An der ETH Zürich entwickeln Studierende im Kurs 'Embedded Systems' eigene Prototypen. Eine neue Hardware-Plattform, ein kleines benotetes Projekt sowie ein KI-Assistent ermöglichen diese Form des projektbasierten Lernens erstmals in einem Grosskurs mit 400 Teilnehmenden.
Studierende arbeiten im ETH-Kurs «Embedded Systems» gemeinsam an einem Prototypen und verbinden dabei Hardware mit eigener Programmierung.
(Bild: SAGE / ETH Zürich)
Wer verstehen will, was «Embedded Systems» sind, muss mehr tun, als Vorlesungen zu besuchen. Es handelt sich hierbei um kleine Computer, die in Geräte eingebaut sind. Sie erfassen ihre Umgebung und reagieren darauf. Diese Technik steckt in vielen Geräten, die uns im Alltag begleiten: in medizinischen Sensoren, in Robotern oder in autonomen Systemen. An der ETH Zürich lernen Studierende deshalb nicht nur die theoretischen Grundlagen, sondern wenden sie direkt in Projekten an.
In Kürze
In der Lehrveranstaltung «Embedded Systems» arbeiten 400 Studierende an eigenen Prototypen.
Eine offene Hardware-Plattform und ein KI-Assistent machen projektbasiertes Lernen auch in grossen Kursen möglich.
Der neue Kursaufbau verbessert laut Rückmeldungen Verständnis, Engagement und Teamarbeit.
In der Lehrveranstaltung «Embedded Systems» des Departements Informationstechnologie und Elektrotechnik arbeiten Bachelor- und Masterstudierende aus Elektrotechnik, Informatik, Maschinenbau, Robotik sowie Raumfahrtsystemen gemeinsam an konkreten Aufgaben. Statt projektbasiertes Lernen nur in kleinen Spezialkursen einzusetzen, hat das Lehrteam rund um Michele Magno, Privatdozent am Departement Informationstechnologie und Elektrotechnik das Format auf einen Kurs mit rund 400 Studierenden übertragen. Für die Entwicklung und Umsetzung dieses Lehrformats ist Magno für den KITE Award 2026 nominiert.
Etwa die Hälfte des Kurses besteht aus Vorlesungen, die andere Hälfte aus Labor- und Projektarbeit. So wechseln sich Theorie und praktische Anwendung laufend ab. Der Umfang sowie die hohe Teilnehmerzahl des Kurses als auch die unterschiedlichen Vorkenntnisse der Teilnehmenden machte die Neugestaltung des Kurses für das Lehrteam besonders anspruchsvoll.
Damit das im grossen Massstab funktioniert, entwickelte das Team eine offene Hardware-Plattform für die Lehre. Sie kombiniert Sensoren, Rechenleistung und Bauteile, die Aktionen ausführen, zum Beispiel Motoren oder andere bewegliche Komponenten. Jedes Team kann damit eigene Systeme entwerfen, testen und vorführen. Die Plattform ist so aufgebaut, dass sowohl Einsteiger:innen als auch Fortgeschrittene damit arbeiten können.
Lernen mit echter Hardware
Im Zentrum des Kurses stehen reale ingenieurwissenschaftliche Aufgaben. Die Studierenden arbeiten allein oder in Teams von zwei bis drei Personen und entwickeln Prototypen, die am Ende nicht nur auf dem Papier bestehen, sondern tatsächlich funktionieren müssen. Das stärkt das Verständnis für die Wechselwirkung von Hard- und Software.
Auch die Leistungsbewertung wurde an diese Lernform angepasst. Neben einer Abschlussprüfung fliessen Prototyp-Demonstrationen, kurze Video-Vorstellungen und eine Analyse von Energieverbrauch und Latenz – der Zeit, die ein System benötigt, um auf Eingaben zu reagieren – in die Beurteilung ein. Damit zählt nicht nur, ob eine Lösung theoretisch korrekt ist, sondern auch, wie sie sich unter realen Bedingungen bewährt.
Unterstützt werden die Studierenden durch mehrere Kanäle. Lehrende und Tutor:innen geben wöchentlich und bei Meilenstein-Überprüfungen Rückmeldungen. Hinzu kommen strukturierte Peer-Feedbacks unter den Studierenden. So entsteht ein Lernumfeld, in dem Rückmeldungen nicht nur am Ende, sondern während des ganzen Semesters stattfinden.
Eine besondere Rolle spielt dabei ein KI-Assistent, den das Lehrteam eigens für diesen Kurs entwickelt hat. Er wurde mit Kursunterlagen, Hardware-Dokumentation, früheren Prüfungen und Arbeitsabläufen des projektbasierten Lernens abgestimmt. Er hilft etwa dabei, Fehler im Programmcode zu finden und zu beheben, bei Designfragen und bei der Vorbereitung kurzer Projektpräsentationen.
Unterstützung auch ausserhalb des Unterrichts
Der KI-Assistent ersetzt die Lehrenden nicht, sondern ergänzt sie. Sein Vorteil liegt vor allem darin, dass er auch ausserhalb der Unterrichtszeiten verfügbar ist. Gerade in projektbasierten Formaten, in denen Teams oft asynchron arbeiten und Probleme erst beim Bauen oder Testen sichtbar werden, kann diese laufende Unterstützung entscheidend sein.
Diese neue Form der Lehre lässt sich nach Ansicht des Teams auch auf andere grosse und kleine Lehrveranstaltungen übertragen. Es wurde bereits an der Ashesi University in Ghana eingesetzt und wird ab 2026 auch Projekte mit programmierbarer Hardware im ETH-Kurs zu komplexem Mikrochip-Design unterstützen.
Starke Ergebnisse und steigende Nachfrage
Die bisherigen Rückmeldungen von Studierenden zeigen, dass der neue Ansatz greift. Zwischen 2023 und 2024 wurde der Kurs von einem rein theoretischen in ein praxisorientiertes Format überführt. Mit der vollständigen Umsetzung der Neuerungen stieg 2024 auch die Gesamtbewertung des Kurses deutlich gegenüber dem Vorjahr. Auch das Interesse der Studierenden nahm zu. Für die Ausgabe 2025 wurden vor Semesterbeginn 482 Anmeldungen verzeichnet, was zu einer Warteliste mit 82 Personen führte. Bei früheren Durchführungen lag die Teilnahmequote bei rund 250 Studierenden. Laut Lehrteam zeigen die Studierenden heute mehr Engagement, stärkeres kritisches Denken und einen besseren Wissenstransfer.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.