Verarbeitung feuchtigkeitsempfindlicher Materialien CSEM eröffnet Trockenraum für Batterien der Zukunft

Von CSEM 3 min Lesedauer

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Batterien der Zukunft: CSEM stellt in Neuchâtel einen Trockenraum für die Entwicklung von Next-Gen-Batteriezellen bereit. Unternehmen, Start-ups und KMU können dort feuchtigkeitsempfindliche Materialien wie Lithium-Metall unter industriellen Bedingungen verarbeiten. Die offene Infrastruktur schliesst eine strategische Lücke in der Schweizer Innovationslandschaft.

Schnitttest an Lithium-Metall-Batterien.(Bild:  CSEM)
Schnitttest an Lithium-Metall-Batterien.
(Bild: CSEM)

Batterien sind ein Eckpfeiler der Energiewende und weltweit eine strategische Industrietechnologie. Das Schweizer Technologie-Innovationszentrum CSEM hat in seinem Battery Innovation Hub in Neuchâtel einen Trockenraum eröffnet, den es der Industrie nun zur Verfügung stellt. In der Trockenraumumgebung können Unternehmen, Start-ups und KMU unter industriellen Bedingungen Batteriezellen der nächsten Generation entwickeln. Diese Möglichkeiten werden immer wichtiger, da Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und Wertschöpfung davon abhängen, ob man die Batteriezelle selbst beherrscht. Der Zugang zu dieser Art von Infrastruktur konzentriert sich nach wie vor auf das Ausland und auf einige wenige grosse Industrieunternehmen.

Schlüsselvoraussetzung für Batterien der Zukunft

Fortschrittliche Batterietechnologien basieren zunehmend auf Materialien, die extrem feuchtigkeitsempfindlich sind, dazu gehört Lithium-Metall. Der Trockenraum von CSEM wird mit einem Taupunkt von etwa −50 °C oder darunter betrieben, sodass diese Materialien unter Bedingungen verarbeitet werden können, die industriellen Produktionsanforderungen entsprechen. Auf rund 37 Quadratmetern ist der Trockenraum mit einer Pilotlinie zur Montage von Pouch-Zellen bis 5 Ah ausgestattet, einem in Smartphones und Elektrofahrzeugen weit verbreiteten Zellformat. So können neue Zellkonzepte von der Laborforschung in industriell relevante Formate übertragen werden.

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«Batterien entwickeln sich zu einer tragenden Säule des Energiesystems der Zukunft», sagt Andrea Ingenito, Co-Leader CSEM Battery Innovation Hub. «Wer ihre Produktion beherrscht, wird einen zentralen Teil der Energiewende kontrollieren. Mit diesem Trockenraum können wir neue Materialien und Zellkonzepte entwickeln und ihre industrielle Realisierbarkeit demonstrieren.»

Innovation auf Zellebene entscheidend

Moderne Elektrofahrzeuge enthalten Tausende einzelner Batteriezellen, während in der Unterhaltungselektronik nur wenige zum Einsatz kommen. Verbesserungen auf Zellebene wirken sich daher direkt auf Reichweite, Kosten und Sicherheit ganzer Energiesysteme aus. Die Batterietechnologien werden auch zu einem Schlüsselfaktor für die industrielle Wettbewerbsfähigkeit. Bereits heute machen Batterien rund 30 bis 40 Prozent der Kosten eines Elektrofahrzeugs aus, und ihre Bedeutung nimmt in den Bereichen Mobilität, stationäre Energiespeicherung und industrielle Anwendungen weiter zu. «Die nächste Generation von Batterien wird nicht nur darüber entscheiden, wie weit Elektrofahrzeuge fahren können, sondern auch darüber, wie effizient wir erneuerbare Energie speichern und wie wettbewerbsfähig die Schweiz und Europa in diesem Bereich sind», erklärt Andreas Hutter, Co-Leader CSEM Battery Innovation Hub.

Stärkung der Schweiz im globalen Wettlauf um Batterien

Die Produktion von Batteriezellen ist weltweit stark konzentriert: Der Grossteil der Fertigung findet in Asien statt, während Europa massiv in neue industrielle Kapazitäten investiert. In diesem Zusammenhang ist der Zugang zu einer modernen Entwicklungsinfrastruktur strategisch entscheidend. Mit der Öffnung des Trockenraums für Industrie, Start-ups und KMU trägt CSEM dazu bei, eine kritische Lücke in der Innovationslandschaft der Schweiz zu schliessen. Unternehmen erhalten Zugang zu einer hochmodernen Entwicklungsinfrastruktur, die ansonsten hauptsächlich im Ausland oder innerhalb grosser Industriekonzerne verfügbar ist. Mit dem Battery Innovation Hub und dem nun einsatzbereiten Trockenraum trägt CSEM dazu bei, die Position der Schweiz im internationalen Wettbewerb um zukünftige Batterietechnologien zu stärken und den Innovationstransfer von der angewandten Forschung hin zur industriellen Anwendung zu beschleunigen.

Fortsetzung der regionalen Unterstützung

Der CSEM Battery Innovation Hub wird auch künftig starke regionale Unterstützung erhalten. Die Banque Cantonale Neuchâteloise (BCN) hat ihre Unterstützung für die nächsten zwei Jahre erneuert und bekräftigt damit ihr Engagement für Innovation und industrielle Entwicklung in der Region. Pierre-Alain Leuenberger, CEO der BCN, bringt es auf den Punkt: «Der CSEM Battery Innovation Hub ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Forschung, Industrie und regionale Akteure zusammenarbeiten können, um langfristigen, nachhaltigen Wert zu schaffen. Die BCN ist stolz darauf, CSEM weiterhin dabei zu unterstützen, Cleantech zu entwickeln sowie Schweizer Unternehmen die nötigen Werkzeuge an die Hand zu geben, welche sie brauchen, um innovativ zu sein, zur Energiewende beizutragen und in einem schnelllebigen globalen Umfeld wettbewerbsfähig zu bleiben.»

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