Tophinke hat bei der Hochdorf-Gruppe auf Hygienic-Design-Gehäuse gesetzt In der Food-Industrie ist Hygiene Trumpf

Redakteur: Andreas Leu

Im Jahr 2017 standen gemäss Statistik der Tierverkehrsdatenbank (TDV) rund 560 000 Milchkühe in den Schweizer Ställen. Ihre Milch wird in verschiedenen Betrieben weiterverarbeitet. Einer davon ist die ­Hochdorf-Gruppe im Kanton Luzern. Sie entwickelt, produziert und vermarktet Nahrungsmittel sowie Zutaten aus Getreide und Ölsaaten. Zudem ist die Gruppe der viertgrösste Milchverarbeiter der Schweiz. Jedes Jahr werden 300 Millionen Liter Milch verarbeitet.

Das EHEDG-konforme Design der HD-Gehäuse hat keinerlei Toträume, in denen sich Bakterien oder Reinigungsmittel sammeln könnten.
Das EHEDG-konforme Design der HD-Gehäuse hat keinerlei Toträume, in denen sich Bakterien oder Reinigungsmittel sammeln könnten.
(Bild: Rittal)

Im Frühling 2018 wurde in Sulgen eine neue Produktionslinie zur Herstellung von Spezialmilchprodukten wie z. B. Babynahrung und Produkte für werdende und stillende Mütter in Betrieb genommen. Alle Automatisierungsaufgaben dieser Linie übernahm die Tophinke Automations & Gebäudetechnik AG aus Hochdorf. Das Unternehmen beschäftigt sich seit 1968 mit Elektroinstallationen, Schaltschrankbau und industrieller Automation.

Neue Anforderungen

Rund 70 Prozent der Projekte, die Tophinke umsetzt, sind in der Nahrungsmittelindustrie angesiedelt. «In dieser Branche sind die Ansprüche in den letzten Jahren stetig gestiegen – insbesondere im Bereich der Hygienerichtlinien und der Rückverfolgbarkeit in der Produktion», erläutert Thomas Baumli, Gesamtprojektleiter von Tophinke. Die Kunden verlangen immer öfter eine ­lückenlose Rückverfolgung und eine Anbindung an ein bestehendes ERP-System.

Durch den stetig steigenden Automationsgrad sind auch die Anforderungen an die Mitarbeitenden in der Automationsabteilung stark gestiegen. Es gehört zu den Hauptaufgaben, in Zusammenarbeit mit dem Kunden und den Anlagenlieferanten optimale Lösungen zu erarbeiten. Entsprechend nimmt der Engineering-Aufwand heute wesentlich mehr Zeit in Anspruch, und die Zahl der Gespräche mit dem Kunden hat sich vervielfacht.

Aufwendige Installation

Die Hochdorf-Gruppe hat am Standort in Sulgen in den letzten Jahren kräftig investiert. Neben einer Lagerhalle, einem Hochregallager, einer Entsalzungsanlage und einer eigenen Abwasservorbehandlungsanlage wurde im Frühling 2018 zudem auch die neue Turm-9-Linie für die Produktion von Babynahrung in Betrieb genommen. Produziert wird fast ausschliesslich für den Export, überwiegend nach Europa, Nordafrika, in den Mittleren Osten und nach China. Beim Projekt für die Hochdorf-Gruppe hat Tophinke sowohl die gesamte Automation und Installation als auch den Schaltschrankbau ausgeführt.

Bis die Anlage betriebsbereit war, hat Tophinke mehrere Monate intensiv gearbeitet. «Wir durften trotz diverser Anlagenlieferanten die gesamte Automatisierungslösung aus einer Hand liefern. Dabei gehörte es auch zu unseren Aufgaben, die Schnittstellen zwischen den einzelnen Gewerken zu koordinieren. Nebst der Automation und dem Schaltschrankbau haben wir den grössten Teil der Anlagen elektrisch verkabelt.» Bei den Schaltschränken setzt ­Tophinke für die Vorortschränke 74 Hygienic-Design-Edelstahlschränke und 46 MCC-Schränke von Rittal ein.

Hygiene ist Pflicht

Bei der Herstellung von Lebensmitteln liegt die oberste Priorität bei der Hygiene. Das gilt auch für die Reinigung der Produktionslinien. Dabei müssen sowohl die Anlagen als auch die einzelnen Komponenten, die gereinigt und desinfiziert werden, die Hygienerichtlinien erfüllen. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Schaltschränke und die Gehäusesysteme an der Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine gelegt. «Die Hochdorf-Gruppe hat dafür ein eigenes Pflichtenheft erstellt, in dem auch die Vorschriften der EHEDG (European Hygienic Engineering and Design Group) enthalten sind», sagt Baumli.

Keine Chance für Mikroorganismen

Die HD-Gehäuse von Rittal erfüllen diese Vorschriften sowie sämtliche europäischen Normen und Richtlinien. Das EHEDG-konforme Design hat keinerlei Toträume, in denen sich Bakterien oder Reinigungsmittel ansammeln könnten. Zudem sorgen die Gehäuse für die nötige Sicherheit. Typische Konstruktionsmerkmale wie die 30-Grad-­Dachschräge oder das überhängende Dach mit einer waagerechten Tropfkante unterstützen das schnelle und sichere Ablaufen von Flüssigkeiten. So können sich bei der Reinigung angeschwemmte Rückstände nicht am Gehäuse festsetzen. Spalten, aussenliegende Scharniere und schwer zugängliche Zwischenräume, die als Nistplätze für Mikroorganismen dienen könnten, wurden gezielt eliminiert.

Effektive Sicherheitslösung

Ein Garant für die sichere Abdichtung der HD-Gehäuse von Rittal ist die blaue Silikondichtung, die den üblichen Reinigungs- und Desinfektionsmitteln standhält. Die Dichtung ist aussenliegend und dichtet zwischen Tür / Deckel und Gehäuse sicher und spaltfrei ab. Die aus einem Stück gefertigte Silikondichtung lässt sich bei der vorbeugenden Instandhaltung im Handumdrehen austauschen. Mit dem Einsatz der Rittal-HD-Gehäuselösungen unterstützt Tophinke die Hochdorf-Gruppe dabei, die Hygienerisiken mit optimierten Reinigungsergebnissen sowie einem deutlich geringeren Einsatz von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln (RuD) zu minimieren. Durch effektive Sicherheitslösungen werden zudem erfolgreiche IFS- (International Food Standard) und Handels-Audits ermöglicht.

Kurze Durchlaufzeit

«Wir haben grosse Anstrengungen unternommen, um effizienter zu werden und unsere internen Abläufe zu optimieren», sagt Jürg Wittwer, Leitung Vertrieb und Marketing bei Tophinke. Ein Beispiel dafür ist ein Simulationssystem, mit dem das Team die entwickelte Softwareapplikation noch im Büro testen kann, bevor sie auf der Anlage des Kunden eingesetzt wird. «Dadurch können wir die Dauer der Inbetriebnahme vor Ort verkürzen und somit Kosten einsparen. Davon profitieren unsere Kunden, die ihre Produktion somit früher starten können», erklärt Wittwer. Um den Schaltschrankbau für die Turm-9-Linie zu beschleunigen, hat Tophinke zudem fertig bearbeitete Rittal-Gehäuse bestellt. «Die Ausschnitte und sämtliche externen Komponenten wurden bereits vorbereitet. Dadurch hat sich die Durchlaufzeit verkürzt», ergänzt Baumli.

rittal.ch

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