Sensorik unter Extrembedingungen

Energiewende in der Antarktis

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Speziell für die Kälte entwickelt

Die Messdaten werden durch ein Universal-Ein-/Ausgangsmodul GIO212 CC mit zwölf Kanälen erfasst. Im Schaltschrank am Turm der Windanlage kommt zudem ein Prozessor vom Typ MC212 CC zum Einsatz, «CC» steht dabei für «Cold Climate», zu Deutsch «kaltes Klima».

Die Sensor-Daten des SHM-Systems in der Antarktis werden zunächst per Ethernet-Link in das Intranet der Polarstation übertragen und gehen dann später per Satellit nach Europa, wo sie vom Bachmann-Partner P.E. Concepts systematisch ausgewertet werden. Die im ersten Betriebsjahr aufgezeichneten Daten befinden sich momentan in der Auswertung. «Wir erwarten uns davon eine Aussage zum gewählten Mast-Design und dazu, ob unsere Ausgangsprognosen zutreffend sind», erklärt AWI-Ingenieur Köhler. Mit diesen Erkenntnissen wird die Konstruktion der nachfolgenden Windanlagen falls nötig optimiert. – Köhler zeigt sich aber zuversichtlich, dass keine grösseren Änderungen notwendig sind: «Wir gehen von der Bestätigung des sicheren Betriebs der Turbine auf dem neu entwickelten Mast aus.»

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Zur Datenauswertung und für die Reporte dient die Software «WebLog Expert». Das ist ein browserbasiertes Softwaretool von Bachmann mit dem mittels eines handelsüblichen Webbrowsers eine detaillierte Analyse der Schwingungsdaten und der Zugriff auf die Konfiguration der Systemparameter für die Bachmann-Hardware möglich ist.

Fassade wird mit Solarelementen ver­kleidet

Die Erkenntnisse aus den Messdaten fliessen derzeit in die Konstruktion der zweiten Windturbine von Neumayer III, die in der Sommersaison 2024/2025 errichtet werden soll. Geplant sind die Arbeiten zwischen November 2024 und Februar 2025. Doch das komplexe energetische Konzept der Neumayer-Station III reicht noch sehr viel weiter als nur bis zu den Windkraftanlagen: «Wesentliche Schwerpunkte des modernisierten Energiekonzepts sind neben der Deckung des Energiebedarfs aus regenerativen Quellen zukünftig auch in der Reduzierung des Energiebedarfs der Station festgelegt», erläutert Peter Köhler.

Für die Gewinnung regenerativer Energie spielt künftig auch die Fassade der Station eine wichtige Rolle. Sie wird mit Photovoltaik-Elementen ausgestattet. 53 kWp sollen die Module liefern. – Bei den Windverhältnissen vor Ort ist das ebenfalls eine knifflige Aufgabe. Um die Energie zwischenzuspeichern, wird ausserdem ein Batteriespeicher mit einer Leistung von 500 kW/h installiert. Hinzu kommt ein Thermospeicher: ein Wasserspeicher mit 10 m2 Fassungsvermögen. Last, but not least werden die bisherigen BHKW durch zwei grosse und zwei kleinere neue Blockheizkraftwerke ersetzt. – All das sorgt künftig für nachhaltige Energie.

Ein letzter Blick aus dem Fenster: Draussen pfeift der Wind, Schneeböen stieben auf. Drinnen ist es angenehm warm. Moderne und zuverlässige Technik sorgt dafür, dass das so bleibt und die Forschenden ihre Arbeit verrichten können.

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