TUM und Neura eröffnen Robotik-Zentrum Robogym soll Roboter schlauer machen

Von Neura; TU München 5 min Lesedauer

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Neura Robotics und die TU München haben mit dem Robogym eines der derzeit modernsten Trainings- und Forschungszentren für physische KI in Europa eröffnet. In 48 Trainingszellen trainieren hier zunächst etwa 100 Roboter. Zur Eröffnung hat Neura zudem den 4NE1 Gen 4, die neue Generation seines humanoiden Roboters gelauncht.

TUM-Präsident Thomas Hofmann, Neura-CEO David Reger und Markus Blume (von links nach rechts) bei der Eröffnung des TUM Robogym.(Bild:  Andreas Heddergott / TU Muenchen)
TUM-Präsident Thomas Hofmann, Neura-CEO David Reger und Markus Blume (von links nach rechts) bei der Eröffnung des TUM Robogym.
(Bild: Andreas Heddergott / TU Muenchen)

Mit dem TUM Robogym haben das Munich Institute of Robotics and Machine Intelligence (Mirmi) der Technischen Universität München (TUM) und Neura Robotics eines der derzeit modernsten Trainings- und Forschungszentren für physische künstliche Intelligenz in Europa eröffnet. In 48 Trainingszellen trainieren zunächst etwa 100 humanoide und Service-Roboter spezielle Fähigkeiten und Abläufe ein. Die grosse Menge an Trainingsdaten dient dazu, Roboter sicher und zuverlässig einsetzen zu können. Neben Roboter-Trainingszellen verfügt das Trainingszentrum am LabCampus über enorme Rechenleistung für das KI-Modelltraining und die Computersimulation. Zusammen entstehen grosse Datenmengen, die für die Weiterentwicklung von intelligenten Robotern eingesetzt werden. Im Mittelpunkt stehen aktuell industrielle Anwendungen und die Intralogistik. Zur Eröffnung hat Neura Robotics ausserdem den humanoiden Roboters 4NE1 vorgestellt. Die neueste Roboter-Generation wird künftig auch im TUM Robogym zur Verfügung stehen.

David Reger, CEO von Neura Robotics erläutert: «In unseren Unternehmen steckt Wissen, das über Generationen entstanden ist. Menschen wissen, wie man Materialien verarbeitet, Bauteile zusammenfügt und schwierige Abläufe beherrscht. Dieses Wissen ist eine unserer grössten Stärken im Zeitalter der Physical AI. Mit der TUM schaffen wir ein Kraftwerk für physische Fähigkeiten, in dem daraus neue Möglichkeiten entstehen. Gerade der Mittelstand soll diese Zukunft mitentwickeln können. Mit dem Launch des Humanoiden 4NE1 Gen 4 zeigen wir heute, welche Roboter dafür bereitstehen: für die Serienfertigung konzipiert, für produktive Arbeit ausgelegt und angetrieben von Neuron AI, unserem eigenen Foundation Model, das aus der Erfahrung in den Neura Gyms lernt. Entwickelt, gebaut und trainiert in Deutschland, für die Welt.»

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In Trainings- und Simulationsumgebungen grosse Mengen an Daten gewinnen

Anders als generative KI wie etwa ChatGPT, die auf sehr grosse Mengen von Daten aus dem Internet zurückgreifen kann, benötigt die physische künstliche Intelligenz Trainingsdaten aus «echten» physischen Interaktionen. Solche Daten sind derzeit kaum verfügbar. Das neue Trainingszentrum verfügt über Roboter-Trainingszellen, in denen Roboter u.a. lernen, Boxen zu falten, Bauteile zusammenzustecken und Werkzeuge zu bedienen. Im TUM Robogym lassen sich Roboterfähigkeiten in einer realitätsnahen Umgebung entwickeln und erproben.

Die im TUM Robogym generierten Daten fliessen in einen kuratierten Data Lake in der Cloud und stehen dort für das Training von Physical-AI-Modellen bereit. Als zentrale wissenschaftliche Ressource ermöglicht der Data Lake skalierbare Forschung zu generalisierbaren Roboterfähigkeiten, sicherer Mensch-Roboter-Interaktion und KI-Modellen für Robotik.

Ein Ort, an dem Unternehmen Robotern ihre Arbeit beibringen

Bereits seit September trainieren Partner im TUM RoboGym konkrete Abläufe. Unternehmen aus mehr als zehn Branchen sind beteiligt, darunter Automobil, Pharma, Medizintechnik, Verpackung, Logistik, Landwirtschaft und Pflege. Die Nachfrage ist hoch: Die Kapazitäten in München sind bereits stark gefragt.

Die Aufgaben reichen vom Kartonhandling über das Befüllen von Flaschen bis zum Be- und Entladen von Holzbauteilen. Unternehmen können Anwendungen erproben, Trainingsbedarf erkennen und die Eignung unterschiedlicher Robotersysteme bewerten, bevor sie den Einsatz im eigenen Betrieb ausweiten.

Dafür stehen verschiedene Formfaktoren zur Verfügung: humanoide Roboter, mobile Assistenzroboter wie MiPA und kognitive Roboterarme. Entscheidend ist die Fähigkeit, die eine Aufgabe erfordert. Das Zentrum bietet dafür eine gemeinsame Entwicklungsumgebung für Wissenschaft, etablierte Unternehmen und Start-ups.

Aus Prototypen Produkte entwickeln

Das Kernziel des Projektes liegt im Transfer von wissenschaftlichen Ergebnissen in praktische Anwendungen: «Eine enge, kontinuierliche und flexible Zusammenarbeit mit der Robotik-Industrie ist für die Forschung im Bereich der physikalischen KI wichtig und unerlässlich. Nur so lassen sich Forschungsprototypen systematisch und schnell zu marktfähigen Produkten weiter entwickeln», sagt der wissenschaftliche Koordinator des TUM Robogym Prof. Achim Lilienthal von TUM Mirmi, der von einem für die Wissenschaft wegweisenden Pilotprojekt der TUM spricht. TUM-Präsident Prof. Thomas F. Hofmann betont: «Das TUM Robogym ist einzigartig in Deutschland und Europa. Durch die Zusammenarbeit mit Neura Robotics setzen wir zudem in geopolitisch unsicheren Zeiten ein klares Zeichen für den Industriestandort Deutschland.» Prof. Lorenzo Masia, Executive Director TUM Mirmi und Leiter des TUM Robogym: «Mit TUM Mirmi und Neura Robotics haben sich zwei Partner gefunden, die zusammen Grosses bewirken können. Aufbauend auf unserer weltweit führenden wissenschaftlichen Kompetenz sind wir nun zusammen mit einem starken Partner aus der Industrie in der Lage, konkrete Anwendungen für den Markt vorzubereiten. Unser langfristiges Ziel ist eine dynamische und florierende Robotikbranche, als neuer Motor für die deutsche Wirtschaft.»

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4NE1 Gen 4: Neue Hardware für lernfähige Robotik

Mit dem 4NE1 Gen 4 hat Neura die neue Generation seines humanoiden Roboters, der zur Eröffnung bereits im TUM Robogym im Einsatz war: schlanker, leichter und mit Neuron AI als Gehirn.

  • Neues Design, leichterer Körper: Der 4NE1 Gen 4 hat einen schlankeren Körper, eine textile und sensorisierte Aussenhaut und ist 20 Prozent leichter als die Vorgängergeneration. Der Stoff lässt den Roboter noch nahbarer wirken: Er ist dafür gebaut, neben Menschen zu arbeiten, und soll auch so aussehen. Zudem bietet das Material Potenzial für weitere einfache Individualisierung.
  • Präzisere Handhabung: Weiterentwickelte Hände ermöglichen noch genauere Griffe. Dazu kommen Smart Limbs: Reflexe sind direkt in die Gliedmassen eingebaut, sodass jede Gliedmasse eigenständig reagiert. Der 4NE1 Gen 4 antwortet damit unmittelbar auf seine Umgebung und bewegt sich flüssiger und menschenähnlicher.
  • Neuron AI, das Gehirn: Der 4NE1 Gen 4 läuft auf Neuron AI, dem Perception-Language-Action-Modell von Neura für Physical AI. Es übersetzt, was der Roboter wahrnimmt, direkt in Bewegung. Neben dem Bild fliessen auch Berührung, Kraft, Klang und der Zustand des Roboters in das Modell ein. Gerade bei Handgriffen in der Industrie macht das den Unterschied, etwa wenn ein Roboter erkennen muss, ob ein Verschluss eingerastet ist. Trainiert wird Neuron AI mit realen Roboterdaten aus den Neura Gyms, menschlichen Demonstrationen und Simulation. Über das Neuraverse stehen Fähigkeiten, die ein Roboter lernt, auch weiteren vernetzten Robotern zur Verfügung. So profitiert der 4NE1 Gen 4 von allem, was im wachsenden Netzwerk der Neura Gyms gelernt wird.

Der 4NE1 Gen 4 wird für die Serienfertigung vorbereitet. Parallel zur Eröffnung des TUM Robogym in München ist er über die Nvidia-GTC-Konferenz in Berlin gelaufen und ist bereits in den Neura Gyms im Einsatz. In diesen Trainingseinrichtungen können Unternehmen Aufgaben mit der neuen Robotergeneration trainieren und gehören so zu den Ersten, die mit dem 4NE1 Gen 4 arbeiten.

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