Interview mit Michael Staudinger, GF Endress+Hauser Schweiz Digitalisierung ist eine Chance und Herausforderung zugleich.

Von Anne Richter 9 min Lesedauer

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Digitalisierung und Nachhaltigkeit sind wichtige Trends in der Prozessindustrie. Wie geht Endress+Hauser damit um und wie unterstützt das Unternehmen seine Kunden bei diesem Veränderungsprozess? Darüber hat Anne Richter, Chefredaktorin der at – aktuelle technik mit Michael Staudinger, Geschäftsführer von Endress+Hauser Schweiz gesprochen.

Michael Staudinger, Geschäftsführer von Endress+Hauser Schweiz im Interview mit Anne Richter, at - aktuelle technik Chefredaktorin. Im Interview erklärt er, wie Endress+Hauser die Herausforderungen der Digitalisierung und Nachhaltigkeit begegnet und wie das Unternehmen dabei seine Kunden unterstützt.(Bild:  Matthias Böhm, VCG)
Michael Staudinger, Geschäftsführer von Endress+Hauser Schweiz im Interview mit Anne Richter, at - aktuelle technik Chefredaktorin. Im Interview erklärt er, wie Endress+Hauser die Herausforderungen der Digitalisierung und Nachhaltigkeit begegnet und wie das Unternehmen dabei seine Kunden unterstützt.
(Bild: Matthias Böhm, VCG)

at – aktuelle technik: Herr Staudinger, zum 1. Juni 2025 haben Sie die Geschäftsführung von Endress+Hauser Schweiz übernommen. Worin legen Sie im Moment den Fokus?

Michael Staudinger: Mein Fokus liegt darauf, die Schweizer Organisation wachsen zu lassen. Das ist bei Endress+Hauser sehr gut möglich, da wir eine sehr hohe Innovationskraft haben und damit auch neue Produkte. Hinzu kommt der Bereich Service und Solutions mit unseren Lösungsangeboten. Auch das neue Geschäft von Sick beinhaltet ein entsprechendes Wachstumspotential. Zum anderen möchte ich die Kultur von Endress+Hauser stark verankern. Wir wollen zeigen, dass wir ein sehr verlässlicher Partner für unsere Kunden sind. Dazu gehören ein Streben nach Exzellenz sowie die Loyalität der Mitarbeiter sowohl innerhalb der Firma als auch zu den Kunden.

Digitalisierung ist das bestimmende Thema der heutigen Zeit. Welchen Einfluss hat die Digitalisierung auf die Prozessindustrie?

M. Staudinger: Digitalisierung ist eine Chance und Herausforderung zugleich. Zum einen verspricht sie mehr Effizienz, eine höhere Anlagenverfügbarkeit, mehr Transparenz in den Prozessen und damit geringere Kosten. Die Herausforderung liegt in den langen Investitionszyklen und den hohen Investitionskosten in der verfahrenstechnischen Industrie. Wenn eine Anlage läuft, wird sie nicht einfach umgebaut, nur um sie zu digitalisieren. Hinzu kommen hohe Sicherheitsanforderungen. Es wird in der Regel gewartet, bis eine Anlage neu gebaut oder renoviert werden muss. Das ist der Zeitpunkt der Digitalisierung, dann kommen neue Technologien zum Zug.

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Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Können Sie den Nutzen für die Unternehmen noch präzisieren?

M. Staudinger: In der Prozessindustrie ist eine hohe Anlagenverfügbarkeit besonders wichtig. Wenn in unserer Industrie eine Anlage auch nur ein paar Minuten ausfällt, erleidet sie enorme Verluste. Selbst kleine Effizienzgewinne haben sehr grosse Auswirkungen. Wenn ein Badge einer Chemikalie 20 Millionen CHF wert ist, kann mit nur einem Prozent Effizienzsteigerung sehr viel Geld eingespart werden. Die Digitalisierung ermöglicht viel mehr Transparenz, um das Optimum aus den Prozessen herauszuholen.

Leider kommt die digitale Transformation häufig nicht schnell genug voran. Kleinere Unternehmen tun sich besonders schwer. Was sind die grössten Hindernisse dabei?

M. Staudinger: In der Schweiz haben wir eine ausgeprägte KMU-Landschaft. Die KMUs sind extrem pragmatisch und kostenbewusst, Investitionen werden sehr gut überlegt.

Speziell in der Schweiz werden Anlagen besonders lange über die Standartlebensdauer hinaus zu betrieben. Ein weiteres Hindernis bei den KMU sind die fehlenden Ressourcen. Es gibt nicht genügend Spezialisten, die sich in diesem Bereich auskennen. Doch dieser Umstand eröffnet für uns grosse Chancen; unsere Spezialisten können diese Firmen mit ihrem Wissen unterstützen.

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