Umwelttechnologie Schweizerischer Nationalpark ist Technologie-Pilot für Naturschutz

Redakteur: Andreas Leu

Die International Union for Conservation of Nature (IUCN), der Schweizerische Nationalpark (SNP), die Non-Profit-Organisation Porini Foundation und Technologiepartner Huawei Schweiz gehen eine einzigartige Partnerschaft ein, um die Effizienz des Naturschutzes im Schweizerischen Nationalpark durch den Einsatz modernster Technologielösungen zu steigern.

Kamerafallenbild von einem Reh
Kamerafallenbild von einem Reh
(Bild: Schweizerischer Nationalpark)

Die IUCN und Huawei haben gemeinsam unter dem Dach der Tech4All-Initiative von Huawei eine globale Tech4Nature-Partnerschaft ins Leben gerufen. Tech4Nature zielt darauf ab, Wissen, Technologie und Ressourcen für Schutzgebiete auf der ganzen Welt bereitzustellen, damit die Natur effektiver und wirkungsvoller geschützt werden kann. Im Rahmen von Tech4Nature werden in definierten Referenzgebieten in fünf verschiedenen Ländern neue und massgeschneiderte digitale Technologien dahingehend erprobt, wie sie die Wirkung von Naturschutz steigern können.

Im Ergebnis wird der Erfolg von Naturschutz in 300 Schutzgebieten weltweit anhand des «IUCN Green List Standards» gemessen und bewertet werden können. Dieser Standard dient als Leitfaden für den angemessenen Einsatz von Technologien zur Unterstützung des Naturschutzes in einer wachsenden globalen Partnerschaft.

Gewinnung von Erkenntnissen über Schutz und Wirkung

Der SNP wurde für dieses Programm als erstes Flagship der Kategorie «Alpine Site» ausgewählt. Der im Kanton Graubünden gelegene Park ist als strenges Naturschutzgebiet (IUCN-Kategorie Ia) ausgewiesen und bildet einen Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Engiadina Val Müstair. Der Nationalpark wurde 1914 gegründet und ist das erste Gebiet in der Schweiz, das den Status der Grünen Liste der IUCN erhalten hat. Dies in Anerkennung für ein effizientes Management und eine ausbalancierte Verwaltung sowie eine hervorragende Bilanz im Naturschutz und in der Erforschung der Alpenregion.

Der erste Arbeitsbereich wird sich damit beschäftigen, wie die Analyse der 1,5 Millionen Kamerafallenbilder des Parks mit Hilfe von künstlicher Intelligenz automatisiert werden kann – was derzeit noch manuell durchgeführt wird. Dadurch sollen die Bilder schneller und detaillierter ausgewertet werden können, so dass die Wildtiere besser überwacht und die Übermittlung der wissenschaftlichen Daten für das Management des Parks beschleunigt werden kann.

Aufbau eines digitalen Marktplatzes für CO2-Zertifikate

Der zweite Arbeitsbereich wird digitale Werkzeuge zur Messung, Verifizierung und Bewertung der Klimaschutzbeiträge des Schutzgebietes erforschen. Das Ziel ist es, Zertifikate für jede Tonne CO2 bereitzustellen, die durch die Bemühungen des Parks und gestützt durch die «IUCN Green List»-­Akkreditierung kompensiert wird. Die Lösung wird zunächst im SNP entwickelt und getestet, mit dem langfristigen Ziel, sie weltweit auszurollen. In Übereinstimmung mit dem Green List Standard der IUCN wird die Porini Foundation eine digitale Validierung für Marktplatztransaktionen dieser Zertifikate entwickeln.

Es wird immer deutlicher, dass weder der Verlust der biologischen Vielfalt noch die Krise des Klimawandels erfolgreich bewältigt werden können, wenn nicht beide Herausforderungen gemeinsam angegangen werden. Indem diese Zertifikate Investitionen sowohl in die biologische Vielfalt als auch in positive Klimamassnahmen ermöglichen, können Investoren einen wirkungsvolleren und umfassenderen Beitrag leisten und gleichzeitig für die weitere Optimierung in diesen Bereichen besorgt sein.

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