Lichtsteuerung auf dem Fussballplatz Es werde Licht

Von Silvano Böni

Der Einsatz von neuen LED-Flutlichtern gegenüber konventionellen Hochdruck-Entladungslampen macht nicht nur aus Kostengründen Sinn, wie ein Beispiel eines Fussballplatzes in Wettingen zeigt. Die Fluter lassen sich schneller schalten, dimmen und einfach steuern.

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(Bild: © Andrew - stock.adobe.com)

Fussballplätze werden oft noch mit konventionellen 2000-W-Hochdruck-Entladungslampen beleuchtet. Das ist aus verschiedener Hinsicht nicht mehr zeitgerecht: Der Energieverbrauch ist zu hoch, die Qualität der Ausleuchtung nicht gleichmässig und präzise genug sowie die Lichtverschmutzung und Aufhellung des Nachthimmels zu hoch. Durch neue, professionelle LED-Fluter kann man dieser Problematik gerecht werden. Und nicht nur das; sie lassen sich, im Gegensatz zu herkömmlichen Leuchtmitteln, einfach dimmen und schnell schalten und machen so den Einsatz einer Lichtsteuerung auf dem Fussballplatz sinnvoll. Das sieht auch das Bundesamt für Energie so und hat zusammen mit dem Fachverband der Beleuchtungs­industrie FVB ein Förderungsprogramm namens «effeSport» zur Sanierung der Beleuchtungen von Sportanlagen realisiert. Gefordert wird dabei eine Lichtsteuerung, welche die Anlage mindestens auf zwei Stufen dimmen kann. Da bei den meisten Fussballplätzen aus historischen Gründen keine Kabel für die Steuerung eingezogen sind, wird ein Nachziehen der Leitungen oder das Verlegen von neuen Rohren sehr teuer. Hier kommt nun eine Funksteuerung als optimale Lösung zum Einsatz.

Vorteile der Lichtsteuerung

Nebst der Möglichkeit der Subversion sind die Vorteile einer Lichtsteuerung nicht von der Hand zu weisen. Das richtige Licht, zum richtigen Zeitpunkt, am richtigen Ort ist auch hier die Devise. So lohnt es sich zum Beispiel nicht, den Platz nur für den Trainingsbetrieb gleich hell zu beleuchten wie für ein Spiel. Ausserdem soll die Beleuchtung abends nicht unnötig lange eingeschaltet bleiben. Das stört nicht nur die Anwohner, sondern auch die Umwelt, beispielsweise Insekten und andere nachtaktive Tiere, die durch unnötige Lichtquellen gestört werden.

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Es sind aber auch noch andere Varianten möglich, wie das Beispiel des Wettinger Fussballplatzes zeigt. Die dort eingesetzte Steuerung weicht von Standardlösungen ab, um alle Bedürfnisse abdecken zu können. Fünf Schalterstufen ermöglichen dort nun, folgende Funktionen direkt vom Clubhaus aus über einen Schlüsselschalter einzuschalten, ohne dass Leitungen gezogen werden mussten: Licht aus, Trainingsbetrieb, Spielbetrieb, linke Platzhälfte, rechte Platzhälfte. Eine Zusatzfunktion für die Festlegung der zeitlichen Veränderungen des Lichtlevels der einzelnen Stufen wurde ebenfalls implementiert. Diese Lösung ermöglicht es, das Licht nur für eine gewisse Zeit einzuschalten. Damit wird beispielsweise nach der Trainingszeit für zehn Minuten automatisch auf ein reduziertes Level zum Aufräumen geschaltet und danach komplett gelöscht. Dadurch wird sichergestellt, dass das Licht nur an ist, wenn es benötigt wird und nicht nur die Fussballspieler, sondern auch die Anwohner und die Umwelt ihre verdiente Ruhepause erhalten. Die Zeiten sowie die Lichtlevels können über eine Webapplikation jederzeit durch die berechtig­ten Personen verändert werden. Durch diese frei skalierbare Lösung, die Streetlight-Services von Phoenix Contact, kann eine Stadt oder eine Gemeinde aber nicht nur Fussballplätze, sondern jegliche Art von Plätzen und Strassen überwachen, steuern und bedienen.

Das System

Die Funkkommunikation für die Lichtsteuerung beruht auf dem IoT-Standard LoRaWAN. LoRa ist ein spezielles Funkprotokoll mit den Vorteilen von grossen Reichweiten und tiefem Energieverbrauch. Reichweiten von 5 bis 10 km sind kein Problem. Der Mobilfunk­anbieter Swisscom unterhält ein LoRaWAN-Netzwerk, welches über 96 Prozent der Schweizer Bevölkerung erreicht. Also fast eine komplette Abdeckung des urbanen Bereichs.

Durch die Zusammenarbeit von Swisscom und Phoenix Contact war der Installateur in der Lage, die Leuchten über das LoRaWAN-Netzwerk des Mobilfunkanbieters anzusteuern, und musste so keine zusätzliche Infrastruktur wie Gateways und Router installieren. Die Anbindung über das bestehende Netzwerk reduzierte die Kosten zusätzlich.

Durch die lokale Intelligenz der Steuerungskomponenten ist zudem eine technische Rückfallebene garantiert. Auch werden sowohl die Infrastruktur für das Netzwerk wie auch die Web-Applikationen professionell betrieben und gewartet. Dadurch muss der Kunde sich um nichts kümmern. Durch die Funkverbindung zu den Leuchten und die Cloudanbindung hat der Kunde seine Anlage ausserdem immer und von überall aus unter Kontrolle.

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