AWS-Studie über Nutzung von KI Schweiz übertrifft europäischen Durchschnitt bei KI-Nutzung

Von AWS 4 min Lesedauer

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Die Schweiz festigt ihre Position als eine der führenden KI-Wirtschaftsnationen Europas. Mittlerweile nutzen 57 Prozent der Schweizer Unternehmen künstliche Intelligenz. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber 46 Prozent im Vorjahr und liegt über dem europäischen Durchschnitt von 54 Prozent. Das zeigt eine aktuelle Studie von Strand Partners im Auftrag von Amazon Web Services (AWS)

Die Studie von Strand Partners im Auftrag von AWS über die Nutzung von KI in der Schweiz zeigt, dass nur 19% der Unternehmen mit physischer KI vertraut sind, bei Startups dagegen sind es 38%. (Bild:  AWS)
Die Studie von Strand Partners im Auftrag von AWS über die Nutzung von KI in der Schweiz zeigt, dass nur 19% der Unternehmen mit physischer KI vertraut sind, bei Startups dagegen sind es 38%.
(Bild: AWS)

Strand Partners hat im Auftrag von Amazon Web Services (AWS) eine Studie über die Nutzung von KI in Schweizer Unternehmen durchgeführt. Dafür würden 1000 national repräsentative Mitglieder der Öffentlichkeit und 1000 Führungskräfte befragt. Demnach nimmt die KI-Einführung weiter zu. 57 Prozent der Unternehmen nutzen heute KI, gegenüber 46 Prozent im Vorjahr. KMU liegen unter dem Durchschnitt: 55 Prozent der KMU haben KI eingeführt, verglichen mit 64 Prozent der Grossunternehmen. Die Vorteile sind messbar: 83 Prozent der KI-nutzenden Unternehmen berichten von Produktivitätssteigerungen, 84 Prozent erwarten dadurch mehr Wachstum im kommenden Jahr. Auch in der breiten Bevölkerung ist KI angekommen, ein Viertel der Bürger nutzt entsprechende Tools bereits täglich.

Ausserdem sind nur 19 Prozent der Unternehmen mit physischer KI vertraut, bei Startups sind es 38 Prozent. Für die Schweiz stellt physische KI eine besonders wichtige Chance dar. Sie passt gut zu den Stärken des Landes in den Bereichen fortschrittliche Fertigung, Biowissenschaften, Pharmazie und Medizintechnik, wo KI bereits beginnt, Labore zu automatisieren, industrielle Prozesse zu verbessern und intelligentere Produktionssysteme zu ermöglichen.

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Die Kluft zwischen Experimentieren und echter Transformation

Trotz der guten Zahlen warnt die Studie vor einem Trugschluss: Die reine Einführungsquote verschleiert, wie unterschiedlich tief Unternehmen KI tatsächlich integrieren. 60 Prozent der KI-Nutzer beschränken sich weiterhin auf grundlegende Anwendungen wie Chatbots oder fertige Lösungen ohne echte Innovationssprünge. Nur 18 Prozent haben die Stufe der tiefgreifenden Transformation erreicht, mit eigenen KI-Systemen und autonomen Anwendungen. Dieser Anteil ist gegenüber dem Vorjahr (20 Prozent) sogar gesunken, weil viele neue, unerfahrene Anwender den Markt betreten.

Bezeichnend ist, dass nur 31 Prozent aller Unternehmen über eine klare KI-Strategie verfügen. Und die nächste Technologiewelle mit agentischer KI, physischer KI, fortschrittlicher Robotik ist vielen noch fremd: Gerade einmal 24 Prozent kennen agentische KI überhaupt, nur 19 Prozent sind mit physischer KI vertraut. Eine rühmliche Ausnahme bilden Startups: 80 Prozent von ihnen fühlen sich bereit für die nächste KI-Generation, gegenüber nur 22 Prozent aller Unternehmen.

Innovative Vorzeigebeispiele: Von Robotik bis Landwirtschaft

Die Studie zeigt an zwei Beispielen, wie fortschrittliche KI in der Schweiz bereits Wirkung entfaltet. Das ETH-Spin-off mimic robotics entwickelt sogenannte Video Action Models, die Robotern erlauben, kommende Bewegungen vorauszusagen und in physische Handlungen umzusetzen. Diese Modelle wurden speziell für den industriellen Einsatz konzipiert. Die Schlüsseltechnologie für Produktion und Logistik wird durch den AWS Generative AI Accelerator betrieben.

Der Agrarkonzern Syngenta ist mit seiner Plattform Cropwise auf über 76 Millionen Hektar in 30 Ländern im Einsatz und setzt auf datengestützte Empfehlungen für Landwirte. Der neue KI-Assistent Cropwise AI ermöglicht es Vertriebsteams, komplexe agronomische Fragen in natürlicher Sprache zu klären und Empfehlungen fünfmal schneller zu erstellen.

Startups zieht es ins Ausland

Die KI-Startups mit hohem Potenzial, die in der Schweiz gegründet werden, wachsen schnell und stossen dabei rasch an Skalierungsgrenzen. Je schneller sich ein Startup entwickelt, desto früher trifft es auf solche Hürden, die die Wachstumskosten erhöhen. Dies wirft die Frage auf, ob diese in der Schweiz gegründeten Startups im Inland skalieren können oder ob diese gezwungen sein werden, sich im Ausland nach besseren Wachstumsbedingungen und Anreizen umzusehen.

So zieht ein Drittel der Schweizer Startups einen Wegzug aus Europa in Erwägung. Vor allem die USA (58 Prozent), Ostasien (19 Prozent) oder die Vereinigten Arabischen Emirate (14 Prozent) stehen als Umzugsziel zur Diskussion . Als Hauptgründe nennen sie besseren Zugang zu Finanzmitteln (60 Prozent), geringere Betriebskosten (54 Prozent) und schnellere internationale Skalierungsmöglichkeiten (51 Prozent). Doch die Mehrheit (56 Prozent) bleibt dem Kontinent verbunden, wegen starker lokaler Netzwerke, guten Marktzugangs und stabiler politischer Rahmenbedingungen.

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Drei zentrale Hemmnisse

Die Studie identifiziert drei strukturelle Bremsen für die tiefere KI-Einführung:

  • 1. Regulatorische Komplexität: Fast die Hälfte der Technologieausgaben (47 Prozent) fliesst in Compliance, in Finanzdienstleistungen sogar 57 Prozent. 82 Prozent der Unternehmen erwarten weiter steigende Kosten.
  • 2. Fachkräftemangel: Obwohl die Schweiz laut Stanford AI Index 2026 weltweit die höchste Dichte an KI-Fachkräften aufweist (110,5 pro 100 000 Einwohner vor Singapur und weit vor Deutschland), klagen 42 Prozent der Unternehmen über einen Mangel an digitalen Kompetenzen.
  • 3. Fehlende Investitionssicherheit: 42 Prozent der Unternehmen haben kein eigenes KI-Budget, 26 Prozent sehen den Return on Investment als unklar. Gleichzeitig erwarten 89 Prozent, dass KI-Ausgaben in den nächsten drei Jahren auf bis zu 30 Prozent des IT-Budgets steigen werden.

Vier Empfehlungen für die Zukunft

Der Bericht schlägt vier Prioritäten vor, um die nächste KI-Phase erfolgreich zu gestalten:

  • 1. Auf Stärken aufbauen – den exzellenten Talentpool und die Forschungslandschaft stärker für KMU zugänglich machen
  • 2. Grossunternehmen strategisch fördern – etwa durch Steuergutschriften, Innovationszuschüsse und branchenspezifische Beschleuniger
  • 3. Gezielte Investitionen vorantreiben – mit klaren, ergebnisorientierten Finanzierungsmechanismen für Startups und KMU
  • 4. Kompetenzen breiter zugänglich machen – durch Zusammenarbeit zwischen Staat und Wirtschaft bei der digitalen Weiterbildung

Fazit: Zeitfenster schliesst sich

Die Schweiz verfügt mit einer starken Forschung, Spitzentalenten und einem lebendigen Startup-Ökosystem über exzellente Voraussetzungen. Doch das Zeitfenster für die nächste KI-Transformation schliesst sich zunehmend. Nur wenn es gelingt, mehr Unternehmen aller Grössen beim Sprung von einfachen Anwendungen zu echter KI-Integration zu unterstützen, kann die Schweiz ihre heutige Dynamik in nachhaltige industrielle Führungsstärke umwandeln und verhindern, dass Innovationskraft und Talente ins Ausland abwandern.

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