Gezeitenenergie So funktioniert die grösste Gezeitenturbine der Welt

Redakteur: Katharina Juschkat

Vor der schottischen Küste wird die grösste Gezeitenturbine der Welt installiert. Der 73 m lange Schwimmkörper kann 1700 Haushalte mit Strom versorgen.

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Die größte Gezeitenturbine der Welt soll dieses Frühjahr vor der schottischen Küste in Betrieb gehen.
Die größte Gezeitenturbine der Welt soll dieses Frühjahr vor der schottischen Küste in Betrieb gehen.
(Bild: Orbital)

Gezeitenkraftwerke nutzen die Kraft von Ebbe und Flut, um über grosse Turbinen Strom zu gewinnen. Diese nachhaltige Energiegewinnung bietet grosses Potential, da sie vergleichsweise niedrige Installations- und Instandhaltungskosten haben.

Vor der Küste Schottlands soll in diesem Frühjahr die weltweit leistungsstärkste schwimmende Gezeitenturbine in Betrieb gehen. Hinter dem Projekt steht das schottische Unternehmen für Gezeitenenergie Orbital Marine Power. Der Wälzlagerhersteller SKF lieferte die Antriebsstränge, die Generatoren kommen von ABB Motion.

Wie die Gezeitenturbine aufgebaut ist

Bei der Turbine O2-2MW handelt es sich um einen 73 m langen Schwimmkörper, der auf beiden Seiten eine 1-MW-Turbine trägt. Insgesamt können mit der Turbine 1700 Haushalte mit Strom versorgt werden.

Die dort installierten Rotoren haben einen Durchmesser von 20 m mit einer Gesamtrotorfläche von 600 m² - die grösste Rotorfläche, die jemals an einer Gezeitenturbine installiert wurde. Die Rotorblätter lassen sich um 360° drehen. Das bewirkt, dass sich nicht der gesamte Schwimmkörper nach den Gezeiten ausrichten muss.

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Die Zuverlässigkeit der Generatoren ist entscheidend für den Erfolg der Turbine. Von ABB kommen zwei wassermantelgekühlte AC-Generatoren M3LG 450 LC 4 mit einer Leistung von je 1120 kW. Aufgrund ihrer Bauweise mit einer Achshöhe von 450 mm können die Generatoren mit ihrer hohen Leistungsdichte in den beiden Gondeln des Gezeitenkraftwerks eingebaut werden. Damit ist die O2 laut Hersteller die leistungsstärkste Gezeitenturbine der Welt.

Über das Projekt

Das Projekt der O2-2MW-Turbine wurde durch das EU-Forschungsprogramm Horizon 2020 und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert. Darüber hinaus wurde es auch im Rahmen des Oceanera-Net Cofund-Projekts unterstützt. Weitere Turbinen hat Orbital bereits in Planung.

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