«Eigen Engineering Agent» von Siemens: KI für die physische Welt
Siemens vollzieht mit dem «Eigen Engineering Agent» den Schritt von KI-gestützter Assistenz zur autonomen Ausführung von Aufgaben. Der «Eigen Engineering Agent» gehört zu den ersten kommerziell verfügbaren KI-Systemen, die in der Lage sind, komplexe technische Aufgaben in der industriellen Automatisierung zu planen und eigenständig auszuführen. Zum ersten Mal hat Siemens Agenten auf der Hannover Messe 2026 der Öffentlichkeit vorgestellt. Während KI-Tools und Copiloten lediglich Vorschläge generieren, arbeitet der «Eigen Engineering Agent» innerhalb realer technischer Systeme und übernimmt Planung, Ausführung und Validierung von Aufgaben vom Anfang bis zum Ende. Er versteht seine Projekte, schreibt Automatisierungscode, konfiguriert Systeme und optimiert diese so lange, bis alle vordefinierten Leistungsvorgaben erfüllt sind. Indem er wiederkehrende Aufgaben automatisiert und validierte, direkt nutzbare Ergebnisse liefert, können sich Ingenieure auf wirkungsvollere, systemübergreifende Herausforderungen konzentrieren.
Der Mangel an qualifizierten Engineering-Fachkräften und der steigende Druck, Produkte schneller auf den Markt zu bringen, stellen Hersteller vor grosse Herausforderungen. Hier setzt der «Eigen Engineering Agent» an: Im Vergleich zu manuellen Workflows ermöglicht er eine zwei- bis fünfmal schnellere Ausführung, ohne die Genauigkeit oder Zuverlässigkeit zu beeinträchtigen. Darüber hinaus steigert die Lösung die Gesamtqualität um bis zu 80 Prozent und erhöht die Engineering-Effizienz um bis zu 50 Prozent. Peter Körte, Mitglied des Vorstands der Siemens AG, Chief Technology Officer und Chief Strategy Officer des Unternehmens erläutert: «Der ‚Eigen Engineering Agent‘ schafft konkreten geschäftlichen Mehrwert für unsere Kunden. Und er hat das Potenzial, die Art und Weise, wie industrielle Systeme entworfen, gebaut und betrieben werden, grundlegend zu verändern.»
Erfolgreiche Testläufe bei mehr als 100 Unternehmen in 19 Ländern zeigen: Der «Eigen Engineering Agent» beschleunigt gängige Engineering-Aufgaben wie speicherprogrammierbare Steuerung (SPS), Visualisierung von Mensch-Maschine-Schnittstellen, (Human Machine Interface, HMI) und Gerätekonfiguration nachweislich.
Zu den Kunden der Pilotphase zählten das österreichische Unternehmen Andritz Metals, das chinesische Unternehmen CASMT und das US-amerikanische Unternehmen Prism Systems. «Wir bei Andritz sind davon überzeugt, dass KI die Industrietechnik grundlegend verändern wird», sagt Michael Luu, Head of Engineering Processes & Electric bei Andritz Metals. «Künstliche Intelligenz birgt ein enormes Potenzial für die Produktivität, Kosteneffizienz und allgemeine Wettbewerbsfähigkeit. Wir sind stolz darauf, diese Zukunft gemeinsam mit Siemens durch Innovationen wie den ‚Eigen Engineering Agent‘ mitzugestalten.»
Während der Namensbestandteil «Eigen» im Deutschen für Eigenständigkeit steht, ist der Begriff Ingenieuren international vor allem aus Konzepten wie den «Eigenwerten» bekannt, die für eine Konstante stehen, selbst wenn sich in der unmittelbaren Umgebung alles verändert. Angesichts des rasanten Wandels in der KI-Landschaft und der zunehmenden Bedeutung physischer KI verkörpert der «Eigen Engineering Agent» genau diese Konstante: eine verlässliche Intelligenzbasis, die tief in der industriellen Tradition von Siemens verwurzelt ist und reale Aufgaben übernehmen kann.
Während sich die ersten Anwendungsfälle auf Arbeitsabläufe in der Automatisierungstechnik konzentrieren, ist der «Eigen Engineering Agent» dazu konzipiert, sich über die gesamte industrielle Wertschöpfungskette hinweg zu etablieren. Dies spiegelt die zunehmende Dynamik wider, mit der Siemens den Einsatz von KI in der realen Welt vorantreibt.
Stand: 08.12.2025
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