Quantencomputer Konsortium um Quanten-Start-up Q.ANT erhält 50 Millionen Euro

Von Silvano Böni

Deutschland investiert in Quantencomputing. Ein Konsortium um das Quanten- Start-up Q.ANT erhält rund 50 Millionen Euro Forschungsförderung, um Demonstrations- und Testanlagen für photonische Quantencomputer-Chips aufzubauen.

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Beim sogenannten Pigtailing werden Glasfaserkabel permanent mit einem integriert-optischen Quantenbauteil verbunden.
Beim sogenannten Pigtailing werden Glasfaserkabel permanent mit einem integriert-optischen Quantenbauteil verbunden.
(Bild: Universität Paderborn)

Ein Konsortium um das Quanten-Start-up Q.ANT erhält rund 50 Millionen Euro Forschungsförderung. Mit den Fördermitteln soll eine Demonstrations- und Testanlage für photonische Quantencomputer-Chips und andere Quantencomputer-Komponenten aufgebaut werden. Das Konsortium soll damit Algorithmen und Technologien für das photonische Quantencomputing erforschen und den industriellen Einsatz vorbereiten. Q.ANT, eine Tochter von Trumpf, hatte vor Kurzem ein Verfahren präsentiert, das die Herstellung sehr leistungsfähiger Quantencomputer-Chips ermöglicht.

Durch das Aufbringen hochspezieller Lichtkanäle auf Silizium-Chips lassen sich mit diesem sogenannten Photonik-Chip-Verfahren Quanten auch bei Raumtemperatur nahezu verlustfrei führen, steuern und kontrollieren. In Zukunft ermöglicht dies den Einsatz der Chips auch bei herkömmlichen Grossrechnern. «Die Förderung ist ein wichtiges Signal für den Innovationsstandort Deutschland. Wir stehen am Beginn des Quantencomputerzeitalters und das weltweite Rennen um Marktanteile dieser Zukunftstechnologie hat begonnen.»

«Quantencomputer made in Germany»

«Die nun bereitgestellten Mittel für diese Forschungsallianz sind ein wichtiger Baustein für einen Quantencomputer made in Germany», sagt Michael Förtsch, CEO von Q.ANT. Das Forschungsprojekt läuft unter dem Namen «PhoQuant» und hat eine Laufzeit von fünf Jahren.

Dem Konsortium unter industrieller Führung von Q.ANT gehören insgesamt 14 weite­re deutsche Firmen, angewandte Forschungs­institute und Universitäten an. Anwendungsfelder eines Computers mit Quanten-Chips liegen aus heutiger Sicht beispielsweise in der Chemieindustrie, der Biomedizin oder in der Materialwissenschaft. «Die Zusammenarbeit von Spitzenforschung und Unternehmen ist der Schlüssel zu Quantencomputer-Chips aus Deutschland und entsprechenden Arbeitsplätzen.»

«Nur wenn Wirtschaft, Universitäten und angewandte Forschungsinstitute eng kooperieren, können aus dem Know-how des Wissenschaftsstandorts Deutschland auch erfolgreiche Industrieprodukte entstehen», sagt Förtsch. Innerhalb von zweieinhalb Jahren wollen die Projektpartner einen ersten Prototyp vorstellen. In spätestens fünf Jahren soll ein Quantencomputer-Chip entstehen, der weitreichende Berechnungen anstellen kann.

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