pörtner consulting empfiehlt einen strukturierten Auswahlprozess – von der Anforderungsanalyse über den Praxistest bis zur sicheren Einführung.
(Bild: pörtner consulting / KI-generiert)
Der Markt für KI-Lösungen entwickelt sich mit hoher Geschwindigkeit. Nahezu täglich kommen neue Tools für Texterstellung, Recherche, Datenanalyse, Kundenservice, Prozessautomatisierung oder Wissensmanagement hinzu. Für Unternehmen wird es dadurch zunehmend schwieriger, geeignete Anwendungen zu erkennen und fundierte Investitionsentscheidungen zu treffen.
Neben Funktionsumfang und Kosten müssen bei der KI-Tool-Auswahl 2026 auch Datenschutz, Informationssicherheit, Integrationsfähigkeit und regulatorische Anforderungen berücksichtigt werden. Seit dem 2. August 2026 gelten weitere zentrale Bestimmungen des europäischen AI Acts. Unternehmen müssen deshalb genauer prüfen, wie eine KI-Lösung arbeitet, welche Daten sie verarbeitet und welche Risiken mit ihrem Einsatz verbunden sind.
Vom KI-Hype zum konkreten Anwendungsfall
Am Anfang einer professionellen KI-Tool-Auswahl sollte daher keine Produktliste, sondern eine klare Zieldefinition stehen. Unternehmen müssen zunächst festlegen, welche Prozesse verbessert, welche Aufgaben automatisiert und welche messbaren Ergebnisse erreicht werden sollen.
Erstellung von Prognosen und Entscheidungsvorlagen
Erst wenn der konkrete Bedarf definiert ist, lässt sich sinnvoll bewerten, ob eine Standardlösung, eine spezialisierte Branchenanwendung oder eine individuell integrierte KI-Plattform geeignet ist.
Sieben Kriterien für die Auswahl geeigneter KI-Tools
pörtner consulting empfiehlt Unternehmen, KI-Lösungen insbesondere anhand der folgenden Kriterien zu beurteilen:
1. Fachliche Eignung
Die Lösung muss den definierten Anwendungsfall zuverlässig abdecken. Funktionen sollten nicht nur in einer Präsentation überzeugen, sondern anhand realistischer Aufgaben und unternehmenseigener Beispiele getestet werden.
2. Qualität und Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse
Neben Geschwindigkeit und Bedienkomfort zählen vor allem Genauigkeit, Konsistenz und Nachprüfbarkeit. Unternehmen sollten untersuchen, wie häufig fehlerhafte oder erfundene Ergebnisse auftreten und welche Kontrollmöglichkeiten vorhanden sind.
3. Datenschutz und Informationssicherheit
Zu klären ist, welche Daten verarbeitet werden, wo diese gespeichert werden und ob Eingaben zum Training von KI-Modellen genutzt werden. Besonders bei personenbezogenen, vertraulichen oder geschäftskritischen Informationen sind klare vertragliche und technische Regelungen erforderlich.
4. Integration in die bestehende IT-Landschaft
Eine KI-Lösung entfaltet ihren Nutzen häufig erst durch die Verbindung mit bestehenden Anwendungen wie ERP-, CRM-, DMS-, PIM- oder Kollaborationssystemen. Verfügbare Schnittstellen, Berechtigungskonzepte und Möglichkeiten zur Prozessautomatisierung sollten deshalb frühzeitig bewertet werden.
5. Skalierbarkeit und Betriebsmodell
Unternehmen sollten prüfen, ob die Lösung auch bei steigenden Nutzerzahlen, größeren Datenmengen und weiteren Anwendungsfällen wirtschaftlich betrieben werden kann. Dazu gehören auch Support, Verfügbarkeit und die langfristige Weiterentwicklung durch den Anbieter.
6. Kosten und messbarer Nutzen
Neben Lizenzkosten müssen Aufwendungen für Einführung, Integration, Schulung, Betrieb und Qualitätssicherung berücksichtigt werden. Entscheidend ist nicht der niedrigste Preis, sondern ein nachvollziehbares Verhältnis zwischen Gesamtkosten und erwartetem Mehrwert.
7. Governance und regulatorische Eignung
Unternehmen benötigen klare Verantwortlichkeiten und Regeln für den KI-Einsatz. Abhängig vom jeweiligen Anwendungsfall müssen unter anderem Transparenz-, Dokumentations- und Kontrollanforderungen berücksichtigt werden. Auch die notwendige KI-Kompetenz der Mitarbeitenden gehört zu einer nachhaltigen Einführung.
Stand: 08.12.2025
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Praxistests statt Entscheidung anhand von Produktversprechen
Eine reine Gegenüberstellung von Funktionslisten reicht bei KI-Lösungen häufig nicht aus. Die tatsächliche Leistungsfähigkeit zeigt sich erst bei der Bearbeitung konkreter Aufgaben. pörtner consulting empfiehlt deshalb, geeignete Anbieter zunächst in einer Shortlist zusammenzufassen und anschließend strukturierte Praxistests durchzuführen.
In einem Proof of Concept oder Proof of Value können die Lösungen anhand identischer Testfälle bewertet werden. Dadurch werden Unterschiede bei Ergebnisqualität, Bedienbarkeit, Geschwindigkeit, Datenschutz und Integrationsfähigkeit sichtbar. Eine gewichtete Entscheidungsmatrix schafft zusätzliche Transparenz und ermöglicht es, fachliche und wirtschaftliche Bewertungen nachvollziehbar zusammenzuführen.
KI-Tool-Auswahl ist keine reine IT-Entscheidung
Die Auswahl und Einführung von KI betrifft nicht nur die IT-Abteilung. Auch Fachbereiche, Datenschutz, Informationssicherheit, Personalabteilung, Einkauf und Geschäftsführung sollten frühzeitig eingebunden werden. So können Anforderungen gemeinsam definiert, Risiken erkannt und Akzeptanzprobleme vermieden werden.
Gleichzeitig sollten Unternehmen bestehende KI-Anwendungen erfassen. Denn in vielen Organisationen werden bereits frei verfügbare Tools eingesetzt, ohne dass zentrale Richtlinien oder Freigabeprozesse bestehen. Ein unternehmensweites KI-Inventar schafft Transparenz und bildet die Grundlage für eine kontrollierte Weiterentwicklung.