Cyberangriff im Mittelstand Warum die ersten Stunden über den Schaden entscheiden

Von Data-Reverse 3 min Lesedauer

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Data-Reverse-CEO Jan Bindig erläutert im CRN-Interview, warum die erste Reaktion das Ausmass des Schadens bestimmt und wie die Cyber-Notfall-Allianz Cybernotfall24 betroffene Unternehmen durch diese Phase führt.

Jan Bindig, CEO Data Reverse, zur Soforthilfe im Cybernotfall (Bild:  Data Reverse)
Jan Bindig, CEO Data Reverse, zur Soforthilfe im Cybernotfall
(Bild: Data Reverse)

Wenn ein Cyberangriff einen mittelständischen Betrieb erreicht, entscheidet sich in den ersten Stunden, wie teuer und wie langwierig der Vorfall wird. Technische, organisatorische und rechtliche Fragen laufen gleichzeitig auf, während die eigene IT bereits unter Druck steht und Teile der Infrastruktur nicht mehr erreichbar sind. Wer in dieser Lage erst eine Liste möglicher Dienstleister abtelefoniert, verliert die Zeit, in der sich der Schaden noch begrenzen lässt.

Auf diese Phase zielt Cybernotfall24, die gemeinsame Cyber-Notfall-Allianz von Data Reverse, aconitas und Schneider & Wulf. In einem Interview mit dem Fachmagazin CRN hat Jan Bindig, Geschäftsführer von Data Reverse, beschrieben, warum der Dienst entstanden ist. Den Ausschlag gab kein einzelner Vorfall, sondern ein wiederkehrendes Muster aus der Praxis. «Wir haben in vielen Fällen gesehen, dass Unternehmen im Ernstfall vor allem Orientierung brauchen», sagt Bindig. Gemeint ist damit weniger eine zusätzliche Auswahl an Optionen als eine zentrale Anlaufstelle mit schneller, belastbarer Einordnung der Lage.

Warum die erste Reaktion über den Schaden entscheidet

Gerade im Mittelstand ist die Reaktion auf einen Vorfall häufig von verständlichem, aber riskantem Aktionismus geprägt. Betroffene Systeme werden hektisch heruntergefahren, Sicherungen ohne Prüfung eingespielt oder kompromittierte Server vorschnell neu aufgesetzt. Jede dieser Reaktionen kann den Vorfall verschärfen. Ein unkontrolliertes Herunterfahren vernichtet flüchtige Spuren im Arbeitsspeicher, die für die spätere Analyse entscheidend sind. Das Rückspielen aus Sicherungen in eine noch kompromittierte Umgebung führt regelmässig zur erneuten Infektion, weil die eigentliche Ursache, etwa übernommene Zugänge oder hinterlegte Persistenzmechanismen, nicht beseitigt wurde. Und wer Datenträger voreilig überschreibt, verliert unter Umständen Wiederherstellungsoptionen, die zu diesem Zeitpunkt noch bestanden hätten.

Worauf es in den ersten Stunden ankommt

Sinnvoll ist im Ernstfall eine andere Reihenfolge. Betroffene Systeme gehören kontrolliert vom Netz getrennt statt unkoordiniert heruntergefahren, denn so lässt sich eine seitliche Ausbreitung stoppen, ohne flüchtige Spuren im Arbeitsspeicher zu zerstören. Vor jedem weiteren Schritt steht die Sichtung der Lage: Welche Systeme und Datenbestände sind betroffen, welcher Sicherungsstand ist intakt, ab welchem Zeitpunkt muss die Umgebung als kompromittiert gelten? Solange die Systeme unverändert bleiben, sichern die Spezialisten parallel forensisch relevante Daten, denn wer hier zu früh eingreift, vernichtet die Belege, mit denen sich Ursache und Ausmass später nachvollziehen lassen.

Erst nach dieser Bewertung beginnt die Wiederherstellung, und auch dann mit Vorbehalt. Sicherungen spielt das Team ein, sobald Ursache und Integrität der Backups geklärt sind, weil ein Rückspielen in eine noch kompromittierte Umgebung den Vorfall lediglich wiederholt. Zusammengehalten wird der gesamte Ablauf von einer koordinierenden Anlaufstelle, statt mehrere Beteiligte unabgestimmt eingreifen zu lassen. An diesem Punkt setzt Cybernotfall24 an.

Drei Kompetenzfelder, eine Anlaufstelle

Die Arbeitsteilung der drei Partner ist klar zugeschnitten. Data Reverse bringt Datenrettung, forensische Analyse und die Wiederherstellung kompromittierter Speicher- und Backup-Umgebungen ein, dazu eine durchgehende Reaktionsfähigkeit rund um die Uhr. aconitas verantwortet Active-Directory-Schutz, Passwortmanagement, IT-Sicherheitskonzepte und Cyber-Resilienz, also die Identitätsebene, über die sich Angreifer dauerhaft festsetzen. Schneider & Wulf steuert Penetration Testing, Awareness-Trainings, IT-Sicherheitsaudits und Managed Services bei. Reicht das im konkreten Fall nicht aus, lassen sich je nach Lage weitere eingespielte Spezialisten einbinden, ohne dass das betroffene Unternehmen die Anlaufstelle wechseln muss.

Ergänzung statt Verdrängung

Wichtig ist Bindig die Abgrenzung zu bestehenden IT-Dienstleistern. «Wir verstehen uns deshalb nicht als Ersatz für den bestehenden Dienstleister. Im besten Fall arbeiten wir mit ihm zusammen», betont er. Systemhäuser können die Eingreiftruppe im Ernstfall hinzuziehen, um zusätzliche Kompetenz einzubinden, ohne die eigene Kundenbeziehung zu gefährden. Dazu kommt die Unabhängigkeit von Cyberversicherern: Wo deren Hotlines und feste Dienstleisternetzwerke immer auch Regulierung, Kostenprüfung und Deckung im Blick haben, beginnt Cybernotfall24 bei der technischen Frage, was den Schaden jetzt begrenzt, die Handlungsfähigkeit zurückbringt und keine Optionen verbaut.

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Adressat ist vor allem der deutsche Mittelstand, der in der Regel über funktionierende IT-Strukturen verfügt, im Ausnahmefall eines Angriffs aber eine spezialisierte und schnelle Anlaufstelle braucht. Bindig fasst den Anspruch im Interview knapp zusammen: «Cybernotfall24 ist die Feuerwehr für Cybernotfälle im deutschen Mittelstand.»

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