Rückschau asut Tagung When IoT meets Future

Redakteur: Andreas Leu

Das Internet der Dinge (IoT) verbindet Geräte, Fahrzeuge, Gebäude, Infrastrukturen und Menschen und macht die Welt transparenter. Aber erst durch den Einsatz zusätzlicher Technologien wie Künstliche Intelligenz, Augmented Reality, Edge Computing oder 5G können die riesigen Datenmengen erfasst, verarbeitet und die Erkenntnisse wertschöpfend genutzt werden. Dabei geht es bei weitem nicht nur um technische Aspekte, sondern IoT steht oft im Dienste der Menschen und der Nachhaltigkeit. Dies die zentrale Botschaft der IoT-Konferenz, die als hybrider Anlass im Berner Kursaal und online stattfand.

Podiumsdiskussion zum Thema Chancen, Herausforderungen durch IoT mit Friederike Hoffmann Swisscom (Schweiz) AG, Larissa Holaschke Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK), Barbara Josef Gesprächsleitung, Manuel P. Nappo Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ) und Stephanie Züllig Unternehmerin & Verwaltungsrätin der Securitas Gruppe (v.l.n.r.)
Podiumsdiskussion zum Thema Chancen, Herausforderungen durch IoT mit Friederike Hoffmann Swisscom (Schweiz) AG, Larissa Holaschke Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK), Barbara Josef Gesprächsleitung, Manuel P. Nappo Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ) und Stephanie Züllig Unternehmerin & Verwaltungsrätin der Securitas Gruppe (v.l.n.r.)
(Bild: asut)

Zum dritten Mal lud der Schweizerische Verband der Telekommunikation (asut) Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Politik, Behörden und Forschung dazu ein, sich einen Tag lang intensiv mit der Bedeutung des Internet of Things (IoT) auseinanderzusetzen. Rund 350 Teilnehmende folgten der Einladung zur Konferenz, die als hybrider Anlass im Berner Kursaal und gleichzeitig online auf der Event-Plattform von asut stattfand. Im Zentrum der Konferenz stand die Feststellung, dass das IoT sein Zukunftspotenzial für Wirtschaft, Gesellschaft und Nachhaltigkeit nur im Zusammenspiel mit weiteren Technologien ausschöpfen kann.

Gemeinsam stark

Die Stärke des IoT ist es, relevante Informationen in der realen Welt automatisch zu erfassen, miteinander zu verknüpfen und im virtuellen Raum verfügbar zu machen. Dank IoT nehmen Endgeräte aller Art ihre Umgebung wahr. Doch erst in Kombination mit Enabler-Technologien, die die intelligente Auswertung, Nutzung und Steuerung dieser «Wahrnehmung» ermöglichen, generiert das IoT wirklichen Mehrwert. Beispielsweise in der Fertigungsindustrie, wo das Zusammenspiel von IoT, Machine Learning und Cloud-basierten Diensten Produktionsprozesse optimiert und damit die Produktivität erheblich steigern kann, wie Bernd Schneider von Google Cloud Alps aufzeigte. Oder im Zusammenspiel mit Edge Computing, das die Verfügbarkeit und damit die Verlässlichkeit von datenbasierten IoT-Anwendungen garantiert. Zum Beispiel, wie Stefano Mallè von Amazon Web Services (AWS) Switzerland ausführte, im Bereich der vernetzten Heimanwendungen.

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Teil eines Ökosystems

Den Erwartungen gerecht wird das IoT auch dort, wo es Teil eines über die gesamte Wertschöpfungskette vernetzten Ökosystems ist. So erfährt, wie Inga-Leena Schwager von Amberg Loglay AG anschaulich darlegte, die Grossbaustelle mithilfe datengetriebener Logistik und der Vernetzung der verschiedensten Systeme entlang der ganzen Beschaffungskette einen geradezu revolutionären Effizienzschub. Und Urs Imholz, GWF MessSysteme AG, legte dar, wie die Kombination von Messtechnik und IoT-Sensorik Transparenz in das gesamte Wasser- und Abwassersystem bringen kann.

Im Dienst von Mensch und Nachhaltigkeit

Digitale Technologien haben eine hohe strategische Relevanz für die Gesellschaft und Wirtschaft in der Schweiz. Die Unternehmen und auch die öffentliche Hand benötigen nun aber die richtige Kultur, zeitgemässes Fachwissen und den nötigen Handlungsspielraum, um die technologischen Möglichkeiten umzusetzen, erläutert Catrin Hinkel von Microsoft Schweiz GmbH eindrücklich. Darüber, wie Sensoren, Daten, intelligente Algorithmen und digitale IoT-Ökosysteme dazu beitragen, Lieferketten, Ernährung, Wohnen und Mobilität nachhaltig zu gestalten, sprach Petra Zimmermann vom Bundesamt für Umwelt. Für Nachhaltigkeit steht das IoT auch in der Landwirtschaft, wie Thomas Anken von Agroscope aufzeigte: Dort ermöglichen es IoT-Anwendungen, Pflanzenkrankheiten zu prognostizieren, Unkräuter zu erkennen, das Fressverhalten der Milchkühe zu messen oder Bewässerungsanlagen ganz gezielt einzusetzen.

Bruno Michel vom IBM Zurich Research Laboratory legte dar, welche Rolle tragbare Sensoren und medizinische Wearables für die Gesundheit und die Behandlung und Prävention chronischer Krankheiten spielen können. Den gesellschaftlichen Nutzen von KI-basierten IoT-Anwendungen schliesslich würdigte Balthasar Staehelin vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK). Denn für das IKRK, das seine Mission nur erfüllen kann, wenn es von Kriegsparteien und Zivilbevölkerung als unparteiisch wahrgenommen wird, ist der sichere Umgang mit sensiblen Daten genauso vital wie ihre optimale Auswertung.

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