3D-Sicherheitssensorik für Mensch-Roboter-Interaktion Zertifizierter 3D-Ultraschallsensor für die sichere Erkennung von Personen

Von Sonair 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Das norwegische Deep-Tech Start-up Sonair bringt mit Adar One den ersten sicherheitszertifizierten 3D-Ultraschallsensor für die Mensch-Roboter-Interaktion auf den Markt. Damit steht erstmals eine sicherheitszertifizierte 3D-Ultraschallsensorik für Robotik- und Automatisierungsanwendungen zur Verfügung.

Mit dem 3D-Ultraschallsensor Adar One steht erstmals eine sicherheitszertifizierte 3D-Ultraschallsensorik für Robotik- und Automatisierungsanwendungen zur Verfügung.(Bild:  Sonair)
Mit dem 3D-Ultraschallsensor Adar One steht erstmals eine sicherheitszertifizierte 3D-Ultraschallsensorik für Robotik- und Automatisierungsanwendungen zur Verfügung.
(Bild: Sonair)

Bislang basieren viele Sicherheitskonzepte mobiler Robotersysteme auf 2D-Laserscannern. Diese erfassen lediglich eine einzelne Ebene und können Personen oder Hindernisse oberhalb oder unterhalb des Scanbereichs nicht erkennen. Adar One erweitert die sicherheitsrelevante Wahrnehmung auf den gesamten dreidimensionalen Raum.

«Der Engpass für eine sichere Koexistenz von Menschen und Robotern ist weder Intelligenz noch Geschwindigkeit», sagt Knut Sandven, CEO von Sonair. «Entscheidend ist die sichere Wahrnehmung der Umgebung – also die Fähigkeit, unter allen Bedingungen zuverlässig zu erkennen, ob sich ein Mensch in der Nähe befindet. Mit dieser Zertifizierung wurde erstmals unabhängig bestätigt, dass ein 3D-Sensor diese Anforderungen erfüllt – und zwar auf Basis von Schall statt Licht. Damit entsteht ein neues Messprinzip, das Kameras dort ergänzt, wo ihre Grenzen liegen.»

Bildergalerie
Bildergalerie mit 8 Bildern

Der Sensor wurde für autonome mobile Roboter und industrielle Automatisierungsanwendungen entwickelt und ermöglicht eine 180 × 180° umfassende dreidimensionale Umfeldwahrnehmung. Personen und Hindernisse können in unterschiedlichen Höhen erkannt werden, wodurch die Einschränkungen und Blindbereiche heutiger 2D-Sicherheitssysteme entfallen. Dank seiner kompakten Bauform lässt sich die Adar-Technologie (Acoustic Detection and Ranging) nahezu bündig in unterschiedlichste Robotertypen integrieren – einschliesslich humanoider Roboter.

«Adar One ersetzt nicht einfach einen Sensor», erklärt Sandven. «Die Technologie schafft eine neue Sicherheitsebene für die Robotik: eine zertifizierte dreidimensionale Wahrnehmungsbasis, die unabhängig von Kameras, KI-Systemen oder Bewegungssteuerungen verifiziert, dass der Raum um den Roboter sicher ist.»

Der Sensor befindet sich bereits in der Serienfertigung und wird in industriell eingesetzten Robotersystemen verwendet. Seit der Einführung der Beta-Version im Mai 2025 haben mehr als 80 Robotikunternehmen weltweit die Technologie im Rahmen des Sonair-Testprogramms intensiv evaluiert. Für viele von ihnen markiert die CE-Zertifizierung den entscheidenden Schritt in Richtung Markteinführung.

Zertifizierung nach IEC 61496, IEC 61508 und ISO 13849

Adar One wurde als Sensor zum Personenschutz gemäss der anspruchsvollen Norm IEC 61496 für berührungslos wirkende Schutzeinrichtungen bewertet. Darüber hinaus erfüllt das System zwei grundlegende Sicherheitsstandards: IEC 61508, den Standard für funktionale Sicherheit elektronischer Sicherheitssysteme in risikoreichen Industrieumgebungen, sowie ISO 13849, die zentrale Norm für sicherheitsbezogene Teile von Steuerungen.

Das Ergebnis: Adar erreicht SIL 2 (Safety Integrity Level 2) sowie Performance Level d (PL d) und weist eine Wahrscheinlichkeit gefährlicher Ausfälle (PFH) von weniger als 1,5 × 10⁻⁷ pro Stunde auf. Für Adar wurde zudem eine EG-Baumusterprüfbescheinigung von exida ausgestellt. Als benannte Stelle gemäss Maschinenrichtlinie 2006/42/EG hat exida neben den genannten Normen auch die Konformität von Adar mit den grundlegenden Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen der europäischen Maschinenrichtlinie bewertet. Darüber hinaus handelt es sich um das erste sicherheitszertifizierte Embedded-System, das in Rust entwickelt wurde – einer Programmiersprache, die speziell auf Performance, Sicherheit und Zuverlässigkeit ausgelegt ist.

Bedeutung für Robotikhersteller, Integratoren und Anwender

Mit der Zertifizierung steht Herstellern autonomer Robotersysteme, Systemintegratoren und Endanwendern erstmals eine sicherheitszertifizierte 3D-Ultraschallsensorik zur Verfügung. Die Technologie ermöglicht eine dreidimensionale Umfeldwahrnehmung für sicherheitsrelevante Anwendungen und erweitert damit die bislang überwiegend zweidimensionalen Sicherheitskonzepte mobiler Robotik.

Dank der kompakten Bauform kann der Sensor in unterschiedlichste Robotersysteme integriert werden – von autonomen mobilen Robotern (AMR) und fahrerlosen Transportsystemen (AGV) bis hin zu humanoiden Robotern. Für Betreiber eröffnet dies neue Möglichkeiten, autonome Systeme in zertifizierten Sicherheitsarchitekturen einzusetzen und Mensch-Roboter-Interaktionen auch in komplexen Umgebungen sicher zu gestalten.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

«Genau diese Rolle soll Adar One als sofort einsetzbare, vorzertifizierte Sicherheitsebene erfüllen», sagt Sandven. «Was bislang eine technische Herausforderung war, lässt sich nun deutlich einfacher in neue und bestehende Robotikplattformen integrieren.»

(ID:50911310)