Low-Cost-Automation igus automatisiert kostengünstig Produktion und Logistik

Quelle: igus 6 min Lesedauer

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Sie legen Bauteile in Spritzgussmaschinen ein, entfernen den Anguss, bohren und bedrucken Bauteile, unterstützen die Montage von Energieketten und transportieren Behälter: Aus der Produktion von igus sind Roboter, autonome Fahrzeuge und andere Automationslösungen nicht mehr wegzudenken. An bereits 2500 Stellen hat das Kölner Unternehmen mit Low-Cost-Automation-Komponenten automatisiert – und zeigt damit beispielhaft auch anderen Unternehmen, wie sie ihre Prozesse kostengünstig und unkompliziert automatisieren können. Einige der Lösungen unter 20 000 Euro amortisieren sich bereits nach zwei Monaten.

Mitarbeitern beim Maschinen be- und entladen helfen, Bauteile sortieren oder Pakete transportieren: igus setzt dafür auf seine eigens entwickelten Low-Cost-Automationslösungen «made in Cologne».(Bild:  igus GmbH)
Mitarbeitern beim Maschinen be- und entladen helfen, Bauteile sortieren oder Pakete transportieren: igus setzt dafür auf seine eigens entwickelten Low-Cost-Automationslösungen «made in Cologne».
(Bild: igus GmbH)

Von hunderten Kilogramm schweren Energieketten bis hin zu wenigen Gramm leichten Gleitlagern: Wann immer es um Bauteile aus Hochleistungskunststoff geht, ist das Kölner Unternehmen igus weltweit eine gefragte Adresse.

Allein am Hauptsitz in Köln betreiben die Rheinländer über 1000 Spritzgussmaschinen, die jährlich über eine Milliarde Teile produzieren. Doch der Unternehmenserfolg ist kein Selbstläufer. Auch igus sieht sich mit Herausforderungen konfrontiert, weiss Alex­ander Mühlens, Prokurist und Leiter Geschäftsbereich Low-Cost-Automation bei igus: «Es wird unter anderem zunehmend schwerer, Menschen für Routinetätigkeiten zu begeistern, etwa für das Einlegen von Bauteilen in Spritzgussmaschinen. Wir haben deshalb eine Initiative namens ‹No boring jobs› gestartet, die monotone Tätigkeiten automatisiert. Wir setzen mittlerweile an über 2500 Stellen in Fertigung und Logistik erfolgreich Roboterlösungen ein. Wir können somit trotz Arbeitskräftemangel erfolgreich weiterproduzieren und uns gleichzeitig darauf konzentrieren, wertvolle Mitarbeiter für anspruchsvollere Tätigkeiten weiterzubilden.»

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So gut wie alle Automationslösungen sind dabei überdurchschnittlich kostengünstig. Denn igus bedient sich ausschliesslich an Komponenten, die auf RBTX.de zu finden sind. Ein Online-Marktplatz, auf dem das Unternehmen mehr als 1000 Low-Cost-Roboter und -Komponenten von über 200 namhaften Herstellern anbietet, die sich ganz einfach nach dem Baukastenprinzip kombinieren lassen – immer mit Kompatibilitätsgarantie. Das Motto lautet: Robotik für jedermann, auch für kleine Mittelständler mit kleinen Budgets und wenig Automationserfahrung. «Unsere Fabrik ist der beste Beweis dafür, dass wir unseren eigenen Low-Cost-Produkten vertrauen», betont Mühlens.

Roboter entfernen Anguss an rund 1000 Spritzgussmaschinen

Auf Low-Cost-Automation setzt igus beispielsweise bei den Spritzgussmaschinen. Ein «boring job» ist es hier, den sogenannten Anguss von Spritzgussteilen zu entfernen. Nach dem Abkühlen bleibt dieses überschüssige Material mit dem Bauteil verbunden. Das Material zu entfernen und in einem Recyclingbehälter zu sammeln, war bislang eine langweilige und mühevolle Handarbeit. igus hat sie deshalb mit verschiedenen Lösungen automatisiert. Der Standard-Angusspicker fährt zwischen die Spritzguss-Werkzeughälften und greift sich den Anguss, während die Artikel auf ein Förderband ausgeworfen werden. Eine weitere Lösung ist die Anguss­trennung direkt hinter der Spritzgussmaschine. Unter dem Ausfallschacht der Maschine ist eine rotierende Scheibe positioniert, auf welche die frisch gegossenen Bauteile fallen. Eine Kamera identifiziert die Position der Bauteile, sodass sie ein Low-Cost-Portalroboter mit einem Greifer aufnehmen kann. Zwei Bürsten entfernen dann den Anguss vom Artikel, der anschliessend in eine Kiste fällt. Darüber hinaus findet auch eine nachgelagerte Angusstrennung statt. Hier werden die Artikel an der Spritzgussmaschine in Kisten gesammelt und später in einer Pick-and-Place-­Zelle vom Anguss getrennt. «Mithilfe dieser Lösungen haben wir es geschafft, die Angussentfernung an unseren rund 1000 Spritzgussmaschinen kostengünstig zu automatisieren», sagt Mühlens. «So ein komplettes System, das ausschliesslich aus Komponenten des RBTX-Marktplatzes besteht, kostet knapp 10 000 Euro und somit einen Bruchteil der Kosten einer marktüblichen Automations­lösung.»

ReBeL Cobot bedruckt Bauteile und lässt Gewinde bohren

Eine anstrengende Handarbeit ist auch das Bohren von Gewinden in Gelenkköpfe aus Hochleistungskunststoff – über 20 000-mal am Tag. Um diese Arbeit in Maschinenhand zu geben, vertraut igus auf den ReBeL, einen kompakten und kostengünstigen Cobot, den das Unternehmen für einfache Automatisierungsaufgaben entwickelt hat. Er ist fast vollständig aus Hochleistungskunststoff gefertigt, wiegt nur 8,2 Kilogramm und kann Lasten von bis zu zwei Kilogramm handhaben. Der Cobot, der mittlerweile auch die Lizenz besitzt, ohne Schutzumhausung in der Umgebung von Menschen zu arbeiten, nimmt die Gelenkköpfe mit einem Greifer von einer rotierenden Scheibe und hält sie unter einen Gewindebohrer. Zum Einsatz kommt der Gelenkarmroboter zudem bei der Markierung von Halbzeugen an Extrusionsanlagen. Ausgestattet mit einer kompakten, röhrenförmigen Tintenstrahl-Druckeinheit an der Roboterhand kann der ReBeL bis zu 16 Kavitäten bedrucken. Die Programmierung ist dank der igus-Robot-Control-Software kinderleicht. Die Software verfügt über einen virtuellen Zwilling, über den sich Bewegungsbahnen in wenigen Minuten festlegen lassen – ganz ohne Programmierkenntnisse.

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