Interview mit Jessica Bethune, Vice Präsident Industrie- und Prozessautomation DACH bei Schneider Electric

Das perfekte Zusammenspiel Mensch und Maschine

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Ein Schlagwort der heutigen Zeit ist die herstellerunabhängige Automatisierung. Schneider Electric ist einer der Vorreiter. Was bedeutet das?

J. Bethune: Der Weg der herstellerunabhängigen Automatisierung wird vertreten durch universalautomation.org, eine Vereinigung von Unternehmen, Universitäten, Herstellern und Anwendern, bei der wir Gründungsmitglied sind. Wir definieren standardisierte Schnittstellen und eine gemeinsame Sprache, in der Hard- und Software miteinander kommunizieren können. Damit geben wir allen beteiligten Unternehmen die Möglichkeit, auf bestehenden Infrastrukturen neue Applikationen und Lösungen aufspielen und nutzen zu können. Das geht in Richtung einer Open Source Community. Wir trennen zwar die Hard- und Softwarewelt, aber nur, um sie anschliessend wieder neu zusammenzubringen. Es ist ein fortwährender Prozess der gemeinsamen Entwicklung von Kunde, Anwender, Hersteller oder Systemintegrator. Voraussetzung ist, die proprietären Systeme zu verlassen.

Wie gross sind die Beharrungskräfte für diese proprietären Systeme?

J. Bethune: Das ist sehr unterschiedlich. Wir sind mit neun Gründungsmitgliedern bei universalautomation.org gestartet, inzwischen sind wir etwa130 Mitglieds-Unternehmen bei wachsender Tendenz. Gerade in der DACH-Region gibt es keine Greenfield-Umgebung. Es wird wenig Werke geben, die irgendwo im Grünen von Grund auf neu gebaut werden und man sich Plug and Play ein Werk zusammenstellen kann. Es gibt gute industrielle Infrastrukturen, mit grossartigen Anlagen, die aber dringend modernisiert werden müssen. Um die notwendigen Investitionen Stück für Stück machen zu können, ist es unabdingbar sich zu öffnen und aus den proprietären Systemen rauszukommen. So hat der Kunde die Möglichkeit, Stück für Stück zu innovieren ohne gleich Milliarden in die Hand nehmen zu müssen, um den einen Standort in die neue digitale Welt bringen zu können.

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Mit zunehmender IT-OT-Konvergenz spielt der Security-Aspekt eine immer grössere Rolle. Wie können sich Unternehmen dabei schützen?

J. Bethune: IT und OT gehören unbedingt zusammen: einerseits die gewünschte Vernetzung, andererseits muss alles auch cybersicher sein. Es darf kein Zugriff von Dritten möglich sein. Alle Produkte und alle Lösungen, die wir entwickeln, sind kompatibel mit dem Cyber Resilience Act. Im Jahr 2027 kommt die NIS2-EU-Richtlinie auf uns zu, bei dem die Anwender darstellen müssen, dass sie im Falle von Cyberangriffen reagieren können. Dieses Zusammenspiel wollen wir sehr gern mit unseren Kunden gemeinsam verwirklichen: Von OEM, über Maschinenbau bis zum Endkunden. Auch hier werden die Kollegen vom Industrial Digital Transformation Team zusammen mit dem Cybersecurity-Team, Schwachstellen analysieren können.

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