hier unterscheidet man zwischen biogenem CO2, welches aus nachwachsendem Pflanzenmaterial stammt, und dem CO2 aus fossilen Quellen. Direct Air Capture (DAC) hingegen fängt bereits in die Atmosphäre abgegebenes CO2 direkt aus der Umgebungsluft ein. Ist das CO2 abgeschieden, muss es je nach Quelle entsprechend aufbereitet werden. Bei der Gasaufbereitung wird das abgeschiedene CO2-Gas behandelt, um Verunreinigungen und nicht kondensierbare Gase zu entfernen. Dies ist von entscheidender Bedeutung, da diese Verunreinigungen, wenn sie nicht entfernt werden, den Kompressions-, Transport- und Speicherprozess stören könnten. Besonders wichtig ist es, Korrosion in den CO2-Pipelines zu verhindern, die durch das Vorhandensein von Wasser (H2O), Schwefelwasserstoff (H2S) und Sauerstoff (O2) begünstigt wird. Daher sind regelmässige Analysen erforderlich, um die Reinheit des CO2 zu gewährleisten. So können beispielsweise Korrosion und Eisbildung in den Pipelines oder auch Kondensation und Korrosion in Kompressorstationen verhindert werden.

Um diesen komplexen Anforderungen gerecht zu werden, bieten TDLAS- und QF-­Analysatoren von Endress+Hauser eine zuverlässige Lösung für die Messung und Überwachung im Rahmen von CCUS-Anwendungen. Diese hochmodernen Geräte ermöglichen berührungslose Echtzeitmessungen, die besonders präzise sind. Beim CO2-Transport über Pipelines liefern TDLAS-­Analysatoren Echtzeitanalysen, während QF-Analysatoren O2-Rückstände aufspüren, um Korrosion zu verhindern. Dank ihrer hohen Geschwindigkeit, Genauigkeit, Stabilität und ihres geringen Wartungsaufwands sind diese Technologien den alternativen Methoden überlegen und tragen massgeblich zur Sicherheit und Effizienz des gesamten Prozesses bei.

CO2 als Baustein für neue Materialien

Industrien können das abgeschiedene CO2 vielfältig weiterverwenden, etwa zur Herstellung von Kraftstoffen, Chemikalien und Baumaterialien.

So dient es beispielsweise als Ausgangsstoff für synthetische Kraftstoffe, Polymere, Düngemittel und Karbonate im Bauwesen. Besonders in der chemischen Industrie spielt CO2 eine wichtige Rolle bei der Produktion von Methanol, einem Grundstoff für zahlreiche alltägliche Produkte, von Kunststoffen und Kleidung bis hin zu Kraftstoffen und Medikamenten. Traditionell wird Methanol durch eine Reaktion von Kohlenmonoxid (CO) mit Wasserstoff (H2) unter hohem Druck und hoher Temperatur hergestellt. Doch in den vergangenen Jahren hat sich CO2 als alternativer Rohstoff für die Me­thanolsynthese etabliert.

Zwischen Gas und Flüssigkeit: Präzision bei der CO2-Durchflussmessung

Wird das nicht genutzte CO2 gespeichert, muss es für den Transport durch die Pipelines exakt erfasst werden: Denn in dieser Phase weist CO2 eine Viskosität auf, die der eines Gases ähnelt, aber gleichzeitig eine Dichte besitzt, die eher der einer Flüssigkeit entspricht. Das stellt eine Herausforderung für die Durchflussmessung dar. Aufgrund der ungewöhnlichen Unterschiede in den thermophysikalischen Eigenschaften von CO2 ist es besonders wichtig, dass man Temperatur und Druck in der Pipeline sorgfältig kontrolliert. Auf diesem Gebiet verfügt
Endress+Hauser über das Fachwissen und die Erfahrung, um komplexe CO2-Durchflussmessungen unter Einhaltung der vorgeschriebenen Quantitäts- und Qualitätsparameter durchzuführen. Die Coriolis-Massedurchflussmessgeräte bieten zuverlässige und bewährte Technologien für Messungen in der dichten CO2-Phase, die höchste Genauigkeit und Reliabilität gewährleisten. Ausserdem bieten Endress+Hauser komplette Metering-­Skids für die genaue Messung am Übergabepunkt.

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CO2-Transportinfrastruktur: Sicherer Weg zur Speicherung

Wohin das CO2 geliefert wird, hängt in der Regel davon ab, ob eine Pipeline, ein LKW, die Bahn oder ein Schiff zur Verfügung steht. Der Eisenbahntransport ist in Bezug auf die Kosten pro Kilometer die zweitbeste Option für das Inland. Der Transport per Schiff kommt vor allem dann in Frage, wenn das CO2 zur dauerhaften Sequestrierung vor der Küste deponiert oder als Rohstoff in eine Region verkauft werden soll, in der ein Transport im Inland nicht möglich ist. Besonders für grosse Industriecluster oder Industrieanlagen, die grosse Mengen Kohlenstoffdioxid abscheiden und abtransportieren müssen, braucht es ein flächendeckendes Netz für Pipelines, welches die Kosten- und Mengenbasierte beste Lösung des Transports darstellt. Genauso wie das dichte Netz von Ladestationen über den Erfolg und die Verbreitung von Elektrofahrzeugen entscheidet, wird auch ein gut ausgebautes Pipeline-­Netzwerk notwendig sein, um den effizienten Transport und die sichere Speicherung von CO2 sicherzustellen.

CO2-Speicherung im Meer oder in der Erde

Die Speicherung von Kohlendioxid kann sowohl unter der Erde als auch unter dem Meer erfolgen, wobei das CO2 für künftige Nutzung oder dauerhafte Isolation aufbewahrt wird. Die Nordsee wurde als potenzieller Standort für die Speicherung unter dem Meer identifiziert, da ihre Sandsteinschichten eine Kapazität von etwa 100 Milliarden Tonnen CO2 bieten. Nach der Abscheidung wird das CO2 in etwa zwei Kilometer Tiefe in den Ozean injiziert, wo es von der Atmosphäre isoliert bleibt. Um sicherzustellen, dass das CO2 nicht wieder entweicht, sind kontinuierliche Überwachungen unerlässlich. Daher sind umfassende Untersuchungen der Umweltrisiken bei der unterseeischen CO2-­Speicherung notwendig.

CO2 kann auch sicher und langfristig in tiefen, porösen Gesteinsformationen gespeichert werden, oft über Tausende von Jahren. Laut dem US National Energy Technology Laboratory (NETL) verfügt Nordamerika bei den aktuellen Produktionsraten über eine CO2-Speicherkapazität für mehr als 900 Jahre. Um geeignete Lagerstätten zu identifizieren, werden detaillierte geologische Untersuchungen durchgeführt. Geeignete Standorte sind häufig salzhaltige Aquifere oder erschöpfte Öl- und Gasfelder. Das CO2 wird in etwa 900 Metern Tiefe in poröses Gestein wie Sand- oder Kalkstein injiziert, wo es in den Porenräumen eingeschlossen wird. Dieses CO2 wird in einem «überkritischen» flüssigen Zustand gespeichert, ähnlich den Bedingungen, unter denen Flüssigkeiten stabil im Untergrund eingeschlossen bleiben. Eine dichte Deckschicht aus nicht-porösem Gestein über der Lagerstätte verhindert ein Entweichen des CO2. Nach der Speicherung ist eine kontinuierliche Überwachung entscheidend, um sicherzustellen, dass das CO2 dauerhaft isoliert bleibt. Die sorgfältige Standortwahl und Überwachung minimieren das Risiko eines Austretens und garantieren die Sicherheit der unterirdischen Speicherung.

CCUS als Wegbereiter

Damit CCUS (Carbon Capture, Utilization, and Storage) erfolgreich umgesetzt werden kann, bedarf es einer intensiven Zusammenarbeit zwischen Industrie, Forschung und Politik. Es müssen klare regulatorische Rahmenbedingungen geschaffen werden, die den Einsatz dieser Technologien fördern und gleichzeitig die Sicherheit und Umweltverträglichkeit gewährleisten. Zudem sind Investitionen in Infrastruktur, wie etwa ein flächendeckendes Netz für CO2-Transport und -Speicherung und der Nutzung, unerlässlich. Investitionen in Forschung und Entwicklung sind weiterhin angezeigt, um die Effizienz und Wirtschaftlichkeit von CCUS-­Technologien zu steigern und ihre Anwendung auf breiter Basis zu ermöglichen. Nur durch ein koordiniertes Vorgehen können die Potenziale von CCUS voll ausgeschöpft und ein wesentlicher Beitrag zur Erreichung der Klimaziele geleistet werden.

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