Auf dem Endress+Hauser Global Forum 2026 in Basel tauschten sich vom vom 14. bis 16. April Entscheidungsträger und Experten aus mehr als 70 Ländern über die Zukunft der Prozessindustrie aus. Renommierte Keynote Speaker gaben weitreichende Impulse, wie sich Unternehmen auf ungewisse Entwicklungen vorbereiten können und es gab viele Insights mit branchenspezifischen Fallbeispielen.
Prof. Goutam Challagalla, Professor für Strategie und Marketing an der IMD Business School in Lausanne, zeigte anhand praktischer Beispiele Wege zur nachhaltigen Transformation auf.
(Bild: Anne Richter, VCG)
Endress+Hauser hat eingeladen, zum zweiten Global Forum nach Basel. Unter dem Leitthema «Driving sustainable transformation together» konnten die Teilnehmer des Global Forum weit über ihr Tagesgeschäft hinausblicken und sich zusätzlich mit praxisnahen Umsetzungen beschäftigen. Mehr als 2000 Endress+Hauser Kunden, Mitarbeiter und junge Talente aus mehr als 70 Ländern tauschten sich vor Ort in unterschiedlichen Formaten über die verschiedenen Facetten der nachhaltigen Transformation aus.
Zentrale Themen waren daher digitale Transformation und Nachhaltigkeit. «Transformation ist keine Option mehr, sie ist eine Konstante geworden», sagte Dr. Peter Selders, CEO von Endress+Hauser, zur Eröffnung. Angesichts volatiler Märkte, technologischer Sprünge und wachsender regulatorischer Anforderungen komme es heute mehr denn je darauf an, den Wandel aktiv anzugehen. «Kein Unternehmen schafft das im Alleingang», so der CEO. «Mit dem Global Forum hat Endress+Hauser deshalb eine Plattform geschaffen, auf der sich Entscheidungsträger branchen- und länderübergreifend austauschen und voneinander lernen können.»
Fünf renommierte Keynote-Speaker gaben Impulse und Inspirationen wie die digitale Transformation zu mehr Nachhaltigkeit zum Wohle aller Beteiligten bewältigt werden kann. Allen voran Prof. Goutam Challagalla, Professor für Strategie und Marketing an der IMD Business School in Lausanne. Anhand praktischer Beispiele zeigte er Wege zur nachhaltigen Transformation auf. Wichtig ist demnach, dass der Kunde jeweils einen Mehrwert hat: wenn er Kosten spart, Abläufe einfacher werden oder neue Business Cases entstehen. Ein Beispiel dafür ist der US-amerikanische Hersteller von Landwirtschaftsmaschinen John Deere. Dank softwarebasierter Entwicklung konnten kleinere und leichtere Landwirtschaftsgeräte entwickelt werden. Der Vorteil für die Farmer liegt in dem geringeren Bedarf an Düngemitteln. Weitere Keynote-Speaker waren Dr. Katharina Herrmann, HR-Expertin und ehemaliges Vorstandmitglied von Hubert Burda Media, Jennifer Zhu Scott, KI-Investorin und Unternehmerin, Zukunftsberater Nikolas Badminton und Wirtschaftsfuturist Jonathan Brill.
Praxisbeispiele und Insights: Schoggi-Brauer am Züri-See
In kleineren Gruppenveranstaltungen stellten Kunden und Partner von Endress+Hauser jeweils konkrete Anwendungsfälle vor und teilten ihre Erfahrungen. Themen waren unter anderem Prozessoptimierungen mit KI, nachhaltiges Wachstum oder Ansätze für Ko-Kreation. Ein interessantes Beispiel hat das Horgener Start-up Food Brewer präsentiert. Das Unternehmen hat einen Bioreaktor zum brauen von Schokolade entwickelt. Vor dem Hintergrund steigender Kakao-Preise suchen Schokoladenhersteller nach Alternativen. Statt auf Plantagen in den Tropen produziert Food Brewer am in einem Industriegebäude am Züri-See. Für den Brau-Prozess werden die besten Zellen aus der Kakaobohne selektiert. Im Bioreaktor werden die Zellen in einer Flüssigkeit kultiviert. Innerhalb weniger Tage kann der Rohkakao geerntet werden. Entscheidend für einen stabilen Prozess ist verlässliche Messtechnik, die langlebig und leicht zu bedienen ist. Momentan kommt der Food Brewer auf ein Produktionsvolumen von reichlich 6000 Liter Kakaomasse, Ziel sind 100 000 Liter. Food Brewer Mitgründer und CPO Klaus Kienle erklärt: «Wir wollen grosse Mengen zu erschwinglichen Preisen produzieren. Dazu benötigen wir leistungsstarke, stabile Systeme. Partner wie Enfress+Hauser haben für solche Skalierungen in der Lebendmittelindustrie die richtige zukunftsorientierte Denkweise.»
In einer begleitenden Ausstellung gab Endress+Hauser Einblicke in seine Instrumentierungslösungen für verschiedenen Branchen und zeigte die ganze Bandbreite der Anwendungen. Das Unternehmen präsentierte auch Entwicklungen, die noch nicht auf dem Markt sind. Auch Tochterfirmen und Industriepartner waren in der Ausstellung vertreten, ausserdem Fachabteilungen von Endress+Hauser wie das Sustainability Office oder die Patentabteilung.
Standort Maulburg: Kompetenzzentrum für Level+Pressure
Am dritten Tag des Global Forums gab es für die Gäste die Gelegenheit, verschiedene Produktionsstandorte von Endress+Hauser zu besuchen, unter anderem das Werk in Maulburg, der ältesten und grössten Produktionsstätte von Endress+Hauser sowie globales Kompetenzzentrum für die E+H Sparte Level+Pressure. Mehr als 2000 Mitarbeiter sind hier beschäftigt.
Am Standort werden entwickelt und produziert:
Füllstandmesstechnik – Kontinuierliche Füllstandmessung und Grenzstanderfassung
Druckmesstechnik – Absolut- und Differenzdruckmessung
Bestandsmanagement – Lösungen für die Überwachung und Optimierung von Lagerbeständen
Sensoren & Komponenten – Messgeräte für verschiedenste Industrieanwendungen
Das Zukunftsprojekt: Campus 2030+
Das derzeit grösste Bauprojekt der Endress+Hauser-Firmengeschichte ist die umfassende Modernisierung und Erweiterung des Standorts Maulburg. Ziel ist die Modernisierung von Produktion, Logistik und Büroflächen bei laufendem Betrieb. Die Produktionsabläufe werden optimiert, die neuen Gebäude sind energie- und ressourceneffizient ausgelegt. Entstanden ist unter anderem ein neue Fertigungs- und Logistikgebäude. Auch die Elektronikfertigung hat einen neuen Platz gefunden. 4.5 Millionen Leiterplatten verlassen jährlich das Werk, wobei 473 Millionen Komponenten pro Jahr verbaut werden.
Forschung und Entwicklung hat bei Endress+Hauser einen grossen Stellenwert. So ist die Entwicklungsabteilung für Radar-Füllstandssensoren in Maulburg mit 45 Mitarbeitern angesiedelt. Hier wurde 2024 mit dem FMR43 Micropilot ein Freifeld-Radarsensor zur kontinuierlichen berührungslosen Füllstandsmessung entwickelt, der erstmals mit 180 GHz funktioniert und damit auch Messungen in kleinen Tanks ermöglicht.
Stand: 08.12.2025
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