Der wichtigste Branchentreffpunkt der Embedded Computing Community steht vor der Tür: Am 27. Mai 2025 trifft sich die Branche zur Embedded Computing Conference an der ZHAW in Winterthur. Organisiert wird die jährliche Fachtagung von der Sektion Embedded Computing des Branchenverbands SwissT.net. Im Interview berichtet Sektionspräsident Hugo Ziegler über den wichtigen Branchen-Event.
Am 27. Mai 2025 trifft sich die Community wieder zur Embedded Computing Conference an der ZHAW in Winterthur.
(Bild: SwissT.net)
at: Die Embedded Computing Conference (ECC) hat sich zum wichtigsten Treffpunkt für die Embedded Systems Community in der Schweiz etabliert. Was macht den Event besonders?
Hugo Ziegler: Es gibt nichts Vergleichbares in der Schweiz. Es ist eine Veranstaltung von Fachleuten für Fachleute. Hunderte von Entwicklern und Entwicklerinnen aus Industrie und Lehre informieren sich an zahlreichen Referaten über die neuesten technischen Entwicklungen und schätzen den Austausch unter ihresgleichen. Zudem bietet der Anlass Unternehmen, Organisationen und Hochschulen die einzigartige Gelegenheit, neuste Forschungsergebnisse, aktuelle Entwicklungen und spannende Projekte zu präsentieren.
Sie haben im grossen Masse zu der positiven Entwicklung der ECC beigetragen. Wie haben Sie es geschafft, eine so breite Community anzusprechen?
H. Ziegler: Die ECC ist kontinuierlich gewachsen und ich bin heuer das zweite Mal an vorderster Front. Ich habe das Privileg, zu ernten, was die Vorgänger angepflanzt haben. Ganz offensichtlich ist es mit diesem Format gelungen, eine Lücke zu füllen. Die Kombination von Vorträgen, verbunden mit der Möglichkeit, den Ausstellern vor Ort noch konkrete Fragen stellen zu können, bietet eine ungemein breite Masse an Informationen. Dies wird offensichtlich geschätzt. Mir wurde auch schon gesagt, dass dies von Betrieben als «Interne Weiterbildung» genutzt wird und diese ihre Mitarbeitenden zur Teilnahme auffordern.
Ihre Zielgruppe sind in erster Linie Entwicklerinnen und Entwickler von Embedded-Systemen. Was sind die aktuellen Fragen und Problemstellungen, die die Embedded Computing Community beschäftigen?
H. Ziegler: Es gibt die Dauerbrenner «Good Practice» in der Entwicklung von Embedded Software sowie neuste «Trends in der Hardwareentwicklung» und Kommunikation und Sicherheit generell. Ein neueres Thema ist der immer grösser werdende Einfluss der regulatorischen Vorgaben.
Ein Thema, das die Industrie besonders beschäftigt, ist die Cyber-Sicherheit. Dabei ist Cyber Security by Design bzw. Secure by Design ein wichtiger Bestandteil für die Entwicklung neuer Embedded-Systeme. Wird diesem Trend auch bei den Referaten Rechnung getragen?
H. Ziegler: Sie sprechen den «Cyber Resiliency Act» an, der am 10. Dezember 2024 in Kraft getreten ist und ab dem 11. Dezember 2027 Gültigkeit hat. Auf jeden Fall – wir haben dieses Jahr zwei Vorträge, die sich explizit mit diesem Thema und dessen Auswirkungen auf die Entwicklung von Embedded-Systemen beschäftigen.
Wie gehen Sie bei der Themenauswahl für die ECC vor?
H. Ziegler: Die ausstellenden Firmen haben bis Mitte Januar Zeit, Vorträge einzureichen. Dies tun sie in Form eines «Abstracts». Anschliessend macht ein Ausschuss sich an die Arbeit, die Vorträge thematisch zu ordnen. Es ist jeweils das Ziel, Streams zu drei thematisch passenden Inhalten zu bilden, so dass die Besuchenden während den Streams nicht zu oft die Vortragsräume wechseln müssen.
Die Streams werden dann so in die Sessions aufgeteilt, dass jeweils ein breites und attraktives Angebot entsteht – Hardware, Software, Tools, Erfahrungsberichte …
Was sind die Themenschwerpunkte in diesem Jahr?
H. Ziegler: Wie schon im Vorjahr sind Künstliche Intelligenz sowie Quantencomputing grosse Themen.
KI wird auch in der Embedded-Welt neue Ansätze ermöglichen und Quantencomputing wird zur Herausforderung betreffend Security über den üblicherweise langen Lebenszyklus von Embedded-Systemen.
Gibt es ein Thema oder einen Vortrag, das oder der Sie persönlich besonders interessiert?
H. Ziegler: Ich nehme mir vor, Vorträge zum Thema Post-Quantum-Kryptographie und zum Thema Cyber Resiliency Act anzuhören. Ob ich mir dann vor Ort die Zeit nehmen kann, wird sich zeigen …
Künstliche Intelligenz ist in den letzten Monaten fast ein Hype geworden, wird auf fast allen Messen und Veranstaltungen in den Fokus gestellt. Wie wird das in der Embedded Community diskutiert?
H. Ziegler: Natürlich ist KI ein Thema. Es wird auch an der ECC25 einige Vorträge zu diesem Thema geben. KI ist ein weites Feld und oft ist nicht klar, wovon im Endeffekt gesprochen wird.
Auf Large Language Models (LLMs) basierende KI werden wir meines Erachtens nicht so schnell auf Mikro-Kontroller-basierten Embedded-Systemen ausgeführt sehen. Was in einigen Entwicklungsabteilungen bereits diskutiert und untersucht wird, ist, wo die Anwendungsgebiete sind, in denen mittels Deep Learning angelernte Systeme gegenüber diskret programmierten Systemen Vorteile haben.
Nach der Premiere im letzten Jahr wird es auch in diesem Jahr wieder Vorträge zum Thema Quantencomputing geben. Dabei steht die Sicherheit im Vordergrund. Wie akut ist diese Thematik?
H. Ziegler: Bis vor Kurzem war dies primär ein Thema bei interessierten Entwicklungsabteilungen und in Forschung und Lehre. Der Cyber Resiliency Act wird nun aber zur Folge haben, dass sich auch die breite Masse der Entwickler damit auseinandersetzen muss. Der Regulator sorgt also dafür, dass die Thematik zunehmend akut wird.
Können Sie kurz zusammenfassen, warum man diesen Event auf keinen Fall verpassen sollte?
H. Ziegler: Die riesige Informationsvielfalt der Fachreferate, verbunden mit der Möglichkeit, sich direkt vor Ort bei den Ausstellern über neuste Produkte, Technologien und Dienstleistungen zu orientieren, ist einzigartig in der Schweiz.
Stand: 08.12.2025
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