Durchgängige Datenverfügbarkeit und präzise Detailinformation sind entscheidende Voraussetzung für digitalisierte Produktionsprozesse. Im Fall einer Störung sind es häufig visuelle Informationen, die zur eindeutigen Ursachenanalyse beitragen. Die Ereigniskamera VOC von Pepperl+Fuchs kombiniert Livestreams mit ereignisgesteuerten Bild- und Videoaufzeichnungen und schafft so eine gezielte Grundlage für Analyse, Dokumentation und Ferndiagnose.
Mit der Funktion Personenerkennung erkennt das System bis zu drei Personen im Sichtfeld, markiert diese als Overlay im Videobild und kann daraufhin automatisch ein auslösendes Ereignis markieren.
(Bild: Pepperl+Fuchs)
Im Gegensatz zu klassischen Kamerasystemen arbeitet die Ereigniskamera VOC von Pepperl+Fuchs nicht ausschliesslich mit Daueraufzeichnung. Sie speichert die Videodaten zunächst in einem Ringpuffer. Erst wenn ein definiertes Ereignis eintritt, sichert das System die relevanten Sequenzen dauerhaft auf dem integrierten Speicher mit bis zu 24 GB. Die Länge der Aufzeichnung lässt sich flexibel konfigurieren und umfasst bis zu 900 Sekunden vor und nach dem auslösenden Ereignis. Dieses Prinzip reduziert die Datenmenge auf relevante Inhalte und vereinfacht gleichzeitig die spätere Auswertung. Ergänzende Informationen wie Zeitstempel und Freitext unterstützen die präzise Analyse von Produktionsabläufen und Fehlerursachen. Neben Videosequenzen kann die Kamera für Detailanalyse und Dokumentation einzelner Prozessschritte auch hochaufgelösete Einzelbilder mit 12 MP speichern. Die Aufnahme lässt sich per Triggersignal gezielt auslösen. Mit einem Sichtfeld von 102° x 67° erfasst die Kamera auch grössere Anlagenbereiche zuverlässig.
Flexible Integration und Streaming-Optionen
Die Ereigniskamera lässt sich mithilfe verschiedener Schnittstellen und Streaming-Technologien unkompliziert in die jeweilige Anlagenumgebung einbinden. Mit dem integrierten Webinterface kann man Livestreams abrufen und das Gerät konfigurieren. Eine REST-API ermöglicht die Einbindung in bestehende IT-Systeme und kundenspezifische Benutzeroberflächen. Für Livebilder stehen mehrere Streaming-Optionen zur Verfügung. WebRTC ermöglicht eine ressourcenschonende Echtzeitübertragung. Werden mehrere Kameras eingesetzt, können bis zu sechs Geräte miteinander verknüpft werden, sodass sämtliche Livestreams zentral auf dem Webinterface einer Kamera verfügbar sind. Ergänzend unterstützt das System RTSP-Streams zur Integration in Standard-HMI-Displays. Auflösung und Framerate lassen sich an die jeweilige Anwendung anpassen.
Für die Ereigniserkennung stehen verschiedene Triggeroptionen zur Verfügung. Durch den Digitaleingang können Sensoren oder die Steuerung das Speichern einer Aufnahme auslösen. Zusätzlich lassen sich Signale über die API an die Kamera übertragen. Neben externen Signalen können auch Bewegung, Helligkeitsänderung oder Beschleunigung als Trigger genutzt werden. Die Reaktionsempfindlichkeit lässt sich an die individuellen Erfordernisse des Prozesses anpassen. Mit der Funktion «Personenerkennung» erkennt das System bis zu drei Personen im Sichtfeld, markiert diese als Overlay im Videobild und kann daraufhin automatisch ein auslösendes Ereignis markieren. Zudem lassen sich Triggerereignisse innerhalb eines Netzwerks an bis zu neun weitere Ereigniskameras weitergeben. So entsteht eine umfassende Sicht auf komplexe Anlagenbereiche und Prozessabläufe.
Datenschutz integriert
Mit den neuen Funktionen werden auch Anforderungen im Hinblick auf Datenschutz und Mitarbeiterakzeptanz erfüllt. Sichtbereiche können dauerhaft maskiert werden, wenn beispielsweise Wege oder Arbeitsplätze im Kamerabild liegen. Diese Bereiche bleiben dann in sämtlichen Aufnahmen unkenntlich. Der Ringpuffer kann zeitweise, zum Beispiel für die Dauer von Servicearbeiten, über die API oder den Digitaleingang deaktiviert werden, sodass in diesem Zeitraum keine Zwischenspeicherung von Bilddaten erfolgt. Eine weitere optionale Funktion ist die automatische Gesichtsweichzeichnung per KI-Algorithmus: Gesichter werden durch Verpixelung oder Maskierung mit grauen Flächen anonymisiert.
Die Ereigniskamera eignet sich für zahlreiche industrielle Anwendungen, sowohl in Logistik- als auch Produktionsprozessen. In Hochregallagern und Regalbediengeräten schafft sie Transparenz in schwer zugänglichen Bereichen; Ein- und Auslagerungsprozesse werden kontinuierlich überwacht und dokumentiert. Im Fehlerfall wird die relevante Aufnahme automatisch gespeichert und für die Analyse bereitgestellt. Der Betriebstemperaturbereich von -30 bis 50 °C erlaubt den Einsatz auch im Tiefkühllager. In Verpackungsmaschinen und in Montageprozesse wie etwa bei Batteriemodulen überwacht die Ereigniskamera kritische Prozessschritte; ihre Daten stehen ebenso für die Prozessoptimierung wie für die Qualitätssicherung zur Verfügung. Die Bilder und Videos erlauben die schnelle Fehleranalyse und helfen, Massnahmen zur Vermeidung künftiger Störungen gezielt umzusetzen. Die Bewegungs- und die Personenerkennung bieten die Möglichkeit, für sensible Produktionszonen oder Bereiche mit Zugangssicherung differenzierte Sicherheitsvorkehrungen zu implementieren.
Stand: 08.12.2025
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