«FLUX-mimic» von Mimic Robotics ETH-Spin-off bringt KI-gestützte Feinmotorik in die Audi-Produktion

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

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Das Zürcher Start-up Mimic Robotics revolutioniert die Roboterprogrammierung: Mit dem neuen Modell «FLUX-mimic» lernen Industrieroboter komplexe Handgriffe direkt aus Videodemonstrationen. Bei Audi ist die Schweizer Technologie bereits im Einsatz und übernimmt Aufgaben, die bisher als kaum automatisierbar galten.

Autonome Ausführung von Arbeitsabläufen bei der Montage von Autotüren bei Audi.(Bild:  Mimic Robotics / Audi)
Autonome Ausführung von Arbeitsabläufen bei der Montage von Autotüren bei Audi.
(Bild: Mimic Robotics / Audi)

Für die Schweizer MEM-Industrie ist der Fachkräftemangel in der Programmierung von Automatisierungslösungen ein Dauerbrenner. Das ETH-Spin-off Mimic Robotics präsentiert nun einen Ansatz, der klassisches Teachen oder Programmieren grundlegend verändern könnte. In Zusammenarbeit mit dem KI-Unternehmen Black Forest Labs hat Mimic das sogenannte Video-Action-Modell (VAM) «FLUX-mimic» entwickelt.

Lernen durch Zuschauen

Das Prinzip: Der Roboter wird nicht mehr zeilenweise programmiert, sondern lernt durch das Analysieren von Videodemonstrationen. Basierend auf der Architektur des multimodalen Modells «FLUX 3» übersetzt das System die visuellen Informationen in direkte Bewegungsbefehle. Das Modell antizipiert, wie sich eine Szene entwickelt, und leitet daraus selbstständig die physikalischen Gesetzmässigkeiten ab.

Für Anwender in der Industrie bedeutet dies: Um einen Roboter an ein neues Produkt oder veränderte Bauteile anzupassen, reichen künftig wenige neue Videodemonstrationen aus, anstatt bestehenden Code aufwendig umzuschreiben. Ein Paradigmenwechsel, der gerade für die hochflexible Schweizer Fertigungslandschaft spannend werden dürfte.

Bewährungsprobe bei Audi

Dass es sich hierbei nicht nur um eine Laborstudie handelt, beweist der Einsatz bei Audi. Der Automobilhersteller hebt die Handhabung von flexiblen Materialien und deformierbaren Bauteilen («Soft-body Manipulation») mit «FLUX-mimic» hervor. Solche Aufgaben galten aufgrund der sich ständig verändernden Geometrien mit herkömmlicher Automatisierung bisher als unwirtschaftlich.

Wir haben gesehen, wie diese Roboter komplexe Aufgaben im Bereich der Soft-Body-Manipulation bewältigen, die mit herkömmlicher Robotik schlichtweg unmöglich gewesen wären. Für uns ist die Zusammenarbeit mit wegweisenden Unternehmen wie Mimic Robotics und Black Forest Labs von entscheidender Bedeutung, um die Grenzen der physikalischen KI zu erweitern und diese Innovationen in realen Produktionsumgebungen zu validieren.

Christoph Schneider, Audi Production Lab

Laut Mimic Robotics erzielt das System bei Greif- und Kitting-Aufgaben mit flexiblen Teilen «out of the box» – also ohne aufwendiges, aufgabenspezifisches Fine-Tuning – eine Erfolgsquote von 95 Prozent.

On-Premise für die Fabrikhalle

Ein entscheidender Faktor für den industriellen Einsatz: Die Lösung erfordert keine permanente Cloud-Anbindung, die in vielen Betrieben aus Datensicherheitsgründen kritisch gesehen wird. Das System läuft vollständig On-Premise. Eine einzelne «NVIDIA RTX 5090»-Grafikkarte reicht aus, um Reaktionszeiten von rund 101 Millisekunden (End-to-End) zu erreichen. Damit erfüllt «FLUX-mimic» die strengen Taktzeitanforderungen moderner Fertigungslinien.

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