Beim ersten Eplan «Global Engineering Festival» am 20. und 21. Mai 2026 in München ging alles darum, den Engineering-Prozess zu verbessern und zu beschleunigen. In zahlreichen Fachvorträgen, Panel-Diskussionen und Keynotes mit über 100 Speakern von Eplan und Partnerfirmen wurde das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet.
Sebastian Seitz, CEO von Eplan: «Die Zukunft liegt in der Zusammenarbeit – nur so können wir die Herausforderungen der Zukunft meistern. Die Technologien sind verfügbar. Die entscheidende Frage ist, wie wir konsequent diese Möglichkeiten in unsere Prozesse integrieren.»
(Bild: Jasper Ehrich/Eplan)
Mit der Next26 hat Eplan am 20. und 21. Mai 2026 in München sein erstes «Global Engineering Festival» durchgeführt. Thematischer Fokus der Veranstaltung war die Fragestellung, wie der Engineering-Prozess verbessert und beschleunigt werden kann. Rund 1500 Fachbesucher sind in die bayrische Hauptstadt gereist, um sich über das Thema zu informieren und auszutauschen. Sebastian Seitz, CEO von Eplan, macht in seiner Begrüssung klar: «Wir geben Ihnen einen Vorgeschmack darauf, was als Nächstes kommt. Hier auf der Eplan Next müssen wir über eine der grössten Herausforderungen in unserer gemeinsamen Branche sprechen, nämlich die Digitalisierung unserer gesamten Wertschöpfungsprozesse.»
Künstliche Intelligenz im Engineering: Eplan Copilot
Auch stellte Sebastian Seitz seine Vision von Künstlicher Intelligenz im Engineering vor – die Entwicklung des Copiloten zum Piloten, der autonom und mit 100 %iger Genauigkeit arbeitet. Noch ist der Pilot Zukunftsmusik. Doch als als ersten Schritt hat Eplan auf der Next26 seinen Copilot gelauncht, eine neue Generation KI‑gestützter Assistenz, der Anwender als verlässlicher Partner im Arbeitsalltag unterstützen soll. Der Copilot arbeitet mit validiertem Eplan-Wissen und verbindet Engineering‑Know‑how, Plattformfunktionalitäten und konkrete Aufgaben. Bei der Vorstellung der neuen KI, die auch wegen des Schutzes der «Intellectual property» vieles anders macht als andere industrielle KI-Anwendungen, erklärt der Firmenchef: «Heute veröffentlichen wir unseren Eplan Copilot in der Cloud-Umgebung.» Seitz betonte das Thema Datensicherheit, die solide Architektur der KI und das langfristige Ziel, Arbeitsabläufe wirklich autonom zu gestalten. «Wir müssen viel Wissen einbringen und in der KI die passenden Fähigkeiten aufbauen, um Prozesse nicht nur zu automatisieren, sondern auch autonom zu steuern. Unser Ziel: Wir wollen diese Technologie so weiterentwickeln, dass sie sich vom Copiloten zum Piloten entwickelt.»
Besucher aus aller Welt konnten aus erster Hand erfahren, wie sich die Top-Innovatoren der Industrie wie DMG Mori, Eaton und Siemens auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereiten und welche Tools der Maschinen– oder Schaltschrankbauer schon heute nutzen kann, um im Wettbewerb von morgen erfolgreich zu sein.
Rainer Brehm, COO fürs Automatisierungsgeschäft und CTO, Siemens Digital Industries, benannte in seiner Keynote als nächsten Schritt den Wandel von der regelbasierten zur zielbasierten Automation. Gelingen wird das zum Beispiel mit einem durchgängigen, KI-basierten «Advanced Machine Engineering», bei dessen Gestaltung Siemens eng mit Eplan zusammenarbeitet.
Dr.-Ing. Masahiko Mori, Präsident und CEO der DMG Mori Group, stellte in seiner Keynote die Initiative «Machining Transformation» von DMG Mori vor und ging dabei auch auf die Zusammenarbeit mit Eplan zur Realisierung eines digitalen Zwillings im Schaltschrankbau ein. DMG Mori konnte durch Digitalisierung des Schaltschrankbaus mit Eplan fast ein Drittel der Zeit einsparen.
Andy Lee, Operations Director Power Distribution Systems China von Eaton, bot den Teilnehmern einen spannenden Einblick in eine «Vorzeigefabrik» des weitgehend automatisierten Schaltschrankbaus in Changzhou/ China. Auch dort wird die Eplan Plattform als Backbone des Elektro-Engineering genutzt, und die Verdrahtungen werden hier bereits mittels humanoider Roboter geprüft.
Future Lab: Die Zukunft des Engineering hautnah erleben
Im Future Lab standen wegweisende Neuentwicklungen ebenso auf dem Programm wie unterschiedliche Zukunftstechnologien – beispielsweise ein Auto Panel Design, das direkt aus einer ersten Stückliste einen grundlegenden Montageplattenentwurf liefert. Auf dieser Grundlage lässt sich bereits in der Angebotsphase mit minimalem Aufwand ein passendes Gehäuse auswählen und eine verlässliche Kostenschätzung erstellen. Weiteres Highlight: ein softwaregestützter Fertigungsarbeitsplatz, der es auch weniger erfahrenen Mitarbeitern ermöglichen kann, Schaltschränke auf hohem Qualitätsniveau zu bauen – zuverlässig, transparent und unter Einhaltung aller individuellen Anforderungen. Auch Themen wie die Siemens Teamcenter Integration und Advanced Machine Engineering wurden im Future Lab präsentiert – sie schaffen eine direkte Verbindung zwischen mechanischer Konstruktion, Produktdatenmanagement (PDM) und elektrischer Steuerungstechnik (CAE / TIA).
Beschleunigt Engineering: Die Eplan Plattform 2027 & Smart Sourcing
Eplan nutzte die Veranstaltung für eine exklusive Vorausschau in die neue Eplan Plattform 2027, in deren Entwicklung rund 500 Anforderungen von Kunden umgesetzt worden sind. Sie soll Projekte von Elektrokonstrukteuren entlang der drei Prozessschritte Vorplanung, Elektro-Engineering und Schaltschrankplanung erneut beschleunigen. Auf der Ebene der Bauteilbeschaffung gibt es mit Eplan Smart Sourcing ebenfalls eine neue und hoch automatisierte Lösung, die auf der Eplan Next26 ihre Deutschland-Premiere feierte. Der Praxisvorteil: Mit dem Tool wird schon in der Konstruktion klar, wo und wie schnell benötigte Teile beschafft werden können. Anwender konnten in unterschiedlichen Master Classes nicht nur in die Neuerungen der Software, sondern auch in Themen wie smarte Schaltschrankplanung, effiziente Maschinenverkabelung und digitale Produktstrukturierung einsteigen.
Im Trend: Standardisierung und Kooperation
In einer begleitenden Fachausstellung, dem Partner Plaza, zeigten über zwanzig Unternehmen von ABB über Phoenix Contact, Rittal, Rockwell Automation und Siemens bis hin zu Weidmüller ihre Innovationen, die im Kontext von Eplan das Engineering erleichtern und automatisieren. Gerade die Datendurchgängigkeit spielte hier eine entscheidende Rolle und es zeichnet sich ab, dass nur mit diesen intelligenten Verbindungen der vollständig digitale Zwilling im Engineering umsetzbar ist. Dabei spielt – auch das betonten mehrere Referenten – immer häufiger die Verwaltungsschale (Asset Administration Shell/ AAS) als standardisierter Übertragungsweg eine zentrale Rolle.
Zum Abschluss der zweitägigen Veranstaltungen zog Sebastian Seitz ein rundum positives Fazit: «Das war ein gelungener Auftakt. Viele unserer Partner, die an den Panels und Diskussionen beteiligt waren, haben betont: Die Zukunft liegt in der Zusammenarbeit – nur so können wir die Herausforderungen der Zukunft meistern. Die Technologien sind verfügbar. Die entscheidende Frage ist, wie wir konsequent diese Möglichkeiten in unsere Prozesse integrieren. Das werden wir auf der Eplan Next27 weiter diskutieren.»
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Stand: 08.12.2025
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