12. Swissmem Industrietag Schweizer MEM-Industrie lebt Nachhaltigkeit

Redakteur: Susanne Reinshagen

Die Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM) leistet in der Schweiz sowie weltweit einen wichtigen Beitrag zur effizienten Nutzung knapper Ressourcen und zur Reduktion schädlicher Emissionen.

(Bild: Swissmem, Stefan Kubli)

Der 12. Swissmem-Industrietag fand unter dem Titel «Zukunft gestalten — Mit Hightech aus der Industrie zu einer nachhaltigen Wirtschaft» im Hallenstadion Zürich statt. Unternehmen aus der Swissmem-Mitgliedschaft präsentierten innovative Lösungen und diskutierten die Rolle der Industrie auf dem Weg zu einer nachhaltigen Wirtschaft.

Die Unternehmen der Schweizer MEM-Industrie leisten mit ihren Produkten und Technologien weltweit einen wichtigen Beitrag zur effizienten Nutzung knapper Ressourcen sowie zur Reduktion schädlicher Emissionen. Viele haben die Bedeutung der Nachhaltigkeit schon früh erkannt und bereits grosse Umsetzungsschritte realisiert. Im Vergleich zu 1990 haben die Swissmem-Mitgliedfirmen in der Schweiz ihren Energieverbrauch um 45 Prozent und ihren CO₂-Ausstoss sogar um 59 Prozent reduziert — und dies bei gleichzeitig höherer industrieller Wertschöpfung.

Die grossen Hebel liegen im Ausland

Eine Analyse des Instituts für Umweltingenieurwissenschaften der ETH Zürich zeigt, dass rund 80 Prozent der Treibhausgas-Emissionen der Schweizer MEM-Industrie in der ausländischen Zulieferkette anfallen. Generell weist die Schweizer MEM-Industrie im Verhältnis zur Wertschöpfung einen relativ kleinen Ausstoss an direkten Treibhausgas- und Feinstaub-Emissionen auf. Die Gründe dafür liegen in der Substitution von fossilen Brennstoffen durch weniger CO₂-intensive Alternativen sowie in der gezielten Reduktion des Energieverbrauchs. Die MEM-Industrie profitiert dabei vom CO₂-armen Strommix der Schweiz. Aber auch Auslagerungen emissonslastiger Wertschöpfungsschritte ins Ausland trugen zu den Reduktionen bei.

Die grössten Hebel für künftige Reduktionsmassnahmen liegen somit in der ausländischen Zulieferkette. Die Schweizer MEM-Unternehmen beschäftigen im ­Ausland weit mehr Mitarbeitende (512 000) als in der Schweiz (325 000). Die Unternehmen sollten von der Politik somit ­ermutigt werden, Massnahmen zur CO₂-­Reduktion im Ausland zu tätigen.

Sie kann das tun, indem CO₂-Reduktionen im Ausland in gleichem Umfang wie jene im Inland an nationale Klimaziele anrechenbar gemacht und entsprechende bilaterale Abkommen mit geeigneten Partnerländern abgeschlossen werden. Das Klimaabkommen von Paris erlaubt dies grundsätzlich.

Beitrag zur ökologischen Nachhaltigkeit

Die Schweizer MEM-Industrie verfügt über Technologien, die ein nachhaltiges Wirtschaften oft überhaupt erst möglich machen. Geringerer Energieverbrauch, effiziente Nutzung von Rohstoffen und direkte CO₂-Reduktionen sind heute wichtige Merkmale der Produkte und Dienstleistungen von Schweizer MEM-Firmen. In Bezug auf die Umweltwirkung ist dies entscheidend, denn gemäss Fallstudien der ETH verbrauchen die meisten MEM-Produkte während ihrer Nutzung weitaus mehr Energie, als für ihre Herstellung benötigt wurde. Wenn umweltschonende Schweizer Maschinen oder Anlagen in einem Land mit CO₂-intensiver Stromproduktion eingesetzt werden, fallen deren besondere Qualitäten noch mehr ins Gewicht.

Durch den Export umweltoptimierter Produkte kann die MEM-Industrie im Ausland eine viel grössere Wirkung zur CO₂-­Reduktion entfalten, als es in der Schweiz möglich ist.

swissmem.ch

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